Corona-Krise

Alles gecancelt

Foto: Getty Images

Religiöse Veranstaltungen werden aufgrund der Corona-Pandemie bis auf Weiteres nicht mehr stattfinden. Das geht aus den Leitlinien hervor, die die Bundesregierung und die Regierungschefs der Bundesländer am Montag vereinbart haben. Darin heißt es unter anderem, dass »Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften« zu verbieten sind.

Auch die jüdischen Gemeinden und Einrichtungen sagen inzwischen mehrheitlich ihre geplanten Veranstaltungen zum Schutz der Menschen ab. Am Montag meldete die Jüdische Gemeinde Dresden, dass der Vorstand beschlossen hat, seine Tätigkeit auf Homeoffice umzustellen.

Aufgrund des steigenden Risikos durch das Coronavirus werden zunächst bis 31. März die Räumlichkeiten der Gemeinde – das Gemeindezentrum sowie die Synagoge – geschlossen bleiben. Das Sekretariat sowie die Sozialabteilung bleiben unter den üblichen Telefonnummern (zu den üblichen Geschäftszeiten) und E-Mail-Adressen erreichbar:  Sekretariat: Tel. 0351 656 0710, E-Mail sekretariat@jg-dresden.org und Sozialabteilung: Tel. 0351 656 0717, E-Mail soziales@jg-dresden.org

Gesundheitsbehörde Ihren Mitgliedern empfiehlt die Gemeinde, dem Rat der Gesundheitsbehörden in Sachsen sowie bundesweit zu folgen und die hygienischen Schutzmaßnahmen zu beachten, nach Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten, Versammlungen zu vermeiden und auf Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu verzichten.  »Wir wünschen allen Gemeindemitgliedern Gesundheit und Gottes Segen«, heißt es abschließend in der Mitteilung von Vorstand und Verwaltungsleitung der Jüdischen Gemeinde zu Dresden.

Der Wunsch nach Gesundheit ist das zentrale Ziel aller Absagen, auch die der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf: Aufgrund der Corona-Pandemie habe sie einige Maßnahmen und Entscheidungen treffen müssen, so könnten aufgrund der besonderen Herausforderung Fragen nicht immer unmittelbar beantwortet werden. »Wir werden Sie selbstverständlich fortlaufend über die neuesten Entwicklungen auf unserer Website und in den sozialen Medien informieren«, erklären Vorstand und Verwaltung.

Dringende Anfragen können dennoch täglich zwischen 9 Uhr bis 17 Uhr unter der Telefonnummer: 0211 / 469 12 0 bearbeitet werden. Für Notfälle hat die Gemeinde eine eigene E-Mail-Adresse wir@jgdus.de eingerichtet.

Büros und Sozialabteilungen werden weiterhin per Telefon oder E-Mail erreichbar sein.

Das soziale Engagement stehe für die Gemeinde an erster Stelle: »Wir stehen als starke Gemeinschaft gerade in dieser Zeit zusammen und werden unsere Gemeindemitglieder selbstverständlich, im Rahmen des Möglichen, unterstützen. Unsere Sozialabteilung wird Hilfsbedürftigen, beispielsweise bei der Erledigung von Einkäufen und in anderen Notfällen, zur Seite stehen.«

Falls sich Gemeindemitglieder ehrenamtlich engagieren möchten, können diese sich an die obige E-Mail-Adresse wenden. »Wir würden uns sehr freuen, wenn jüngere Gemeindemitglieder für das Wohl und die Versorgung derjenigen Gemeindemitglieder Sorge tragen, die derzeit zuhause bleiben müssen«, heißt es vonseiten des Vorstands.

PessachPakete Von den Absagen sei auch der Pessachseder in der Gemeinde betroffen. Der Vorstand möchte den Gemeindemitgliedern als Ersatz ein kostenloses Pessachpaket zur Verfügung stellen. Eins für jeden Haushalt könne ab sofort bei Lechaim abgeholt werden.

Angebote und Informationen verbindet die Düsseldorfer Gemeinde gleichzeitig mit einer dringenden Aufforderung: »Wir appellieren an die Verantwortung jedes Gemeindemitglieds für sich und seine Mitmenschen und wünschen Ihnen und Ihrer Familie alles Gute und vor allem, dass Sie gesund bleiben!«

Das Ariowitsch-Haus in der Leipziger Hinrichsenstraße bleibt bis zum 19. April geschlossen. Das teilte das Ariowitsch-Team Gästen und Freunden am Dienstag mit. Aufgrund der allgemeinen Lage bezüglich des Coronavirus fänden keine Veranstaltungen und Kurse im Ariowitsch-Haus statt. »Wir versuchen, die ausgefallenen Veranstaltungen zeitnah nachzuholen«, erklärte die jüdische Bildungs-und Begegnungsstätte.

Lehrhaus Die Stiftung Stuttgarter Lehrhaus sagt alle Studiennachmittage und Veranstaltungen bis 30. April ab. »Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden stehen für uns an erster Stelle«, erklärt das Lehrhaus.

Die aktuelle Situation rund um das Coronavirus habe die Absage veranlasst. Denn zum einen gehe es um die Gesundheit der Veranstaltungsbesucher und -besucherinnen und Referenten sowie andererseits um Rücksicht auf die israelischen Referenten, »denen eine Einreise nicht zuzumuten ist und die bei der Rückkehr nach Israel in Quarantäne gehen müssten«. Im April will das Stuttgarter Lehrhaus über das  Programm für Mai und Juni rechtzeitig informieren.

Buchvorstellung Daniela Lewin, Kulturreferentin der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main, cancelt die Termine vom 26. März, an dem das Thema »Extreme Sicherheit: Radikalismus in deutschen Sicherheitsbehörden«, und vom 29. März, an dem der Schriftsteller Maxim Biller sein Buch Sieben Versuche zu lieben vorstellen sollte.

Die Gedenkstätte Sandbostel sagt ihre Jubiläumsveranstaltung zum 15-jährigen Bestehen ab.

Wie in nahezu allen Gedenkstätten in Deutschland und in den verschiedenen Einrichtungen im Landkreis Rotenburg (Wümme) hat auch die Gedenkstätte Lager Sandbostel die angekündigten Veranstaltungen, Vorträge und Rundgänge bis Ende April abgesagt. Dies betrifft auch die Jubiläumsveranstaltung zur 15-jährigen Stiftungsgründung (17. April), die Fachtagung zu den »Todesmärschen im Elbe-Weser-Dreieck« (18. April) und die große Gedenkveranstaltung anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge im Stalag X B (29. April).

Am 29. April plant die Gedenkstätte »in deutlich kleinerem Rahmen« der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge zu gedenken, die in Sandbostel gelitten haben und gestorben sind. Auf den Social-Media-Kanälen kann das Ereignis mitverfolgt werden (Facebook: www.facebook.com/gedenkstaettelagersandbostel; Instagram: www.instagram.de/gedenkstaettelagersandbostel).

Das Jüdische Museum Augsburg Schwaben hat seit Montag auf unbestimmte Zeit geschlossen. Bis auf Weiteres entfallen daher auch alle Führungen und Veranstaltungen, teilt das Museumsteam mit. Diese Maßnahme solle dazu beitragen, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und geschehe zum Schutz des Museumsteams, der Besucher und der Jüdischen Gemeinde. Aktuelle Informationen sind auf der Webseite www.jkmas.de und auf den digitalen Kanälen des Museums auf Facebook und Instagram zu finden.

Abiturprüfung Während auch die jüdischen Schulen geschlossen haben, will das Bundesland Sachsen offenbar an seinem Abiturtermin 22. April festhalten. Auch Abschlussprüfungen an berufsbildenden Schulen, an Ober- und Förderschulen sowie an Fachoberschulen seien nach derzeitigem Stand sicher, erklärte das Kultusministerium am Mittwoch in Dresden. Die Termine der Prüfungen liegen alle nach den Osterferien, die am 19. April enden.

Berlin

Tanzen, trotz allem

Der Israeltag am Wittenbergplatz setzte ein Zeichen der Solidarität, der Lebensfreude – aber auch der Sorge

von Christine Schmitt  30.04.2026

Glosse

Tipps und Tricks für Judenhasser

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Eine Handreichung

von Daniel Neumann  30.04.2026

Düsseldorf

Auschwitz-Museum: Rüttgers erhält Auszeichnung »Light of Remembrance«

Die Auszeichnung würdigt herausragende Beiträge zur Aufklärung über das NS-Konzentrationslager Auschwitz und den Holocaust

 30.04.2026

Erinnerung - 20 Jahre ohne Paul Spiegel

Zum 20. Todestag von Paul Spiegel

Als Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland stand er für Dialog, Klarheit und Verantwortung. Ein Video erinnert an sein Vermächtnis – und daran, warum seine Stimme heute fehlt.

von Jan Feldmann  30.04.2026

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 30. April bis zum 7. Mai

 29.04.2026

Düsseldorf

Zwei Familien, eine Freundschaft

Die Rubinsteins und die Spiegels erlebten wichtige Momente gemeinsam. Erinnerungen an einen Freund

von Herbert Rubinstein  29.04.2026

Erinnern

»Paul, du fehlst«

Vor 20 Jahren am 30. April starb Paul Spiegel. Als Zentralratspräsident hat er das Land geprägt und sich für Verständigung eingesetzt. Wie würde er auf das Heute blicken? Gedanken von Gisèle Spiegel

von Gisèle Spiegel  29.04.2026

Jubiläum

»Wir richten den Blick nach vorn«

Toby Axelrod über 20 Jahre Limmud Deutschland, Herausforderungen und eine ganz besondere Aktion

von Christine Schmitt  28.04.2026

Militär

Für Deutschland kämpfen?

Nach der Schoa war es für Juden unvorstellbar, wieder in einer deutschen Armee zu dienen. Doch wie blickt die jüdische Gemeinschaft heute auf die Bundeswehr?

von Joshua Schultheis  28.04.2026