Laudatio

»Architektur unserer Zeit«

Engagiert: Architektin Rena Wandel-Hoefer Foto: Myriam Gümbel

»Wenn auch nach langem Ringen: Es ist ein Glücksfall, dass sich die Stadt München, die Jüdische Gemeinde und die benachbarten Eigentümer und Nutzer darauf verständigt haben, auf der letzten Kriegsbrache in der Altstadt das Jüdische Zentrum in der Stadtmitte entstehen zu lassen. Und es ist ein Glücksfall, dass nicht nur das Wettbewerbsergebnis verwirklicht, sondern der gewonnene städtische Raum insgesamt neu gestaltete und ein Ort gestiftet wurde.

Urban Auf den Spuren langer Stadtgeschichte bildet die Synagoge den Blickfang. In der vorgegebenen West-Ost-Richtung formt sie mit Museum und Gemeindehaus einen kleinen Platz, dessen alter und neuer Namenspatron Jakob Juden und Christen verbindet. Es ist eine Freude, diese Nutzungen mit ihren neu gebildeten öffentlichen Räumen und der umgebenden Altbebauung mit Stadtmuseum und St.-Jakob-Kirche in einem urbanen Kontext zu erleben, verbunden mit der Hoffnung, dass es eines Tages der unvermeidlichen Sicherheitseinrichtungen nicht mehr bedarf!

Mit ihrem schroffen, felsartigen Travertin-Sockel erinnert die Synagoge an den zerstörten Jerusalem-Tempel, und mit dem darüber aufragenden Kubus aus einem stählernen Davidsternmuster wird das Zeltheiligtum aus der 40-jährigen Wüstenwanderung der Israeliten ins Gedächtnis gerufen. Damit ist die Synagoge in Form und Material eine Attraktion für den Unwissenden, sie erzählt dem Wissenden mit feinfühliger Symbolik Religionsgeschichte und gibt dem Gläubigen Bezug und Halt.

Integral In einer Zeit, die sich zu oft in neu gebaute Geschichte flüchtet, bildet das Jüdische Zentrum ein räumliches, bauliches und inhaltliches Integral mit der historischen Umgebung und vermittelt heute und in der Zukunft Architektur unserer Zeit.«

Sigurd Trummer ist Präsident der Bundesarchitektenkammer

Jubiläum

»Wir richten den Blick nach vorn«

Toby Axelrod über 20 Jahre Limmud Deutschland, Herausforderungen und eine ganz besondere Aktion

von Christine Schmitt  28.04.2026

Militär

Für Deutschland kämpfen?

Nach der Schoa war es für Juden unvorstellbar, wieder in einer deutschen Armee zu dienen. Doch wie blickt die jüdische Gemeinschaft heute auf die Bundeswehr?

von Joshua Schultheis  28.04.2026

Gedenken

17 neue Stolpersteine für Magdeburg

Seit dem Jahr 2007 wurden in Magdeburg mehr als 860 Stolpersteine für Opfer der Verfolgungen in der Zeit des Nationalsozialismus verlegt. Am 4. Mai kommen weitere 17 Steine an den Wohnorten von jüdischen Mitbewohnern hinzu

 28.04.2026

Berlin

Festakt zur Umbenennung in Margot-Friedländer-Platz

Der Vorplatz des Berliner Abgeordnetenhauses wird zum 7. Mai umbenannt

 28.04.2026

Berlin

»Ich will mich nicht verstecken«

Ron Dekel wurde angepöbelt, weil er eine Kippa trug. Ein Video davon ging viral, er wurde im Netz beleidigt, man lauerte ihm vor der Synagoge auf. Hier spricht der Präsident der Studierendenunion darüber, was ihm passiert, seitdem er sich sichtbar als Jude zeigt

von Mascha Malburg  27.04.2026

Anschlag

Hakenkreuz an Synagoge in Cottbus

Innerhalb weniger Tage ist die Cottbuser Synagoge zweimal von Unbekannten beschmiert worden. In der Nacht zum Montag wurde an der Fassade ein Hakenkreuz entdeckt. Zeitgleich wurde ein alternatives Wohnprojekt mit einer Rauchbombe attackiert

 27.04.2026

Genuss

Küche der Kindheit

Die Foodbloggerin Lena Bakman kocht die bucharischen Gerichte ihrer Großmutter

von Alicia Rust  24.04.2026

Porträt der Woche

Der Landeshausmeister

Alexander Reznitchi ist Afghanistan-Veteran, war Sportlehrer und wurde Techniker

von Brigitte Jähnigen  24.04.2026

Kino

Boxen auf Leben und Tod

Im Rahmen der 17. Jüdischen Filmtage zeigte die Kultusgemeinde die Geschichte des Hertzko (Harry) Haft

von Helen Richter  24.04.2026