Berlin/Auschwitz

»Was man an diesem Ort empfindet, ist in Worten nicht zu beschreiben«

Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto

Josef Schuster, der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, nimmt heute in Polen an der Gedenkfeier am 80. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz teil. Mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Olaf Scholz reiste er am Vormittag zur heutigen Gedenkstätte.

»Es ist nie Routine, wenn wir am 27. Januar der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz gedenken«, sagte Schuster im Vorfeld der Reise. »Doch gerade in diesem Jahr, 80 Jahre nach der Befreiung, muss uns die Erinnerung an diesen so schwer fassbaren Ort, der für das Unbegreifliche der Schoa steht, noch nachdenklicher machen als ohnehin schon.«

»Am 80. Jahrestag der Befreiung, dem internationalen Holocaust-Gedenktag und in Deutschland dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, befinden wir uns erneut an einer Wegmarke der Erinnerung an diesen Zivilisationsbruch«, so der Zentralratspräsident. »Er macht uns bewusst, dass wir immer weniger Zeitzeugen der Schoa erleben werden und können. Wir sind in einer Zeit, in der immer mehr Menschen in Deutschland keinen familiären Bezug zur Zeit des Nationalsozialismus haben.«

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Schuster erklärte in Polen: »Was man an diesem Ort empfindet, ist in Worten nicht zu beschreiben. Wer einmal in Auschwitz war, der stellt sich nicht die Frage, warum die Erinnerung an die Schoa wachgehalten werden muss. Wer einmal in Auschwitz war, der versteht, warum die Erinnerung an die Schoa keine Parallelen haben kann.«

»Wir brauchen auch aus Deutschland mehr gesellschaftliche und politische Initiativen, die Besuche hier in Auschwitz und an anderen authentischen Orten der Nazi-Verbrechen unterstützen und ermöglichen«, sagte Schuster. ja

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