Pessach-Putz

Das bisschen Haushalt

Stellen Sie sich vor, Sie seien Sklavin in Ägypten. Denken Sie daran, wie wundervoll es sein wird, wenn G’tt Sie erlöst! Foto: Thinkstock

Wenn Sie Putzen, Aufräumen, Schrubben, Polieren und Staubwischen lieben, ist dieser Artikel nichts für Sie. Ignorieren Sie ihn und genießen Sie Ihre Zeit mit Sidolin und Meister Proper.

Aber wenn es Ihnen geht wie mir, wenn Sie der Gedanke an Hausputz sowie Schrank- und Schubladen-Aufräumen einen ganzen Monat lang in Angst und Schrecken versetzt und Sie sich in alle möglichen anderen Projekte stürzen, um sich bis zur allerletzten Minute von dieser Furcht erregenden Aufgabe abzulenken, dann lesen Sie bitte weiter!

Ich freue mich nicht aufs Putzen und Aufräumen, und ich bin keine gute Hausfrau. Aber weil mein Gehirn ziemlich geradlinig und lösungsorientiert arbeitet, habe ich im Laufe der Jahre einige bewährte Tricks entwickelt, mit deren Hilfe selbst die schlechteste Hausfrau ohne allzu offensichtliche Anzeichen von posttraumatischem Stress den Sederabend genießen kann.

Hilfe Holen Sie sich Hilfe: Delegieren Sie die Aufgaben an andere, wo immer es möglich ist, und heuern Sie so viele professionelle Kräfte an, wie Sie sich leisten können. Pessach ist nicht die Zeit, jeden Pfennig zweimal umzudrehen. Eine Traumatherapie kostet mit Sicherheit mehr.

Mit »delegieren« meine ich nicht Ihre eigenen Kinder oder Ihren Mann. Die Kinder können und sollten einbezogen werden, um ihr eigenes Zimmer sauber zu machen oder Ordnung in ihren Kram zu bringen, aber sie sind ein schlechter Ersatz für echte Putzhilfen – das heißt Leute, bei denen Sie sich darauf verlassen können, dass sie den Job ganz nach ihren Anweisungen erledigen.

Wenn Sie aber vorhaben, Studenten und Singles zum Sederabend oder zu einer anderen Mahlzeit einzuladen, fragen Sie sie rechtzeitig, ob sie in den Wochen vor Pessach ein paar Stunden opfern könnten, um beim Aufräumen einer Schublade oder eines Speisekammerregals zu helfen.

Fitnessstudio Gehen Sie raus: Stellen Sie sicher, dass Sie mindestens einmal pro Tag das Haus verlassen, um etwas zu tun, das nichts mit Putzen zu tun hat. Gehen Sie ins Fitnessstudio, besuchen Sie einen Tora-Kurs, treffen Sie eine Freundin zum Kaffee. All das ganz ohne Schuldgefühle. Lassen Sie sich bloß nicht von Bemerkungen wie: »Ach so, Sie verreisen wohl über Pessach« nervös machen.

Putzen als spirituelle Übung: Nutzen Sie das Großreinemachen zu Pessach als Metapher für spirituelle Betätigungen. Wenn Sie den Kühlschrank schrubben oder eine Schublade säubern, stellen Sie sich vor, Sie säubern Ihren Geist von Schmutz, Schlacke, Ausschweifung, schlechten Neigungen, Kleingeist, Wut, Eifersucht und so fort. (Ich habe es selbst noch nicht ausprobiert, glaube aber, dass eine Menge Potenzial in dieser Idee steckt.) Wenn Ihnen das Spirituelle nicht so liegt, können Sie sich vorstellen, Sie seien Sklavin in Ägypten – und wie wunderbar es sein wird, wenn G’tt Sie erlöst!

MP3-Player Und als intellektuelle Übung: Laden Sie so viele Kurse wie möglich auf Ihren MP3-Player oder Ihren Computer und hören Sie zu, während Sie putzen, bleichen, wischen und keimfrei machen, während Sie kochen und backen. Bis zum heutigen Tag verbinde ich die letzten Tage vor Pessach mit der lauten Stimme von Rabbi Avigdor Miller, die von dem alten Tonbandgerät dröhnte. Mein Vater hatte es in die Küche gebracht, um die schweren Kaschrut-Arbeiten zu überleben. Wenn Sie aber lieber gute Musik im Hintergrund hören statt einen Audiokurs – nur zu!

Gehen Sie gezielt an die Sache heran: Wichtig ist, sich daran zu erinnern, dass es nicht um ein Frühjahrsreinemachen geht. Das Hauptaugenmerk für den Pessach-Putz liegt auf der Entfernung des Chametz. Wenn Sie sich darauf konzentrieren, werden Sie es überleben, und nach Pessach können Sie dann all die anderen Dinge erledigen, die Sie nicht mehr geschafft haben.
Prioritäten zu setzen und organisiert zu bleiben, gibt Ihnen ein Gefühl von Kontrolle – das ist sehr wichtig für die geistige Gesundheit.

Rückwärts zählen Nehmen Sie Ihren Terminkalender zur Hand und zählen Sie vom Sederabend rückwärts die Anzahl der Tage, die Sie zum Kochen brauchen. Nehmen Sie an, dass Sie bis zum Tag vor Pessach die ganze Küche vollständig »umgepolt« haben.

(»Umgepolt« ist jener Moment absoluter Glückseligkeit, wenn die Küche vollständig chametz-frei ist, wenn Pessach-Töpfe und -Pfannen, Pessach-Geschirr und -Besteck aus ihrem Winterschlaf im Schrank geholt wurden, wenn alle Pessach-Lebensmittel und -Zutaten gekauft, wenn alle Arbeitsflächen, die mit Essen in Kontakt kommen, zugedeckt sind, wenn der Ofen und alle Herdplatten geputzt und kascher le-Pessach gemacht worden sind.

Und dann … warten Sie, wissen Sie was? Werfen Sie doch einfach einen kurzen Blick in meinen Terminkalender. Freitag, 3. April: Sederabend. Dienstag, 31. März bis Donnerstag, 2. April: Milchprodukte und Gemüse einkaufen, kochen und einfrieren. Während dieser Tage können Ihre Kinder oder andere Helfer die Möbel und Wände im Wohnzimmer und Esszimmer reinigen.

Mülleimer Sonntag, 29. März: Umpolung. Freitag, 27. März: Topfschubladen reinigen. Donnerstag, 26. April: Besteckschubladen und Mülleimer putzen, haltbare Lebensmittel einkaufen. Mittwoch, 25. März: Gewürzregal und ein Regal in der Speisekammer putzen. Dienstag, 24. März: Zwei Regale in der Speisekammer putzen. Montag, 23. März: Schränke in der Küchen-Insel putzen und aufräumen.

Sonntag, 22. März: Geschirrschränke reinigen. Freitag, 20. März: Gefrierschrank und Kühlschrank reinigen. Donnerstag, 19. März: Tiefkühltruhe im Obergeschoss reinigen und Fleisch und Huhn bestellen. Noch bis zum 19. März können Sie so frei sein und nach Herzenslust Ihren Frühjahrsputz machen! Ups, aber das ist ja schon heute ...

Tempo Natürlich haben alle Menschen ihr eigenes Tempo und ihre eigene Persönlichkeit. Was ich beschrieben habe, ist nur, wie es bei mir funktioniert. Eine Freundin von mir putzt eine Woche vor Pessach die ganze Küche in drei Tagen und verreist dann für zwei Tage mit der Familie. So kommt sie erholt und voller Energie zwei Tage vor dem Seder zurück und kocht von morgens bis nachts.

Solange Sie die meiste Zeit über all die Dinge tun, die Ihnen Freude bereiten, und Ihnen noch genug Zeit bleibt, um das echte Chametz aus Ihrer Wohnung zu entfernen, werden Sie nicht untergehen ... und vielleicht sogar Spaß dabei haben. Ich wünsche einen fröhlichen Pessach-Putz!

Übersetzung und Abdruck mit freundlicher Genehmigung von www.aish.com

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