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Innen und außen friedlich

Andreas Nachama, Vorsitzender der Allgemeinen Rabbinerkonferenz (ARK) Foto: Chris Hartung

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Innen und außen friedlich

Wir beten in diesem Jahr nicht nur für Sicherheit in Israel, sondern für alle Menschen und Länder

von Rabbiner Andreas Nachama  23.09.2022 13:24 Uhr

Rosch Haschana 5783 findet zu Zeiten eines offenen Krieges auf unserem Kontinent statt. Ob wir warm und ohne »Volksaufstände« durch den Winter kommen, liegt in Gottes Hand: Wir beten in diesem Jahr also nicht nur insbesondere für Sicherheit und Frieden in und um Israel und das Land, in dem wir wohnen, sondern auch für alle Menschen und Länder auf unserem Kontinent.

Raschi hat vor circa 1000 Jahren in seinem Torakommentar geschrieben, »Sch’kol Israel arewin seh la-seh« – wir Juden haften füreinander. Das heißt einerseits, dass wir von unserer Umgebungsgesellschaft (leider immer wieder) in Kollektivhaftung genommen werden, andererseits, dass wir einander auch zu Solidarität verpflichtet sind.

Aus gegebenem traurigen Anlass möchte ich als Vorsitzender der Allgemeinen Rabbinerkonferenz feststellen, dass von einem anerkannten Beit Din ins Judentum Konvertierte und in ihrem jüdischen Status Festgestellte genauso wie von einer jüdischen Frau Geborene Juden sind, soweit sie sich dazu bekennen. Es mag noch einige Sonderbestimmungen wie zum Beispiel für Kohanim und Leviten geben, die in einigen Synagogen Sonderrechte genießen und gegebenenfalls auch besondere Pflichten haben, aber grundsätzlich sind alle religiös volljährigen Juden gleichberechtigt und gleichermaßen als Juden respektiert – Mann wie Frau wie Diverse.

busstage Und so bitte ich zu Beginn der Zehn Bußtage, die an Erew Rosch Haschana beginnen, für ein gutes neues Jahr in Frieden im Inneren wie im Äußeren, ja alle Beteiligten und Beobachtenden an allen Vorgängen und Vorkommnissen, die uns in den letzten Monaten so sehr beschämt und beschäftigt haben, mit dem Text aus dem 3. Buch Mose 19, 16–18: »Gehe nicht als Verleumder in deinem Volk herum. Stehe nicht zurück bei der Gefahr deines Nächsten. (…) Hasse deinen Bruder nicht im Herzen. (…) Du sollst dich nicht rächen, auch nicht Zorn halten gegen die Kinder deines Volkes, liebe deinen Nächsten, so wie du dich selbst liebst. Ich, der Ewige.«

Wir alle haben uns also viel zu vergeben: Übertretungen gegen Gott, dafür bitten wir Ihn um Verzeihung. Böse Worte gegen unsere Mitmenschen aber müssen wir versuchen, im gegenseitigen Einvernehmen wiedergutzumachen. Wir sollten uns alle ernsthaft darum bemühen! Dann kann das neue Jahr auch in unseren Gemeinden zum Schlom Bajit – zum wirklichen Hausfrieden – führen! Bleiben Sie alle gesund und von Ihm behütet! Frieden landauf und landab! Sie alle mögen für ein gutes Jahr eingeschrieben und besiegelt werden! Ein gutes neues Jahr, beten Sie sich alles Gute aus!

Der Autor ist Vorsitzender der Allgemeinen Rabbinerkonferenz (ARK).

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