Jubiläum

»Viel mehr als eine politische Vertretung«

Andreas Nachama Foto: imago/IPON

Der Vorsitzende der deutschen Allgemeinen Rabbinerkonferenz, Andreas Nachama, sieht den politischen Kampf gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus als eine der großen Herausforderungen für den Zentralrat der Juden. Es sei wichtig, dass es eine »jüdische politische Stimme gibt, die sagt: So geht es nicht«, sagte Nachama der in Berlin erscheinenden »Tageszeitung« (Montag).

institutionen Allerdings sei der Zentralrat »heute viel mehr als nur eine politische Vertretung«, sagte der langjährige Direktor des Berliner Dokumentationszentrums »Topographie des Terrors«, der seit einigen Monaten im Ruhestand ist: »Mit all seinen Institutionen – den Rabbinerkonferenzen, der Zentralwohlfahrtsstelle, der Akademie, die in Frankfurt am Main entsteht – ist er vielmehr auch eine Serviceorganisation für die Gemeinden.«

Das politische Wort sei »das, was in der Zeitung steht und den Zentralrat nach außen wichtig macht«, betonte der Historiker. Nach innen, für die Gemeindemitglieder, zähle, »dass sie ihre Kinder in Sommer- und Wintercamps schicken können, dass es Kulturveranstaltungen gibt und vieles mehr«, sagte Nachama zum 70-jährigen Bestehen des Zentralrats der Juden, der am 19. Juli 1950 gegründet wurde. epd

Interview

Josef Schuster: »Juden und Muslime sind keine Erzfeinde«

Bald startet der Katholikentag in Würzburg. Mit dabei: der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster. Welche Tipps er für Gäste hat - und wie er auf Juden, Christen und Muslime in aufgeheizten Zeiten blickt

von Leticia Witte  04.05.2026

Berlin

Merz: Jüdisches Leben so bedroht wie lange nicht mehr

Es ist ein Termin mit hoher Symbolkraft: Das Präsidium der CDU trifft sich in den Räumen der Jüdischen Gemeinde Chabad Berlin. Kanzler Merz macht klar, warum das wichtig ist

 04.05.2026

Washington D.C.

USAID-Ermittlungen: Mehr UNRWA-Mitarbeiter waren am 7. Oktober beteiligt

Drei UNWRA-Lehrern sowie einem Sozialarbeiter der Organisation wird vorgeworfen, entweder an terroristischen Aktivitäten beteiligt gewesen zu sein oder Geiseln festgehalten zu haben

 04.05.2026

Großbritannien

Regierung erwägt Einschränkungen bei israelfeindlichen Demonstrationen

Premierminister Keir Starmer verweist auf eine zunehmende Bedrohungslage für jüdische Gemeinden im Land. Insbesondere Parolen wie »Globalize the Intifada« müssten geahndet werden

 04.05.2026

Sydney

Nach Anschlag von Bondi Beach: Anhörungen zu Antisemitismus beginnen

In den kommenden Monaten sollen zahlreiche Betroffene ihre persönlichen Erfahrungen schildern und damit zur Untersuchung des wachsenden Judenhasses im Land beitragen

 04.05.2026

Washington D.C.

Trump kündigt Eskorte für Schiffe in Straße von Hormus an

Die Operation unter dem Namen »Project Freedom« soll heute beginnen. Das iranische Regime warnt vor einer Eskalation

 04.05.2026

Glosse

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Tipps und Tricks für Judenhasser

Eine Handreichung

von Daniel Neumann  03.05.2026

Meinung

Wir haben ein Problem – und wir müssen endlich darüber reden

Ein Weckruf über verfehlte Migration, ausländische Einflussnahme und das ohrenbetäubende Schweigen der »Progressiven«

von Jacques Abramowicz  02.05.2026

Mittelmeer

Gaza-Flottille legt ungeplant auf Kreta an

Außenministerium in Jerusalem: Terrorverdacht gegen einen der Teilnehmer – zwei Aktivisten werden nach Israel gebracht

 01.05.2026