Diplomatie

»Wir teilen die Sorge um Israels Sicherheit«

Frank-Walter Steinmeier und Reuven Rivlin am Dienstag im Berliner Schloss Bellevue Foto: dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Israel die Solidarität Deutschlands hinsichtlich seiner Sicherheit bekräftigt, insbesondere mit Blick auf den Iran. »Wir teilen die Sorge um die Sicherheit Israels«, sagte er am Dienstag nach einem Gespräch mit dem israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin in Berlin.

»Wir teilen mit Israel das Ziel, die Entwicklung und den Erwerb von nuklearen Waffen durch den Iran auszuschließen.« Deutschland teile auch die Sorge über die regionale Rolle des Iran und über sein Raketenprogramm.

ENTSCHLOSSENHEIT Rivlin – der gemeinsam mit dem Generalstabschef der israelischen Streitkräfte, Aviv Kochavi nach Berlin gekommen war – sagte, die extremen Kräfte im Iran drohten gerade die Stabilität in der Region aus dem Gleichgewicht zu bringen. An ihrer Spitze stehe der Iran.

»Die internationale Gemeinschaft muss mit entschiedener Stimme und kompromisslos gemeinsam gegen die atomare Erstarkung Irans stehen.« Das gelte auch für die Unterstützung des Iran für Terrororganisationen, die Israel und die Stabilität in der Region bedrohten. »Wir verlassen uns auf unsere Freunde in Europa.«

»Das zionistische Gebilde ist wie Krebs, es muss ausgemerzt werden«, heißt es immer wieder von führenden Vertretern der iranischen Regierung.

Die Auslöschung Israels und die »Befreiung Palästinas« gehören seit über 40 Jahren zur außenpolitischen Doktrin der Islamischen Republik Iran. Die iranische Führung droht dem jüdischen Staat regelmäßig mit seiner Vernichtung. »Das zionistische Gebilde ist wie Krebs, es muss ausgemerzt werden«, heißt es immer wieder von führenden Vertretern der iranischen Regierung.

HERZLICH Steinmeier empfing Rivlin als erstes Staatsoberhaupt in diesem Jahr im Schloss Bellevue. Beide Präsidenten betonten ihre seit Jahren gewachsene persönliche Freundschaft. Rivlin dankte Steinmeier für diese »echte Freundschaft«. Diese sei »ein Zeugnis für die herzlichen Beziehungen, die sich in den vergangenen Jahren zwischen unseren Völkern entwickelt haben«.

Steinmeier sagte: »Es ist, glaube ich, eine Freundschaft, von der ich sagen darf, dass sie mittlerweile auch unabhängig von Amtsperioden ist und die Zeit unserer beruflichen Verpflichtungen überdauern wird.«

Eigentlich war im Frühling vergangenen Jahres auch ein Staatsbesuch Steinmeiers in Israel geplant.

Steinmeier war zuletzt im Januar vergangenen Jahres in Israel. Als erstes deutsches Staatsoberhaupt hielt er beim World Holocaust Forum in Yad Vashem eine Rede. Am 75. Jahrestag der Befreiung der Überlebenden des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz trafen er und Rivlin sich wieder und gedachten der Millionen vom NS-Regime ermordeten Juden. Von Auschwitz aus flogen sie gemeinsam nach Berlin, wo sie im Bundestag die Gedenkreden zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus hielten.

Eigentlich war im Frühling vergangenen Jahres auch ein Staatsbesuch Steinmeiers in Israel geplant. Dieser wurde wegen der Corona-Pandemie verschoben. Beide Staatsoberhäupter äußerten in Berlin die Hoffnung, dass dieser Besuch vor dem Ende von Rivlins Amtszeit im kommenden Jahr nachgeholt werden kann. dpa/ja

Lesen Sie mehr dazu in unserer nächsten Printausgabe.

Nahost

IDF reagieren auf Angriffe mit Gegenschlägen in Gaza

Kommandeure der Terrororganisationen Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad wurden nach den Angriffen ins Visier genommen

 16.01.2026

New York

AJC: Demonstranten im Iran nicht im Stich lassen

Die internationale Gemeinschaft trage die Verantwortung, »in Solidarität mit dem iranischen Volk zu handeln«, so die jüdische Organisation

 16.01.2026

Kunstakademie Düsseldorf

Jüdische Organisationen verlangen Absage von Veranstaltung mit Terror-Unterstützerin

Das Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender und die WerteInitiative schließen sich der Forderung der CDU in NRW an

 16.01.2026

Moskau/Jerusalem

Putin spricht mit Netanjahu: Vermittlung zu Iran?

Russland will mitmischen: In Gesprächen mit dem Ministerpräsidenten Israels und dem iranischen Präsidenten bietet sich Putin als Vermittler an. Was steckt hinter dem diplomatischen Vorstoß?

 16.01.2026

Berlin

Bündnis fordert von Bundesregierung: Protestierer im Iran unterstützen, Regime isolieren

Zu den Unterzeichnern einer entsprechenden Petition gehören auch Prominente wie die Schauspielerin Uschi Glas

von Imanuel Marcus  16.01.2026

Gastbeitrag

Wie Europas Parlamentarier über Israel denken

Der Blick europäischer Politiker auf Israel hat sich gewandelt, wie die jüngste ELNET-Befragung von europäischen Politikern zeigt

von Carsten Ovens  16.01.2026

Tel Aviv

Israelische Experten rechnen mit neuer Protestwelle im Iran

Tausende Tote, brutale Repression – doch israelische Experten sehen den Protestgeist im Iran nicht als gebrochen. Droht der Führung in Teheran ein neuer Schub zivilen Ungehorsams?

 16.01.2026

USA

Fall Mahmoud Khalil: Abschiebung wieder möglich

Die Trump-Administration erzielt in einem aufsehenerregenden Einwanderungsverfahren einen juristischen Erfolg

 16.01.2026

Berlin

Jungpolitiker fordern entschlossenes Handeln gegen iranisches Regime

Mehrere Parteijugenden schließen sich der Forderung des Jungen Forum der DIG nach einem entschlossenen politischen Handeln der Bundesregierung und der EU an – mit dem Ziel eines Regimewechsels in Teheran

 16.01.2026