Meinung

Versöhnen und verprellen

Ein wenig peinlich ist es schon. Wenn Papst Benedikt XVI. am späten Freitagnachmittag in der Londoner Westminster Hall zum britischen Parlament und zu führenden Religionsvertretern spricht, werden ihm kaum jüdische Zuhörer lauschen. Nicht aus Protest bleiben sie fern und auch nicht, weil sie »verstockt« sind, wie kirchliche Schriften es »den Juden« jahrhundertelang unterstellten. Nein, am Freitagnachmittag werden sie auf dem Weg nach Hause oder in die Synagoge sein, denn kurz darauf beginnt Jom Kippur. Der Termin für die Papstansprache ist denkbar ungünstig gewählt. Der Londoner Regierung mag man das nachsehen, aber im Vatikan sollte man wissen, wann die »älteren Brüder« ihren höchsten Feiertag begehen. Pikanterweise möchte der Papst über Versöhnung sprechen. Sicher hat er dabei vor allem das Verhältnis zu den Anglikanern im Blick. Dass er dieses Thema aber ausgerechnet kurz vor dem jüdischen Versöhnungstag anschlägt, offenbart ein Verhaltensmuster: Benedikt wendet sich den einen zu und verprellt damit die anderen. Nein, ein gutes Händchen im Umgang mit der jüdischen Gemeinde hat dieser Papst wahrlich nicht.

Diplomatie

Großes Zögern

Das iranische Regime unterdrückt die Proteste im eigenen Land brutal. Doch Brüssel und Berlin erhöhen den Druck nur langsam

von Michael Thaidigsmann  21.01.2026

Meinung

Jugendwerk endlich gründen

Seit vielen Jahren wird immer wieder betont, wie wichtig die Institutionalisierung des deutsch-israelischen Jugendaustauschs wäre. Höchste Zeit, die Idee in die Tat umzusetzen

von Joshua Schultheis  21.01.2026

Meinung

Liebe Iraner, wir fühlen mit euch!

Als Israelin wünscht sich unsere Autorin nichts mehr, als dass das brutale Regime in Teheran bald fällt. Ein offener Brief an die mutigen Menschen im Iran

von Sabine Brandes  21.01.2026

Berlin

Ahmed Abed: Nominierung der Linken sorgt für scharfe Kritik

Beim Neuköllner Kreisverband der Linkspartei sei Antisemitismus kein Randphänomen mehr, sagt Remko Leemhuis, der Direktor des AJC Berlin

von Imanuel Marcus  21.01.2026

Auszeichnung

Großer Kunstpreis Berlin geht 2026 an Meredith Monk

Die sechs Sektionen der Akademie der Künste wechseln sich bei der Vergabe des Großen Kunstpreises Berlin ab. In diesem Jahr ist die Sparte Musik dran. Sie ehrt eine US-amerikanische Sängerin und Komponistin

 21.01.2026

Berlin

Taglit für alle

Junge Führungskräfte sollen Israel entdecken – unabhängig von Religion und Herkunft. Der frühere israelische Staatspräsident Reuven Rivlin wirbt in Berlin für das Projekt »The Way Shalom«

 21.01.2026

Nairobi

Wadephul betont zu Trumps »Friedensrat« Bedeutung der UN

Die Welt schaut auf Davos und neue Pläne von US-Präsident Trump zur Konfliktlösung. Der deutsche Außenminister äußert sich weit entfernt in Kenia - und sieht Fragen offen

 21.01.2026

Judenhass

Bayern plant Exmatrikulation von Störern an Unis

Wer dauerhaft den Hochschulbetrieb in Bayern stört, soll künftig leichter herausgeworfen werden dürfen

 21.01.2026

Berlin

Wegner empfängt Kulturdelegation aus Tel Aviv

Im Zentrum des Treffens standen laut Staatskanzlei die weitere Vertiefung der kulturellen Beziehungen

 21.01.2026