Meinung

Wenn Schulbücher Gewalt fördern

Johannes Kahrs Foto: imago

Bildung ist der Grundbaustein für die Zukunft junger Menschen. Im Nahostkonflikt ist Bildung aber noch mehr: Sie ist ein Stück Hoffnung auf eine friedlichere Zukunft. Deshalb ist es richtig, dass sich Deutschland und andere europäische Geberstaaten an der Bildungsarbeit in den palästinensischen Gebieten beteiligen und beispielsweise Schulbücher subventionieren. Hier kann ein aktiver Beitrag für mehr Toleranz und das Aufbrechen alter Denkmuster erbracht werden.

Leider reichen nicht immer die gute Idee und der gute Wille, wie jetzt Studien des Forschungsinstituts IMPACT-se und der NGO Mideast Freedom Forum Berlin ergeben haben. Die beiden Institutionen evaluierten das Bild von Israel und Juden im neuen palästinensischen Lehrplan und kamen zu teils verheerenden Resultaten. Den untersuchten Schulbüchern wurde attestiert, dass sie ein geistiges Klima der Gewalt befördern.

Mathe Die auf Israelis und Juden bezogene Terminologie sei häufig abwertend und polarisierend und der Kampf gegen Israel werde verherrlicht. Wenn in einem Mathematikbuch für Grundschüler die Addition anhand des Zusammenzählens der »Märtyrer« der ersten und zweiten Intifada vermittelt wird und im Geschichtsunterricht antizionistische Verschwörungstheorien befördert werden, ist das im höchsten Maße beunruhigend. Solche Inhalte fördern den Hass und dienen der Legitimation von Gewalt.

Wer sich glaubwürdig für einen Friedensprozess im Nahen Osten einsetzen möchte, kann keine Wissensvermittlung an Kinder fördern, die zu Hass und Gewalt beiträgt. Da es aber richtig bleibt, über Bildung Hoffnung auf eine andere Zukunft zu machen, wäre ein Ende der Subventionen ein ebenfalls sehr bedauernswerter Schritt.

Besser und notwendig sind politische Initiativen auf nationalstaatlicher und europäischer Ebene, die finanzielle Unterstützung an konkrete Bedingungen knüpfen und die Resultate in einem kontinuierlichen Monitoring-Prozess bewerten. Wenn wir an dieser Stelle stillschweigend zuschauen, machen wir uns nicht nur unglaubwürdig, sondern indirekt mitschuldig am Fortdauern dieser Erbfeindschaft.

Der Autor ist haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.

Jerusalem/New York

Benjamin Netanjahu: Werde vor UNO die Wahrheit über Mamdani sagen

Israels Ministerpräsident wirft dem New Yorker Bürgermeister Unterstützung der Hamas und Hetze gegen Juden vor

 23.09.2026

Machtgedanke zu verlockend? SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach (r.) und Elif Eralp von der Linkspartei bei einer Podiumsdiskussion vor der Wahl

Kommentar

Finaler Tabubruch

Ein persönlicher Appell an die Berliner SPD, sich nicht mit den dunkelroten Judenfeinden von der Linkspartei einzulassen

von Daniel Killy  23.09.2026

Berlin-Wahl

»Die Linke ist keine antisemitische Partei, aber sie hat ein Problem mit Antisemitismus«

Der Comedian äußerte sich im Interview mit dem Tagesspiegel zur Berliner Wahl und eine progressive linke Haltung zu Israel

 23.09.2026

Debatte

»Israel bekämpft Dschihadisten«: Außenminister Gideon Saar kontert Vorwürfe von Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen

Die Hintergründe

 23.09.2026

Solidarität

LED-Truck gegen Judenhass in fünf deutschen Städten

Mit einer bundesweiten Aktion wollen die »Christen an der Seite Israels« rund um den Jahrestag des Hamas-Massakers vom 7. Oktober auf Antisemitismus aufmerksam machen

 23.09.2026

Düsseldorf

Islamistischer Schüler wegen zweifachem Messerangriff verurteilt

Ein Essener Schüler ist wegen versuchten Mordes verurteilt worden. Das Oberlandesgericht sprach ihn schuldig

 23.09.2026

Berlin

SPD-Fraktionschef Raed Saleh tritt nicht wieder an

Nach 15 Jahren an der Spitze zieht der Spandauer die Konsequenzen aus dem historisch schlechten Wahlergebnis: Er will nicht erneut für den Vorsitz seiner Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus kandidieren

 23.09.2026

UNO-Vollversammlung

Netanjahus UN-Besuch: Proteste von Regierungskritikern und Israelfeinden erwartet

Mehrere Gruppen wollen auf die Straße gehen, wenn der israelische Ministerpräsident am Donnerstag in New York eintrifft

 23.09.2026

New York

Trump droht Iran mit »Auslöschung«

Die Unterredungen seien »sehr gut« verlaufen, sagt US-Präsident Trump. Kurz darauf schlägt er schärfere Töne an

 23.09.2026