Sukkot-Tipp Spezial

Regenklamotten in Rosa

Hoffentlich regnet’s dieses Jahr nicht wieder zu Sukkot. Dann kauft Mama nämlich wieder diese Regenponchos aus Plastik bei Aldi. Dann packt sie uns vor dem Essen alle in dicke Pullis und Skisocken. Weil, in einer richtigen Sukka ist es nass UND kalt. Drüber dann die Regenponchos und ab in die Sukka.

Dicht ist so eine Sukka leider nicht. Irgendwo ist immer ein Loch, und meistens sitze ich genau drunter und werde nassgetropft. Am ersten Abend von Sukkot gehen wir zu Talia, da steht die Sukka hinten im Garten, in einem matschigen Winkel. Aber dieser Sukka kann man nicht trauen, sagen meine Eltern, weil Talias Vater zwei linke Hände hat. Ich glaube, dieses Jahr brauche ich an Sukkot einen rosa Regenmantel, einen rosa Regenhut und gestreifte Regenstiefel mit Bommeln und eine rosa Skibrille.

Tscholent Weil, wenn dieses Jahr in Talias Sukka wieder ein Zweig durch das Dach bricht und in den Tscholent fällt, dann tropft die ganze Soße von mir ab. Nicht so wie letztes Jahr, da musste meine ganze Familie mir Tscholent aus den Haaren klauben, und ich hatte überall ölige Flecke auf meinem Kleid. Jedenfalls, unter dem Regenmantel ziehe ich dann meinen rosa Pyjama an, dann kann ich nach dem Essen gleich bei Talia übernachten. Meine Mama meint, auf gar keinen Fall kann ich dort übernachten, und ich soll mir was anderes ausdenken.

Vielleicht ziehe ich stattdessen ganz viele Kleider übereinander an, so wie eine Zwiebel. Als äußere Schicht mein dunkelgrünes Kleid. Ich hasse es. Aber dann bekommt es viele Tscholentflecken ab, und ich bin es endlich los! Wenn der Tscholent aufgegessen ist, ziehe ich das Kleid aus. Als nächste Schicht habe ich mein Lieblingskleid an, von der Hochzeit meiner Cousine in Israel, das ist ganz lang, bis zum Boden, da sieht man nicht, dass ich Skiunterwäsche und Gummistiefel anhabe. Und drunter trage ich trotzdem schon mal einen Pyjama – vielleicht überlegt meine Mama es sich doch anders. Dann übernachte ich doch bei Talia, und wir können in der Sukka frühstücken!

Emmanuelle Edelstein (6). Aufgezeichnet von ihrer Mutter Margalit Edelstein

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