Glosse

Warum ich wegen Annalena Baerbock »Sex and the City« gucke

Annalena Baerbock bestellt sich in New York City ein Taxi Foto: Screenshot

Glosse

Warum ich wegen Annalena Baerbock »Sex and the City« gucke

Die Ex-Außenministerin ist Präsidentin der UN-Generalversammlung und zeigt auf Instagram ihr Carrie-Brad­shaw-mäßiges Leben in New York

von Katrin Richter  04.08.2026 16:34 Uhr

Ich gestehe: Ich habe nie Sex and the City geguckt. Nie. Eine ganze Menge anderer Sachen lief Ende der 90er-, Anfang der 2000er-Jahre über meinen Bildschirm, aber nie diese Serie. Während sich viele meiner Freundinnen die Abenteuer (gähn) von Carrie Brad­shaw und ihren Ladies anschauten, kicherte ich über The King of Queens, Blackadder in der 30. Wiederholung oder The Sopranos.

Jetzt aber – und es tut mir selbst leid, dass ich das schreiben muss, jetzt habe ich mich durch eine Schlagzeile von »Spiegel« und »Bild« dazu verleiten lassen, Clips von diesem Vierergespann-Geschnattere mit viel zu bunten Designer-Sachen anzusehen. Und daran ist nur Annalena Baerbock schuld.

Okay, nicht sie direkt persönlich, sondern dieses Instagram-Video, in dem sie sich, wie Spiegel und Bild es formulierten, wie in der Serie Sex and the City ein Taxi rufe und dann so Carrie-Brad­shaw-mäßig zum UN-Gebäude fahre.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Davon abgesehen, dass ich durch diesen Clip die Verwendung des englischen Verbs und Jugendwortes aus dem Jahr 2021, »to cringe« (es leitet sich übrigens laut Oxford Advanced Learner’s Dictionary über sieben Ecken vom deutschen Wort »krank« ab), besser verstehe, kann ich die Analogie der »Spiegel-Bild«-Artikel schwer nachvollziehen. Weder trägt Baerbock, die seit Dienstag bei den Vereinten Nationen ist, auffällige Tüllröcke oder Pelz – sondern Jeans, T-Shirt und Blazer –, noch raucht sie. Wie ich in fast allen Clips gesehen habe, raucht hingegen Bradshaw kurz vor Kette.

Aber zurück zum Reel bei Instagram. Ich frage mich seitdem: Warum? Warum dieses Video? Wenn Personen der Öffentlichkeit heutzutage etwas Peinliches tun, heißt es ja oft, das sei ironisch. Aber ich befürchte, dass es wirklich so gemeint ist, wie es zu sehen ist. Und während ich noch über Sinn und Unsinn dieses Clips sinne, ploppt ein neuer auf. Eine Fortsetzung.

Zugegeben: Das ist besser, als auf den neuen Tarantino zu warten. In diesem neuen Video geht die ehemalige Außenministerin frühstücken, und zwar so, wie es echte New Yorker nun einmal tun. Sie holt sich einen Kaffee und einen Bagel.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Hmm, denke ich: Die Leute, die ich in New York kenne, essen immer Cereal zu Hause, aber well, die Geschmäcker sind ja verschieden. Die Uhrzeiten offenbar auch. Die Uhr im Chelsea Bagel & Tudor Shop an der East 43rd Street und Second Avenue zeigt nicht etwa zehn vor acht, sondern zehn nach halb elf. Nun, wir nehmen es nicht allzu genau. Manche Menschen essen halt später.

Lesen Sie auch

Aber: Was sehen meine Augen? Meine Güte, diese Folge ist echt spannend – im Hintergrund hängt ein Schild: »Fresh Challah baked on premises«, jeden Donnerstag und Freitag gibt es sie. Außerdem sind noch im Angebot Pita, ein Israeli Platter und Sabich. Genial.

Das ist doch mal eine Empfehlung der neuen Kollegin an die alten UN-Mitarbeiter, oder? Und wenn das nicht so gut ankommt: Vielleicht hilft Baerbock dem Bagelshop mal bei der Aktualisierung seines Instagram-Accounts. Da sieht es nämlich etwas öde aus.

Berlin

Linke, Grüne und SPD verhandeln wieder

Das von den Sondierern beschlossene Antisemitismus-Papier soll auch in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden

 15.10.2026

Debatte um Erklärung

Hickhack bei Rot-Grün-Rot: Das steht in den Antisemitismus-Papieren

Die Berliner Regierungsbildung stockt, nachdem die Linke im Abgeordnetenhaus ein eigenes Papier zum Kampf gegen Antisemitismus gebilligt hat. Wo sich die zwei Erklärungen unterscheiden

 14.10.2026

Umfrage

66 Prozent der Unionswähler für Prüfung von AfD-Verbot

Eine Campact-Umfrage zeigt, dass die Wähler der Unionsparteien mehrheitlich für die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens sind. Auch eine Koalition mit der AfD wird von Anhängern der Mitte-Parteien deutlich abgelehnt

 14.10.2026

Sachsen-Anhalt

Eine Woche voller Eklats

Nach der Wahl des Landtagspräsidiums bröckelt die »Brandmauer« in der CDU weiter. Das Gedenken in Halle bot einen Vorgeschmack auf ein Land unter AfD-Regierung

von André Anchuelo  14.10.2026

Ministerpräsident Sven Schulze (CDU)

Landtag von Sachsen-Anhalt

Ministerpräsidenten-Wahl: CDU will im dritten Wahlgang im Plenarsaal sein

Bei der Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt will die CDU den Plenarsaal zunächst verlassen. Für einen möglichen dritten Wahlgang kündigt Fraktionschef Sven Schulze ein anderes Vorgehen an. AfD und BSW beschließen derweil einen Antrag zur Ukraine

 14.10.2026

Berlin

»Eine gute Wahl«: Bundesregierung ernennt von Schnurbein zur Beauftragten für jüdisches Leben

Die 52-jährige EU-Beamtin ist am Mittwoch offiziell zur Nachfolgerin von Felix Klein bestellt worden. Aus den jüdischen Verbänden und Gemeinden kamen unisono positive Reaktionen

von Michael Thaidigsmann  14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Banaszak: Emdes Fraktions-Aus war Grundlage für Sondierungen

Die Grünen-Landesvorsitzende Stahr betont hingegen, dass ihre Partei weiter »am Tisch sitzt« und auf eine Erklärung der Linken wartet

 14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Schwerdtner bedauert Gesprächspause in Berlin

Die Gespräche über eine rot-grün-rote Regierung in Berlin liegen auf Eis. Linken-Bundeschefin Ines Schwerdtner hält die Erklärung ihrer Fraktion zu Antisemitismus dennoch für ausreichend

 14.10.2026

Berlin

Julia Klöckner: AfD-Verbotsverfahren nicht »aus dem Bauch heraus starten«

Die CDU-Bundestagspräsidentin warnt davor, die Rechtsaußen-Partei zum »Märtyrer« zu machen

 14.10.2026