Erfurt

Anspruchsvolle Ausbildung

Stolze Absolventen: Am 24. August 2010 erhielten die ersten Studierenden der jüdischen Sozialarbeit ihre B.A. Urkunden. Foto: Rafael Herrlich

Wohltätigkeit ist eine der drei Pfeiler, auf denen die Welt ruht, heißt es in den Pirkej Awot. Eine Weisheit, die sich insbesondere die Fachhochschule Erfurt zu Herzen genommen hat. In Zusammenarbeit mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden (ZWSt) kann sie zum zweiten Mal einen Studiengang in Jüdischer Sozialarbeit anbieten. Beginnen soll der nächste Kurs am 30. Mai dieses Jahres.

Berufsbegleitend Das Studium ist berufsbegleitend angelegt und wird mit dem Bachelor of Arts (B.A.) abgeschlossen. Bewerben können sich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen jüdischer Gemeinden, Einrichtungen und Organisationen, die die Zugangsvoraussetzungen der Fachhochschule Erfurt erfüllen. Studienleiter Doron Kiesel freut sich, dass die FH erneut einen solchen Studiengang einrichten konnte. Die ersten 20 Absolventen, die Ende August 2010 ihre Examensurkunden erhielten, seien bereits äußerst erfolgreich. Auch die Teilnehmer des ersten Studiengangs sind voll des Lobes und fühlen sich gut ausgebildet. Gerade soziale Kompetenz und Hilfestellungen seien in den Gemeinden zunehmend gefragt.

Das Studium ist auf acht Semester angelegt, davon sind sechs Studiensemester, sowie eines für die Praxis und eines für die Prüfung vorgesehen. Während der ersten sechs findet ein sogenanntes E-Learning statt. Hier werden Lehrinhalt, Hausaufgaben, schriftliche Arbeiten und Aufgaben zwischen Dozent und Studierendem per E-Mail hin- und hergesandt. Der Studierende bringt sich den Stoff im Selbststudium bei. Während der Semester finden vier Präsenzwochen statt, die jeweils im Schulungszentrum der ZWSt, Max-Willner-Heim in Bad Sobernheim, abgehalten werden.

Praktikum Im siebten Halbjahr sollen die Teilnehmer vor allem praktische Erfahrungen sammeln. Das achte Semester steht zur Anfertigung der Abschlussarbeit und für den Studienabschluss zur Verfügung. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt, Bewerbungsschluss ist der 30. April. Bedingung für eine erfolgreiche Bewerbung ist neben einer anerkannten Hochschulzugangsberechtigung und der Nachweis über ausreichende Deutschkenntnisse. Näheres lässt sich im Internet nachlesen. ja

www.fh-erfurt.de/soz/so/juedische-sozialarbeit

Alija

Darum bleibe ich

Der 7. Oktober hat unsere Autorin zu einem anderen Menschen gemacht. Und beinahe wäre sie nach Israel ausgewandert. Vieles aber hält sie hier – aus gutem Grund

von Barbara Bišický-Ehrlich  23.07.2026

Interview

»Kiddusch mit Empanadas«

Daniela Rusowsky über die lateinamerikanische Gemeinschaft in Berlin, Melodien aus der Heimat und die Bedeutung von Kabbalat Schabbat

von Mascha Malburg  23.07.2026

Programm

Marathon-Mann, Swingende Hermline und ein festliches Triple in Karlsruhe: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 23. Juli bis zum 30. Juli

 22.07.2026

Projekt

Ein Denkmal für gefallene Soldaten und ermordete Juden

Ein Dorf will mit einer Gedenkstätte an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Das geplante gemeinsame Gedenken an gefallene Soldaten und ermordete Juden ruft ein unterschiedliches Echo hervor

von Jens Bayer-Grimm  21.07.2026

Berlin

Jüdisch, Queer, Selbstbewusst

Der »Pride-Shabbat« des Vereins Keshet Deutschland zeigt auch in diesem Jahr wieder, dass jüdisches und queeres Leben zusammengehören

von Leon Stork  20.07.2026

Pforzheim

Die vergessene jüdische Geschichte der Goldstadt

Vom Schwarzwald aus verkauften Juden einst Schmuck in die ganze Welt. Erst langsam wird diese Geschichte aufgearbeitet. Sie ist nicht immer glänzend – und auch noch nicht vorbei

von Mascha Malburg  20.07.2026

Porträt der Woche

»Ich wollte zum Ursprung«

Richard Ernst konvertierte zum Judentum, wurde Gärtner und Hobbymaler

von Anja Bochtler  18.07.2026

Würdigung

Im Einsatz für die Demokratie

Minister Georg Eisenreich zeichnete Engagierte in Justiz und Polizei mit dem Fritz-Neuland-Gedächtnispreis aus

von Luis Gruhler  18.07.2026

München

Bücher für alle

Der Literaturwissenschaftler Nathan Cohen sprach im Rahmen der Scholem-Alejchem-Reihe über populäre jiddische Literatur in Osteuropa

von Nora Niemann  18.07.2026