Religion

»Wir halten uns an das geltende Hygienekonzept«

Rabbiner Andreas Nachama Foto: Mike Minehan

Die Verschärfungen der Corona-Regeln durch Bund und Länder haben nach Einschätzung der Allgemeinen Rabbinerkonferenz bisher keine Auswirkungen.

Das Kultusministerium in Baden-Württemberg erließ eine neue Verordnung für Gottesdienste und Beerdigungen. Sie gilt erst, wenn landesweit die Pandemiestufe 3 festgestellt wird. Für Gottesdienste und Beerdigungen im Freien gilt dann eine Obergrenze von 500 Teilnehmern.

Bei allen Veranstaltungen müssen die Daten der Anwesenden erfasst werden. Das ist neu. Allen Veranstaltern wird empfohlen, für die Teilnahme eine Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Schutzes vorzusehen. Neu ist auch, dass für Bestattungen vorab ein Hygiene-Konzept erstellt werden muss.

»Wir halten uns sehr selbstverständlich an das geltende Hygienekonzept.«

Andreas Nachama, Vorsitzende der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschland

Der Vorsitzende der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschland (ARK), Andreas Nachama, sagte, Synagogenbesucher hielten sich »sehr selbstverständlich« an das geltende Hygienekonzept. »Jeder sitzt an einem ihm zugewiesenen nummerierten Platz, Personen aus einem Haushalt zusammen.« Zwischen allen Besuchern der Synagoge gebe es einen Sicherheitsabstand von etwa zwei Metern.

NÄHE Während des gesamten Gottesdienstes sei der Mund-Nasen-Schutz obligatorisch. »Durch das Sitzen auf nummerierten Plätzen, die in der Anwesenheitsliste vermerkt sind, ließe sich - Gott behüte - auch nachverfolgen, wer in der Nähe eines gegebenenfalls Infizierten gesessen hat.«

Zugleich sagte der Rabbiner der Synagogengemeinde Berlin Sukkat Schalom: »Aber wenn neue verschärfte Anweisungen kommen, werden wir uns damit auseinandersetzen.«

Künftig soll eine Maskenpflicht überall dort gelten, wo Menschen im öffentlichen Raum dichter beziehungsweise länger zusammenkommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder hatten sich am Mittwochabend auf schärfere Regeln bei den Kontakten geeinigt. So soll eine Maskenpflicht überall dort gelten, wo Menschen im öffentlichen Raum dichter beziehungsweise länger zusammenkommen. Alle Bürger sollen grundsätzlich genau abwägen, ob eine private Feier notwendig und vertretbar ist.

GRENZEN In Regionen mit 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern gelten neue Teilnehmergrenzen: 25 Menschen im öffentlichen und 15 im privaten Raum. Einige Bundesländer wollen die Beschränkungen für den privaten Raum nur als Empfehlung formulieren. Sachsen will seine Regeln nicht ändern. Ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern gelten in den betroffenen Regionen weiterhin strengere Regeln.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) appellierte an die Eigenverantwortung. »Wir sind dem Virus nicht hilflos ausgeliefert«, sagte er im Deutschlandfunk. Er erinnerte an die »AHA-Regeln« zu Abstand, Hygiene und Alltagsmasken. Vom derzeitigen Verhalten hänge es auch ab, ob künftig weitere, noch strengere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus beschlossen werden müssten.

Der Eruv kann auch teilweise aus ergänzten bei der Sigi-Feigel-Terrasse

Schweiz

Ein Eruv für Zürich

Unsichtbar im Stadtbild, spürbar im religiösen Alltag. Die größte jüdische Gemeinschaft der Schweiz spannt einen symbolischen Faden – und macht jüdisches Leben sichtbarer

von Nicole Dreyfus  16.01.2026

Talmudisches

Schlechter Atem als Scheidungsgrund

Was unsere Weisen über Mundgeruch wussten

von Detlef David Kauschke  16.01.2026

Rabbi Schalom Scharabi

Jedes Wort eine Intention

Der jemenitische Raschasch ist in unseren Breitengraden kaum bekannt. Dabei hat er schon im 18. Jahrhundert gelehrt, was auch heute wieder gefragt ist: ganz bewusst zu leben – und zu beten

von Vyacheslav Dobrovych  16.01.2026

Waera

Wahre Größe

Mosche blieb stets bescheiden – und ist damit ein Vorbild an vollkommener Demut

von Aviezer Kantor  15.01.2026

Schemot

Mutige Hebammen

Die Tora lehrt, dass Zivilcourage oft im Verborgenen beginnt – bei Menschen, die keine Chronik nennt

von Rabbiner Joel Berger  09.01.2026

Talmudisches

Fledermaus

Unsere Weisen diskutieren: Handelt es sich um ein Kriechtier unter den Vögeln oder einen Vogel unter den Kriechtieren?

von Rabbinerin Yael Deusel  09.01.2026

Piraten

Ahoi vey!

Entführte Rabbiner und Sefarden auf Kaperfahrt: Ein unbekanntes Kapitel jüdischer Geschichte

von Sophie Goldblum  08.01.2026

Wajechi

Wenn Taten Segen bringen

Wie jeder einzelne Mensch durch sein Tun Engel erschaffen kann

von Vyacheslav Dobrovych  02.01.2026

Talmudisches

Sorge dich nicht!

Was unsere Weisen über den Umgang mit Angst und innerer Unruhe lehren

von Detlef David Kauschke  02.01.2026