Wadephul in Washington

»Wir stehen zu Israel«

Außenminister Minister Johann Wadepuhl vor (CDU) dem Jüdischen Museum in Washington, wo vergangene Woche zwei Mitarbeiter der israelischen Botschaft ermordet worden waren. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Außenminister Johann Wadephul hat im US-Fernsehen die Israel-Politik der Bundesregierung verteidigt. »Wir stehen zu Israel«, sagte der CDU-Politiker auf Englisch beim Sender Fox News. Auf die Frage der Moderatorin, ob Deutschland aktuell eine Kehrtwende gegenüber Israel vollziehe, antwortete Wadephul: »Wir sind für die Sicherheit und die Existenz Israels verantwortlich. Wir haben Waffen geliefert und werden das auch in Zukunft tun.«

Gleichzeitig betonte er die schwierige Lage der Zivilbevölkerung im Gazastreifen: »Die humanitäre Lage für die Menschen in Gaza ist sehr schlimm. Deshalb ist unsere Bitte an Israel, humanitäre Hilfe in den Gazastreifen zu lassen.« Diese Erwartung habe man unmissverständlich formuliert. An der Solidarität mit Israel ändere das jedoch nichts.

Der Außenminister hält sich derzeit zu Gesprächen in der US-Hauptstadt Washington auf. Vor dem Jüdischen Museum gedachte Wadepuhl auch der beiden Mitarbeiter der israelischen Botschaft, die dort in der vergangenen Woche ermordet worden waren. Zu Gesprächen traf er unter anderem seinen amerikanischen Amtskollegen Marco Rubio. Die Reise dient auch der Vorbereitung eines USA-Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Merz und Wadephul hatten zuletzt den Tonfall gegenüber der israelischen Regierung verschärft, weil Israel die Zusage aus ihrer Sicht nicht eingehalten hatte, dass ab dem 25. Mai die Versorgung der palästinensischen Zivilbevölkerung durch den neuen israelisch-amerikanischen Verteilweg gesichert werde.

Am Dienstag hatte die Verteilung von humanitärer Hilfe durch die Gaza Humanitarian Foundation (GHF) in Gaza in zwei Zentren begonnen. Die GHF wies Berichte über Tote, massenhaft Verletzte und Chaos an den von ihr eingerichteten Verteilzentren in den jüngsten Tagen Gaza zurück. An keinem Standort der GHF habe es Todesfälle gegeben. »Berichte, die anderes behaupten, stammen von der Hamas und sind falsch«, hieß es.

Israels Führung lässt die palästinensische Terrororganisation militärisch bekämpfen und wirft ihr vor, frühere Hilfslieferungen für eigene Zwecke abgezweigt und verkauft zu haben, um mit dem Geld Waffen und Kämpfer zu bezahlen. Das wird auch als Grund für die neue Verteilstrategie angeführt. Die neue Stiftung GHF wird von Israel und den USA unterstützt und von UN-Einrichtungen abgelehnt.

Bei einem tumultartigen Sturm auf ein großes Lagerhaus des UN-Welternährungsprogramms (WFP) im Gazastreifen hat es unterdessen offenbar mehrere Tote gegeben. Laut WFP seien »Horden hungriger Menschen« in das Lagerhaus eingedrungen, um an die »zur Verteilung bereitgestellten Lebensmittel zu gelangen«, hieß es in einer bei X veröffentlichten Mitteilung. Die UN-Organisation meldete zunächst zwei Tote und viele Verletzte beim Vorfall.

Augenzeugen berichteten, es sei vor allem am Haupttor des Lagerhauses zu großem Gedränge gekommen. Es gab zudem Berichte darüber, dass einige Menschen Teile der Metallwände einrissen, um sich Zugang zum Lager zu verschaffen. Auf Videos in den sozialen Medien war zu sehen, wie viele Menschen unter lautem Geschrei das Lagerhaus stürmen und plündern. dpa/ja

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