Militärrabbiner

Mit doppeltem Segen

Alexander Nachama (4.v.r.) ist in der Henning-von-Tresckow-Kaserne offiziell in sein Amt als Militärrabbiner eingeführt worden. Foto: David Kauschke

In einer Feierstunde in der Henning-von-Tresckow-Kaserne in Schwielowsee bei Potsdam ist Alexander Nachama am Dienstagnachmittag offiziell in sein Amt als Militärrabbiner eingeführt worden. Bereits seit dem 1. September ist er am Standort des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr im Dienst. Nachama ist einer von derzeit fünf Militärrabbinern bei der Bundeswehr. Der 40-Jährige ist zuständig für den Bereich Berlin und Brandenburg.

Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, Generalleutnant Bernd Schütt, sagte, Nachama habe sich sehr gut eingearbeitet und sei bereits ein fester Bestandteil der Gemeinschaft geworden. »Die jüdische Militärseelsorge an der Seite unserer Soldatinnen und Soldaten, ihrer Familien und Angehörigen zu wissen, erfüllt mich mit Zuversicht und Hoffnung.« Auch für den interreligiösen Dialog sei Nachama eine Bereicherung.

Für die Gesundheit der Seelen sorgen.

Der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland, Daniel Botmann, wandte sich auch an die bei der Amtseinführung anwesenden katholischen und evangelischen Militärpfarrer, als er sagte: »Sie haben die Aufgabe, für die Gesundheit der Seelen der Menschen zu sorgen, die im Zweifel und im Notfall tatsächlich bereit sind, Leib und Leben dafür einzusetzen, dass wir hier in Frieden und Freiheit leben können.«

Militärbundesrabbiner Zsolt Balla sprach von der Notwendigkeit einer starken Bundeswehr, die für Demokratie und Freiheit einstehe. Er überreichte Nachama einen Segensspruch für die Soldaten der Bundeswehr, in dem es heißt: »Gott in der Höhe … gib ihnen die Kraft und den Mut, die Pläne des Feindes zu vereiteln und die Herrschaft des Bösen zu beenden.« Zudem übergab er dem neuen Militärrabbiner auch eine Urkunde mit einem persönlichen Segen.

Einen weiteren Segen erhielt Alexander Nachama von der Vorsitzenden der Allgemeinen Rabbinerkonferenz, Elisa Klapheck, die ihm als Geschenk einen Tallit übergab. Sie wünschte ihm, dass er als Rabbiner in seiner neuen Position jüdische Werte zum Guten für die Gesellschaft zur Wirkung bringen möge.

Die Bundeswehr steht dafür, den Frieden zu erhalten und im Notfall auch zu verteidigen.

Nachama, Jahrgang 1983, ist Sohn des Rabbiners Andreas Nachama und Enkel des früheren Berliner Oberkantors Estrongo Nachama. Er hat eine Ausbildung am Abraham Geiger Kolleg absolviert, wurde 2013 zum Rabbiner ordiniert. Mehrere Jahre war er ehrenamtlicher Vorbeter, später Kantor der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Von 2012 bis 2018 war er Gemeinderabbiner in Dresden, bis August 2023 Landesrabbiner der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen.

In der Stellenausschreibung war von einer »interessanten und abwechslungsreichen Tätigkeit in einem ungewöhnlichen Umfeld« die Rede. Es könne Pionierarbeit beim Aufbau der jüdischen Militärseelsorge geleistet werden.

Militärrabbiner Alexander Nachama freut sich nun, in diesem Sinne tätig zu sein. »Nach fünf Jahren als Landesrabbiner und sechs Jahren als Gemeinderabbiner wollte ich innerhalb des Rabbinats eine neue Aufgabe übernehmen«, sagte er der Jüdischen Allgemeinen. »Die Bundeswehr steht dafür, den Frieden zu erhalten und im Notfall auch zu verteidigen. In diesem Rahmen habe ich mich entschieden, diese Aufgabe zu übernehmen und meinen Beitrag zu leisten.«

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