Chanukka

Licht unseres Glaubens

Die Verbindung mit der Vergangenheit sichert unsere spirituelle Zukunft Foto: Thinkstock

Am Dienstagabend beginnt Chanukka. Dass wir an den acht Tagen des Festes die Lichter entzünden, symbolisiert die beständige und dauerhafte Verbindung zwischen den Juden von einst und heute. Diese Verbindung mit der Vergangenheit kann unsere spirituelle Zukunft sichern.

Wie damals die Hellenisten führen auch heute wieder brutale Gewalttäter Krieg gegen Andersdenkende. Doch auch in Zeiten des islamistischen Terrors erleben wir ermunternde Zeichen. Wir erleben, dass der Glaube in unserer modernen, säkularen Gesellschaft seine Bedeutung nicht verloren hat. Chanukka zeigt, dass unsere Feste und Traditionen gerade in Tagen von Angst und Terror Halt und Orientierung geben können.

bräuche Die Tatsache, dass wir um Begebenheiten, die sich vor Tausenden von Jahren ereignet haben, sowohl trauern als sie auch feiern können, ist nicht nur ein Zeugnis für das jüdische Volk, sondern auch für den Glauben an unsere Sitten und Bräuche, selbst wenn er sich über alle Facetten der Frömmigkeit erstrecken kann – von der säkularen bis zur religiösen.

In einer modernen Welt befolgen wir vielleicht nicht jedes Gebot oder jede traditionelle Überlieferung, aber tief in unserem inneren Kern bleibt das Wesen dessen, was wir sind, so stark wie einst, als die Makkabäer das Joch der heidnischen Unterdrückung abschüttelten, um wieder Stolz und Würde zurückzuerlangen.

Heute erklären wir uns solidarisch mit allen Menschen, die sich nach einer Welt in Frieden sehnen. Unfreiheit, Diktatur und Gewalt waren vielleicht immer ein Bestandteil der Geschichte der Menschheit, aber es war für jene, die das Gemeinwohl verletzen und zerstören wollen, noch nie so »einfach« wie heute, Gewalt auszuüben.

Es ist heute nicht schwer, so scheint es, sich Kriegs- und Massenvernichtungswaffen zu besorgen und riesige Arsenale zuzulegen. Das Wissen um diese möglichen todbringenden Aktionen versetzt uns häufig in Angst und Schrecken.

angst Angesichts der Terrorakte und kriegerischen Auseinandersetzungen ist es schwer, keine Angst zu empfinden. Wir haben Angst um die Sicherheit der Menschen, die wir lieben. Wir sind verletzlicher geworden, unabhängig davon, wo wir leben. Vielleicht auch wütend, dass wir es als Gesellschaft nicht besser machen können. Es ist für jeden von uns an der Zeit, alles dafür zu tun, nicht nur unser Heim und unser Land, sondern auch unsere Welt zu einem sichereren und liebevolleren Ort für alle, die darin leben, zu machen. Die Politik allein kann das nicht schaffen.

Die Herausforderungen sind aber nicht nur politischer Art, sondern sie haben auch einen spirituellen Charakter. Der Glaube ruft uns auf, für unsere Werte – Liebe und Toleranz, Mitgefühl und Frieden – einzutreten, auch wenn die Welt um uns herum vielleicht auf ganz anderem Kurs ist. Er ruft uns dazu auf, eins zu sein mit den Mitgliedern unserer Familie. Eins zu sein mit allen, die wir lieben, und denjenigen, die uns lieben. Wenn wir uns gegenseitig angreifen, wird es die Angst sein, die gewinnt. Wenn wir zueinander stehen, wird die Liebe siegen.

Juden feiern weltweit Chanukka. Damals, vor Generationen, schien es, als würde das Licht unseres Glaubens für immer erlöschen. Wir erzählen in jedem Jahr aufs Neue die Geschichte von Chanukka, als die Menschen im Tempel nur ein kleines Krüglein Öl fanden, um das Licht in der Menora anzustecken. Dieses Öl hätte eigentlich nur für einen Tag gereicht. Aber es reichte doch für acht Tage. Lange genug, um mehr reines Öl herzustellen. Und dies geschah während des Krieges, einer Zeit, in der das Licht des Tempels für alle erstrahlen sollte.

tyrannei Chanukka ist nicht nur Süße und Licht. Es ist eine komplexe Geschichte von Kampf und Opfer, eine Erzählung aus einer Zeit der Angst und des Terrors. Gewaltherrscher versuchten, das Licht des jüdischen Glaubens auszulöschen. Und wieder wurde unser Volk mit Tyrannei und Unterdrückung konfrontiert.

Die Chanukkageschichte ist eine jüdische: Das Leben wird immer Herausforderungen, Sorgen, Gefahren mit sich bringen, aber das jüdische Leben ruft uns trotzdem zum Feiern auf. Dies ist die Botschaft für Chanukka 5778, und es ist eine Botschaft für unsere Zeit.

Wir leben mitten in einer von Bedrückung verdunkelten Welt. Aber wir leben auch in einer Welt, die reichlich Licht für alle birgt. Manchmal scheint es auszugehen. Jedoch: Das Licht erlischt nie! Wir bringen Licht, wenn wir uns begegnen, wenn wir mit unseren Worten und mit unseren Taten den Leuchter der Liebe und Verbundenheit entzünden; wenn wir alle redlichen Menschen auf dieser Welt respektieren und als achtbar und ehrenwert ansehen.

Dunkelheit kann die Dunkelheit nicht vertreiben. Nur das Licht kann das tun. Hass kann den Hass nicht vertreiben. Nur Liebe und Verständigung können das. Was immer das Leben bringen mag, ist unsere Hoffnung, um unserer Kinder und unserer Welt willen, dass wir Liebe und Toleranz unser Leben führen lassen. Und Licht schenken, wo auch immer wir können.

Chabad

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