Andenken

Vier Schulen und mehrere Plätze nach Margot Friedländer benannt

Zeitzeugin Margot Friedländer (1921–2025) Foto: picture alliance/dpa

Ein Jahr nach dem Tod der prominenten Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer werden bundesweit immer mehr Schulen, Straßen und Plätze nach ihr benannt. Wie Recherchen in Berlin ergaben, tragen die Gesamtschulen in Gescher (Nordrhein-Westfalen) und Wedemark (Niedersachsen) bereits ihren Namen. Die Umbenennungen des Berliner Hans-Carossa-Gymnasiums und des Berufskollegs in Ibbenbüren (Nordrhein-Westfalen) sind beschlossen und für Sommer zum neuen Schuljahr geplant.

Margot Friedländer war am 9. Mai 2025 im Alter von 103 Jahren in Berlin gestorben. Sie hatte als einzige ihrer direkten Familie die Schoah überlebt und später als hochbetagte Zeitzeugin in vielen Schulen über ihre Erlebnisse gesprochen. Für ihr Engagement gegen Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung wurde sie mehrfach ausgezeichnet.

Seit Donnerstag Friedländer-Platz in Berlin

In Berlin wurde am Donnerstag der Platz vor dem Abgeordnetenhaus, dem Landesparlament, offiziell nach der Ehrenbürgerin benannt. Im sächsischen Borna erinnert seit Januar der Platz vor dem Stadtkulturkaufhaus an Margot Friedländer.

In Nordrhein-Westfalen gibt es in Menden einen Margot-Friedländer-Platz, und in Nottuln soll laut der Margot-Friedländer-Stiftung voraussichtlich im Laufe des Jahres eine Straße nach ihr benannt werden. In Hamburg gibt es einen Beschluss der Bezirksverwaltung Wandsbek zur Benennung einer Straße nach der Holocaust-Überlebenden; aktuell wird noch nach einer geeigneten Straße gesucht.

Friedländer wurde 1921 in Berlin als Margot Bendheim geboren. Nach der Schule arbeitete sie in einer Schneiderei, ab 1940 musste sie Zwangsarbeit leisten. Ihre Familie hatte vergeblich versucht, vor den Nationalsozialisten in die USA zu fliehen, und wurde in Auschwitz ermordet. Margot Friedländer selbst wurde im Untergrund in Berlin entdeckt und 1944 ins KZ Theresienstadt gebracht. Ihre Erlebnisse schrieb sie in ihrer Autobiografie »Versuche, dein Leben zu machen« nieder.

»Seid Menschen!«

Nachdem sie 1946 mit ihrem Ehemann in die USA ausgewandert war, kehrte Friedländer 2010 dauerhaft nach Berlin zurück. Immer wieder war sie als Zeitzeugin unterwegs, um über ihre Erlebnisse zu berichten und vor Antisemitismus zu warnen - vor allem auch im Gespräch mit Schülern. Bekannt war ihr Ausspruch »Seid Menschen!«. Friedländer gründete zudem eine nach ihr benannte Stiftung, die seit 2024 einen mit 25.000 Euro dotierten Preis an Menschen vergibt, die sich besonders für menschliches Miteinander, stärkere Demokratie und die Erinnerung an die Opfer des Holocausts engagieren.

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