Israel

Klagemauer wieder frei von Gebetszetteln

Die Klagemauer in Jerusalem Foto: picture alliance /

Die Klagemauer in Jerusalem ist wieder ohne Gebetszettel. Mitarbeitende der für das jüdische Heiligtum zuständigen Western Wall Heritage Foundation nahmen am Sonntag Tausende Zettel ab, die Beter und Besucher in den vergangenen Monaten in die Mauerritzen gesteckt hatten, wie die Zeitung »Jerusalem Post« am Sonntagabend berichtete.

Damit wird jeweils vor Rosch Haschana Platz geschaffen für neue Gebetsanliegen. Traditionell werden die Gebetszettel an der wichtigsten jüdischen Stätte jeweils vor Rosch Haschana und Pessach abgenommen.

Die Aktion erfolgt den Vorschriften der Halacha nach mit Handschuhen und Einweg-Holzwerkzeugen. Über einen Zwischenstopp in der Genisa, dem Depot für ausrangierte heilige Schriften, werden sie nach jüdischer Tradition auf dem Ölberg beerdigt.

Segnungen und Frieden Der für die Klagemauer zuständige Rabbiner Schmuel Rabinowitz begleitete die Aktion mit Gebeten für die Einheit des jüdischen Volkes sowie für die Beter, die ihre Anliegen in den Mauerritzen anbrachten. »Mögen dieses Jahr und seine Flüche enden und das neue Jahr und seine Segnungen beginnen - schenke dem Land Frieden«, so Rabinowitz laut Bericht.

Der Brauch, Gebetszetteln in die Klagemauer zu stecken, reicht nach Angaben der Western Wall Heritage Foundation mindestens drei Jahrhunderte zurück. Unter anderem wurden Gebetszettel auch in Mauerritzen in den Tunneln entlang der Klagemauer gefunden. kna

Wale

Leviathan in der Ostsee

Die Aufregung um »Timmy« zeigt: Riesige Meerestiere faszinieren die Menschen bis heute. Schon die Gelehrten im Talmud hatten ihre Theorien über die Bewohner der Tiefe

von Vyacheslav Dobrovych  01.05.2026

Talmudisches

Richtig beten

Kawana: Eine bestimmte geistige Haltung ist Vorbedingung für das innere Gespräch mit G’tt

von Yizhak Ahren  01.05.2026

Feiertage

Besondere Zeiten

Die Tora möchte, dass wir uns immer wieder aus unserer Routine lösen, um uns mit unseren Mitmenschen zu verbinden

von Miksa Gáspár  01.05.2026

Forschung

Der Fuchs, die Gans und der Rambam

Eine Illustration in der Kölner Abschrift der »Mischne Tora« scheint auf das Volkslied anzuspielen. Doch dies entstand viel später

von Lorenz Hegeler  30.04.2026

Berlin

»Ich will mich nicht verstecken«

Ron Dekel wurde angepöbelt, weil er eine Kippa trug. Ein Video davon ging viral, er wurde im Netz beleidigt, man lauerte ihm vor der Synagoge auf. Hier spricht der Präsident der Studierendenunion darüber, was ihm passiert, seitdem er sich sichtbar als Jude zeigt

von Mascha Malburg  27.04.2026

Talmudisches

Kraft der Gemeinschaft

Was unsere Weisen über Zusammenhalt lehren

von Rabbiner Avraham Radbil  24.04.2026

Geschichte

Als die Zeit stillstand

Während der Schoa hatten viele Juden keinen Zugang zu einem jüdischen Kalender. Trotz allem fanden sie Wege, um in den Lagern oder im Versteck den Schabbat und die Feiertage einzuhalten

von Valentin Suckut  24.04.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« kooperiert mit katholischer »Tagespost«

Ein Zeichen gegen Antisemitismus: »Die Tagespost« legt ihren Abonnenten die »Jüdische Allgemeine« kostenlos bei. Hinter der Aktion steckt unter anderem ein rundes Jubiläum

von Hannah Krewer  23.04.2026

Acharej Mot – Kedoschim

Feuer aus Menschenhand

Heiligung entsteht nicht im Rückzug ins Himmlische, sondern im gestaltenden Eingreifen in die Welt

von Rabbiner Salomon Almekias-Siegl  23.04.2026