Einspruch

Wir nehmen sie beim Wort!

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: Andreas Lohnes

Die Bilder vom Wochenende waren ein Déjà-vu: Demonstranten mit palästinensischen Fahnen, die »Kindermörder Israel« und andere antisemitische Parolen rufen. Israelische Flaggen brennen. Erinnerungen an die Ausschreitungen 2014 werden wach.

Damals haben Politiker parteiübergreifend und hinauf bis zur Bundeskanzlerin versichert, dass es nie wieder öffentlich skandierten Judenhass in Deutschland geben darf und sie gegen Antisemitismus entschieden eintreten. Jetzt nehmen wir sie beim Wort! Politik und Sicherheitsbehörden müssen klare Kante zeigen gegen Antisemitismus, auch gegen jenen, der sich als Kritik an Israel oder den USA tarnt.

versammlungsfreiheit Wenn radikalisierte Demonstranten nicht von Anfang an in die Schranken gewiesen werden, wird sie das ermutigen. Unsere kostbare Versammlungsfreiheit darf aber nicht missbraucht werden, um Hass auf einen Staat oder eine Religion zu schüren!

Hier sind auch die muslimischen Verbände und Imame gefordert. Selbst wenn sie nur eine begrenzte Zahl der Muslime in Deutschland erreichen, können sie doch mäßigend einwirken. Dazu sind sie jetzt verpflichtet. Insbesondere wenn sie selbst zu Demonstrationen aufrufen, tragen sie auch Verantwortung für deren Ablauf.

demonstrationen Dieser Antisemitismus, der bei den Demonstrationen und bei Übergriffen wie auf ein koscheres Restaurant in Amsterdam oder dem Brandanschlag auf die Synagoge in Göteborg in erschreckender Weise sichtbar wurde, ist für ganz Europa, nicht nur für die jüdische Gemeinschaft, ein Problem.

Es zeigt sich eine tief sitzende Intoleranz, die vor Gewalt nicht zurückschreckt und menschliche Opfer in Kauf nimmt. Das ist mit unseren europäischen Werten ebenso wenig vereinbar wie mit unserem deutschen Rechtsstaat. Gegen die AfD formiert sich glücklicherweise deutlicher Protest. Es bleibt zu hoffen, dass sich gegen radikale Israel- und Judenfeinde ebenfalls eine Protestbewegung bildet. Darum sagen wir wie 2014: Steh auf! Nie wieder Judenhass!

Der Autor ist Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Medien

Geglaubt und geteilt

»Antisemitismus«, definierte Adorno, sei »das Gerücht über Juden«. Was ist dann dessen Verbreitung? Die ARD muss sich einer längst fälligen Debatte stellen

von Esther Schapira  11.08.2026

Gerichtsurteil

Behörde darf Verbeamtung wegen Nähe zu Muslimbruderschaft ablehnen

Die Klägerin arbeitet als Sachbearbeiterin bei der Karlsruher Ausländerbehörde. Das Gericht hat Zweifel an ihrer Verfassungstreue

 11.08.2026

Social Media

Shirin David, Bill Kaulitz und die Wassermelonen-Jünger

Bei der Rapperin reicht ein »Free Palestine« für die Verbündeten, bei dem Sänger ein »Tel Aviv! Love!« für die Gegner. Ein Kommentar

von Pola Sarah Nathusius  11.08.2026

Österreich

Zwei Israelinnen in Wien vermisst

Die israelische Botschaft vor Ort bittet die Öffentlichkeit um Hilfe

 11.08.2026 Aktualisiert

Nordhessen

Vier Meter großes Hakenkreuz in Asphalt gebrannt

Die Polizei sucht nun nach den Täter, der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen

 11.08.2026

Nordrhein-Westfalen

Medienminister übt scharfe Kritik an Georg Restle und dem WDR

Nathaniel Liminiski (CDU): »Israel und das Judentum sind kein Freiwild für jeden Vorwurf, auch nicht für Journalisten«

 11.08.2026 Aktualisiert

Berlin

Neukölln verschärft Regeln: CDU-Politiker will bei Antisemitismus Gelder streichen

Sozialstadtrat Hannes Rehfeldt will Förderbescheide mit strengeren Vorgaben versehen und bei Verstößen die Finanzierung von Projekten stoppen

 11.08.2026

Washington D.C.

Trump soll Bedrohung durch Iran mit Geheimflug aus der Türkei entgangen sein

Wie schafften es die Bewacher des Präsidenten, ihn unerkannt in eine kleinere Maschine zu bringen und nach London zu fliegen?

 11.08.2026

Aberdeen

Israelfeindliche Aktivisten dringen in britisches Büro von US-Rüstungskonzern ein

Nach Angaben der Aktivistengruppe arbeitet das Unternehmen gemeinsam mit Elbit Systems aus Israel an mindestens einem Verteidigungsprojekt

 11.08.2026