Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (parteilos) ist überzeugt, dass antisemitische Einstellungen sich nur langfristig ändern lassen. Maßnahmen gegen Antisemitismus würden erst in zehn, 15 Jahren wirken, sagte Wedl-Wilson der »Berliner Morgenpost«: »Da geht es vor allem um die eigene Haltung. Wir alle müssen die Akzeptanz von verschiedenen Religionen in unserer DNA haben.«
Die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt steht in der Kritik wegen der Vergabe von Fördermitteln für Antisemitismusprojekte unter Wedl-Wilsons Vorgänger, Joe Chialo (CDU). Dazu wurde im Abgeordnetenhaus auf Antrag der Fraktionen der Grünen und der Linken ein Untersuchungsausschuss eingesetzt.
Druck war »riesengroß«
Wedl-Wilson sagte der Zeitung, sie werde im Untersuchungsausschuss Rede und Antwort stehen. Sie habe bei Bekanntwerden der Vorwürfe sofort den Rechnungshof gebeten, »das Ganze umfassend anzuschauen«.
Für die Vergabe der Fördermittel habe in dem entsprechenden Referat das Fachwissen gefehlt. »Der Druck, schnell etwas in der Antisemitismusbekämpfung zu unternehmen, war riesengroß«, sagte die Senatorin. epd