Laudatio

»Architektur unserer Zeit«

Engagiert: Architektin Rena Wandel-Hoefer Foto: Myriam Gümbel

»Wenn auch nach langem Ringen: Es ist ein Glücksfall, dass sich die Stadt München, die Jüdische Gemeinde und die benachbarten Eigentümer und Nutzer darauf verständigt haben, auf der letzten Kriegsbrache in der Altstadt das Jüdische Zentrum in der Stadtmitte entstehen zu lassen. Und es ist ein Glücksfall, dass nicht nur das Wettbewerbsergebnis verwirklicht, sondern der gewonnene städtische Raum insgesamt neu gestaltete und ein Ort gestiftet wurde.

Urban Auf den Spuren langer Stadtgeschichte bildet die Synagoge den Blickfang. In der vorgegebenen West-Ost-Richtung formt sie mit Museum und Gemeindehaus einen kleinen Platz, dessen alter und neuer Namenspatron Jakob Juden und Christen verbindet. Es ist eine Freude, diese Nutzungen mit ihren neu gebildeten öffentlichen Räumen und der umgebenden Altbebauung mit Stadtmuseum und St.-Jakob-Kirche in einem urbanen Kontext zu erleben, verbunden mit der Hoffnung, dass es eines Tages der unvermeidlichen Sicherheitseinrichtungen nicht mehr bedarf!

Mit ihrem schroffen, felsartigen Travertin-Sockel erinnert die Synagoge an den zerstörten Jerusalem-Tempel, und mit dem darüber aufragenden Kubus aus einem stählernen Davidsternmuster wird das Zeltheiligtum aus der 40-jährigen Wüstenwanderung der Israeliten ins Gedächtnis gerufen. Damit ist die Synagoge in Form und Material eine Attraktion für den Unwissenden, sie erzählt dem Wissenden mit feinfühliger Symbolik Religionsgeschichte und gibt dem Gläubigen Bezug und Halt.

Integral In einer Zeit, die sich zu oft in neu gebaute Geschichte flüchtet, bildet das Jüdische Zentrum ein räumliches, bauliches und inhaltliches Integral mit der historischen Umgebung und vermittelt heute und in der Zukunft Architektur unserer Zeit.«

Sigurd Trummer ist Präsident der Bundesarchitektenkammer

Wuppertal

Am helllichten Tag

Nach dem Brandanschlag auf die Synagoge geht das Gemeindeleben in der nordrhein-westfälischen Stadt weiter. Aber was bedeutet diese Normalität?

von Helmut Kuhn  01.10.2026

Rostock

Zunehmend sprachlos

Die Gemeinde hatte Schlimmeres befürchtet, doch Sorgen bleiben auch nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern

 01.10.2026

Wiedervereinigung

Zeit der Blüte

Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Für jüdische Gemeinden in Ost und West war dies ein neuer Anfang, für manche auch die Rettung. Drei Gemeindemitglieder erzählen, wie sie diese Zeit erlebten

von Christine Schmitt  01.10.2026

Deutschland

Holocaust-Überlebende: Regierung der Linkspartei in Berlin wäre eine Katastrophe

»Hier muss die Politik gründlich aufpassen, dass das nicht passiert«, sagt Charlotte Knobloch bei »Maischberger«

 01.10.2026

Wahl

»Der Schock sitzt tief«

Jüdinnen und Juden blicken mit großer Skepsis auf eine mögliche Regierungsbeteiligung der Linken. Sie fordern klare Zusagen zum Kampf gegen Antisemitismus

von Christine Schmitt  30.09.2026

Rathaus Neukölln

Berlin

Hillel zieht seine Chanukkia aus dem Rathaus Neukölln ab

Der jüdische Bildungsverein will seine Chanukka-Feier künftig an einem »neutralen Ort« abhalten. Für den scheidenden Bürgermeister Martin Hikel ist die Entscheidung ein Schock

 01.10.2026 Aktualisiert

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 8. Oktober

 30.09.2026

Chemnitz

Gestohlener Davidstern sichergestellt

Unbekannte hatten laut Polizei in der Dauerausstellung des Lern- und Gedenkortes eine Schautafel beschädigt und den Davidstern mitgenommen

 28.09.2026

Archäologie

Hoffnung auf Latrinen - Grabung legt mittelalterliche Keller frei

Die Funde auf dem Areal der zweiten Jüdischen Gemeinde informieren über das Leben im mittelalterliche Erfurt. Zugleich geben sie Einblicke in die Stadtplanung des 13. Jahrhunderts

von Matthias Thüsing  28.09.2026