Berlin

Zahl der judenfeindlichen Straftaten steigt erneut 

Israelfeindliche Schmierereien an einer Gebäudewand in Berlin-Neukölln Foto: picture alliance/dpa

Die Zahl der antisemitischen Straftaten in Berlin ist auch im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Die Polizei registrierte 2267 dieser Taten, darunter zahlreiche Propagandadelikte, Sachbeschädigungen, Volksverhetzungen, aber auch Gewalttaten. Bei einem großen Teil der Taten gibt es einen Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten. Das geht aus einer Antwort von Polizei und Senat auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg hervor. Der »Tagesspiegel« hatte berichtet.

Im Vorjahr 2024 lag die Zahl der offiziell erfassten antisemitischen Straftaten mit 1.825 noch deutlich niedriger. 2023, im Jahr des Überfalls der Terrororganisation Hamas auf Israel, waren es 900 Taten. In den Vorjahren jeweils weniger als 500.

Von den mehr als 2260 antisemitischen Straftaten in der Polizeistatistik des vergangenen Jahres ordnete die Polizei den größten Teil (1484) dem Bereich »Ausländische Ideologie« zu, der meist im Zusammenhang mit Israel und Gaza steht. Viele Delikte geschahen auch bei Demonstrationen für Palästina.

Lesen Sie auch

Hinzu kamen fast 350 Taten mit der Motivation der Täter »Religiöse Ideologie«, die überwiegend Islamisten zugerechnet werden. Der Rechtsextremismus spielte mit 327 Fällen eine geringere Rolle. Die Verteilung gilt auch für die insgesamt erfassten 64 registrierten Gewalttaten, von denen 49 der »Ausländischen Ideologie« zugeordnet wurden.

Schlüsselburg: Hohe Zahl ist beschämend

Der Abgeordnete Schlüsselburg, der früher zur Partei Die Linke gehörte und dann auch wegen des Umgangs seiner alten Partei mit Israel und dem Nahostkonflikt zur SPD wechselte, nannte die hohe Zahl der Straftaten »beschämend« und betonte: »Gerade hier, in der Stadt, in der das Menschheitsverbrechen der Shoah geplant und befohlen wurde, tragen wir eine besondere historische Verantwortung jüdisches Leben zu schützen.«

Antisemitismus sei kein Randphänomen und kein Problem nur einer politischen Richtung. »Er zeigt sich im Kiez, an Schulen und Universitäten, in Vereinen, Verbänden und auch im politischen Raum.« Wer jüdisches Leben angreife oder bedrohe, greife die Demokratie an. »Dem dürfen wir weder mit Gleichgültigkeit noch mit Relativierungen begegnen.« dpa

Leipzig

Wie der MDR auf die Ankündigungen der AfD reagiert

Der MDR stellt sich auf juristische Auseinandersetzungen im Fall eines Wahlsiegs der AfD in Sachsen-Anhalt ein

von Katharina Rögner  12.07.2026

Washington

Trump-Freund und Israel-Unterstützer: Senator Lindsey Graham ist tot

Gerade hatte der US-Republikaner Graham noch Kiew besucht, im November wollte er sich erneut zur Wahl stellen. Nun ist der langjährige Senator überraschend gestorben

 12.07.2026

Meinung

Wenn die Brandmauer bröckelt

Immer öfter erlebt unser Autor, dass die rechtsextreme AfD selbst in der gesellschaftlichen Mitte verharmlost wird. Ein persönlicher Erfahrungsbericht aus Düsseldorf

von Jacques Abramowicz  12.07.2026

Interview

Karin Prien: »Würde mit Davidstern-Kette nicht in bestimmte Stadtviertel«

Die Bundesfamilienministerin (CDU) über Einsparungen in ihrem Ressort, das Programm »Demokratie leben« und ihre persönliche Betroffenheit vom wachsenden Antisemitismus in Deutschland

von Alexander Riedel, Birgit Wilke  12.07.2026

Magdeburg

Die AfD und ihr Plan für Sachsen-Anhalt

Jubel für Ulrich Siegmund, Vorwürfe gegen die CDU und ein 100-Tage-Plan mit radikalen Forderungen – was die AfD in Sachsen-Anhalt nach der Landtagswahl vorhat

von Christopher Kissmann  12.07.2026

Teheran

Iranische Tageszeitung fordert Rache – auch gegen Merz

Die iranische Zeitung »Hamshahri« ruft in einer Online-Grafik zu Vergeltung gegen westliche Politiker auf. Darunter sind auch europäische Regierungschefs abgebildet

 12.07.2026

Maskat

Oman meldet Drohnenangriffe nahe Straße von Hormus

Der Oman hat sich im Iran-Krieg um eine möglichst neutrale Haltung bemüht, wurde aber auch selbst zum Ziel von Angriffen. Jetzt meldet das Land neue Drohnenangriffe

 12.07.2026

Meinung

Reformprogramm der Bundesregierung: Auf schmalem Grat

Ein Sozialstaat, der Sicherheit verspricht und Misstrauen praktiziert, ist ein Signal für jene Kräfte, die von Angst und Spaltung leben

von Günter Jek  12.07.2026

Erfurt

Voigt: Gespräch über Simson-Sonderstatus mit der EU

Die auf eine jüdische Familie zurückgehenden Simson-Mopeds sind mehr als DDR-Nostalgie: Sie können mit Tempo 60 fahren und verheißen jungen Leuten Mobilität. Doch Reimporte müssen langsamer fahren. Worin das Problem liegt

 12.07.2026