Meinung

Zellen fürs Leben

Er sei ein neuer Frankenstein, sagen die einen, er spiele Gott, die anderen – was ja nicht ganz dasselbe ist. Tatsache bleibt, dass dem US-Biochemiker Craig Venter, der vor einigen Jahren bereits die menschliche DNA entziffert hat, ein weiterer wissenschaftlicher Durchbruch gelungen ist: Er hat im Labor künstliches Erbgut hergestellt, in einen Einzeller verpflanzt und somit das erste künstliche Bakterium erzeugt. Ein unzulässiger Eingriff in die Schöpfung? Während der Vatikan sich erstaunlich positiv über Venters Forschungserfolg geäußert hat, kommen die Einwände hierzulande von den üblichen Bedenkenträgern in Fortschrittsfragen: von Greenpeace, der SPD – und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der Präsident des EKD-Kirchenamtes, Hermann Barth, berief sich im Hinblick auf Venters Entdeckung etwa auf »jüdische Weisheit«, indem er aus dem Buch Jesus Sirach zitierte: »Strebe nicht nach dem, was zu hoch ist für dich, und frage nicht nach dem, was deine Kraft übersteigt.« Falsch! Das Judentum steht dem Streben nach Höherem in der Wissenschaft positiv gegenüber – vor allem dann, wenn es das menschliche Leben verbessert. Und genau dies könnte Venters Entdeckung bewirken. Sie könnte die Medizin, Nahrungserzeugung und Energiegewinnung revolutionieren.

Jerusalem/New York

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Kommentar

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Debatte

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New York

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Berlin

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 23.09.2026