Ethik

Gemeinsam gegen »Euthanasie«

Initiator der interreligiösen Erklärung: Rabbiner Avraham Steinberg Foto: Flash 90

Das Großrabbinat von Israel, der Vatikan und eine muslimische Organisation aus Indonesien haben sich in einer gemeinsamen Erklärung gegen »Euthanasie« und assistierten Suizid gewandt. Dazu unterzeichneten Vertreter am Montag im Vatikan eine interreligiöse Erklärung zum Umgang mit sterbenskranken Patienten. Darin wirbt das achtseitige Positionspapier dafür, Palliativmedizin zu stärken sowie für die Gewissensfreiheit von Ärzten und Pflegern.

»Euthanasie und assistierter Suizid sind von Natur aus und in der Konsequenz aus moralischer wie religiöser Sicht falsch und sollten ausnahmslos verboten werden. Jeglicher Druck auf Todkranke, ihr Leben durch aktives und vorsätzliches Handeln zu beenden, wird kategorisch abgelehnt«, heißt es in dem Papier.

»Euthanasie und assistierter Suizid sind von Natur aus und in der Konsequenz aus moralischer wie religiöser Sicht falsch und sollten ausnahmslos verboten werden.«

grenzen Mit Blick auf medizinische Entwicklungen heißt es andererseits, Behandlungen seien nur dann gerechtfertigt, wenn sie eine mögliche Besserung bringen könnten. Es gelte hier immer abzuwägen, inwiefern lebensverlängernde oder erhaltende Maßnahmen noch wirklich im Sinne des menschlichen Lebens stünden oder ob diese ihre Grenzen erreicht hätten. Wenn trotz entsprechender Behandlungen der Tod eines Patienten bevorstehe, sei die Entscheidung gerechtfertigt, »gewisse medizinische Behandlungen, die nur ein prekäres Leben des Leids verlängern würden, einzustellen«, heißt es in dem Dokument.

Von jüdischer Seite wurde die gemeinsame Verlautbarung von einem Vertreter des Oberrabbinats Israels und von muslimischer Seite von einem Vertreter der Ulema Indonesiens ratifiziert. Auch weitere Vertreter der drei Religionen unterzeichneten das Dokument. Für die katholische Kirche waren drei Kurienkardinäle sowie Erzbischof Vincenzo Paglia, Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, anwesend. Auch ein Vertreter des russisch-orthodoxen Metropoliten Hilarion nahm an der Zeremonie teil.

Die interreligiöse Erklärung entstand aufgrund eines Vorschlags des Ko-Präsidenten des Nationalen israelischen Bioethikrats, Rabbiner Avraham Steinberg, an Papst Franziskus, wie der Vatikan mitteilte. Erarbeitet wurde das Papier im Auftrag des Papstes von einer interreligiösen Gruppe unter Leitung der Päpstlichen Akademie für das Leben.  kna

Stiftungsgründung

Zentralrat der Juden ordnet Rabbinerausbildung neu

Das Abraham Geiger Kolleg und das Zacharias Frankel College sollen durch eine neue Trägerstruktur abgelöst werden - mit Unterstützung der staatlichen Zuwendungsgeber

 26.02.2024

Konferenz «Der 7. Oktober»

Jüdische Fundamentalisten wollen wieder in Gaza siedeln

Messianisches Judentum sei anders als der Zionismus von Herzl

 24.02.2024

Tezawe

Ewiges Licht

Bereits im Wüstenheiligtum sollten die Israeliten für eine beständige Beleuchtung sorgen

von Rabbiner Joel Berger  23.02.2024

Talmudisches

Parfum

Was unsere Weisen über gute Gerüche lehren

von Vyacheslav Dobrovych  23.02.2024

Patrilinearität

Vom Stamme Israels

Die rabbinische Debatte über den Umgang mit Menschen, die nur einen jüdischen Vater haben, ist nicht so eindeutig, wie häufig angenommen

von Benjamin Schapiro  22.02.2024

Tradition

Erlebtes Wunder

Weltweit feiern jüdische Gemeinden neben dem Purimfest einen Tag, an dem sie selbst einer Katastrophe entkommen sind. Aus halachischer Sicht gibt es gute Gründe dafür

von Rabbiner Dovid Gernetz  21.02.2024

Teruma

War es ein Einhorn?

Die Tora berichtet, das Stiftszelt sei mit dem Fell des Tachasch bedeckt worden. Welches Tier ist gemeint?

von Chajm Guski  15.02.2024

Talmudisches

Haschems Kinder

Die Weisen der Antike entschieden immer nach Rabbi Jehuda – mit einer Ausnahme

von Rabbiner Avraham Radbil  15.02.2024

Lesezyklus

Keine drei Tage ohne Tora

Wann in der Synagoge aus der heiligen Schrift vorgelesen wird, steht bereits seit Jahrtausenden fest

von Rabbiner Avraham Radbil  15.02.2024