Konflikt

Von Einsicht keine Spur

In der Kritik: Rabbiner Walter Homolka Foto: picture alliance / Julian Stratenschulte/dpa

Der Konflikt zwischen dem Zentralrat der Juden in Deutschland und dem umstrittenen Rabbiner Walter Homolka kommt voraussichtlich vor Gericht. Die von Homolka beauftragte Anwaltskanzlei Behm Becker Geßner kündigte am Freitag in Berlin an, sie werde nach der jüngsten Stellungnahme des Zentralrats beim zuständigen Landgericht den Erlass einer einstweiligen Verfügung beantragen.

Der Zentralrat hatte am Donnerstag eine Aufforderung von Homolkas Anwälten zurückgewiesen, eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben. Sie sollte sich auf Gutachter-Ergebnisse zum massiven Fehlverhalten Homolkas in der Leitung des Potsdamer Abraham Geiger-Kollegs beziehen, einer Ausbildungsstätte für liberale jüdische Geistliche. Falls dies nicht erfolgt, hatte Homolka »unverzügliche gerichtliche Schritte« angedroht. Die von ihm beauftragte Kanzlei bekräftigte am Freitag ihre Ankündigung.

Am Donnerstag hatte der Zentralrat seinerseits die Abmahnung von Homolka als »haltlos« bezeichnet. Der Rabbiner greife »wahllos Bewertungen der Gutachter an« und behaupte, dass es »keine Anknüpfungspunkte für Fehlverhaltensweisen« gebe. Zudem bestreite er, dass die Gutachter 79 Interviews mit 73 Personen durchgeführt hätten. »Für uns ist das nur ein Beleg dafür, dass Rabbiner Homolka jedes Maß verloren hat«, so der Zentralrat.

Der Zentralrat hatte das Gutachten bei der Anwaltskanzlei Gercke Wollschläger in Auftrag gegeben. Laut dem am 7. Dezember veröffentlichten vorläufigem Gesamtergebnis liegt gegen Homolka eine Vielzahl von Verdachtsfällen von Fehlverhalten vor. […]

Die Kanzlei sieht 11 Mal möglichen Machtmissbrauch und 3 Mal mutmaßliche »Diskriminierung unterhalb der Schwelle des Strafrechts« und geht von einem persönlichen Fehlverhalten Homolkas als »Führungsperson bzw. Person mit großem Einfluss« aus.

Mit Verweis auf zwei ebenso groß angelegte wie unabhängige Gutachten hatte Zentralratspräsident Josef Schuster Homolkas Verbleib angesichts von Homolkas schwerwiegenden Vergehen in seinen bisherigen Ämtern als nicht mehr denkbar bezeichnet. kna/ja

Berlin

Mutmaßlicher Hamas-Waffenschmuggler festgenommen

Bei seiner Ankunft aus Beirut ist ein Mann am Flughafen BER verhaftet worden. Er soll der Hamas angehören und Munition für Anschläge beschafft haben

 24.01.2026

Leipzig

Extremismusverdacht gegen sächsische Beamtin und BSW-Mitarbeiterin

Die Landesdirektion will die Vorwürfe im Fall ihrer hochrangigen Mitarbeiterin prüfen. »Gegebenenfalls werden weitere Schritte eingeleitet«, sagt ein Sprecher

 23.01.2026

Stuttgart

Holocaust-Überlebende kritisiert ARD-Spitze

Eva Umlauf bezeichnet den Umgang mit dem Film »Führer und Verführer« als »Skandal und Schande«. Programmdirektorin Christine Strobl reagiert

 23.01.2026 Aktualisiert

Saarland

Religiöses Bündnis will Gottesbezug in Saar-Verfassung

Beteiligt ist auch die Synagogengemeinde Saar

 23.01.2026

Teheran

Aktivisten verifizieren 5000 Tote bei Irans Massenprotesten

Aktivisten arbeiten weiter daran, die zahlreichen Angaben zu Todesopfern der Proteste zu überprüfen. Derweil dementiert das Regime Statements von US-Präsdident Trump, wonach Irans Justiz Hinrichtungen von Demonstranten stoppte

 23.01.2026

Justiz

Ehemaliger Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Berlin verurteilt

Das Amtsgericht Tiergarten verurteilte den Angeklagten wegen eines sexuellen Übergriffs und sexueller Nötigung zu 10 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung

 23.01.2026

Medien

Sophie von der Tann für Grimme-Preis nominiert

Die ebenso umstrittene wie vielfach kritisierte ARD-Journalistin Sophie von der Tann führt die Liste der Nominierungen für den Grimme-Preis an

von Jana Ballweber  23.01.2026 Aktualisiert

Vetschau/Spreewald

Sellner-Vortrag in Brandenburg trotz Ärger in AfD

Ein Autohaus an der Autobahn mit Medienauflauf: Der österreichische Rechtsextremist hält einen Vortrag über Remigration. Nach Knatsch in der AfD ist die Landtagsabgeordnete Kotré nur Gast statt Gastgeberin

von Marc-Oliver von Riegen  23.01.2026

Davos/Washington D.C.

Trump: Marine-Armada nähert sich dem Iran

»Wir haben viele Schiffe, die in diese Richtung fahren, nur für den Fall«, sagt der Präsident

 23.01.2026