Meinung

Versöhnen und verprellen

Ein wenig peinlich ist es schon. Wenn Papst Benedikt XVI. am späten Freitagnachmittag in der Londoner Westminster Hall zum britischen Parlament und zu führenden Religionsvertretern spricht, werden ihm kaum jüdische Zuhörer lauschen. Nicht aus Protest bleiben sie fern und auch nicht, weil sie »verstockt« sind, wie kirchliche Schriften es »den Juden« jahrhundertelang unterstellten. Nein, am Freitagnachmittag werden sie auf dem Weg nach Hause oder in die Synagoge sein, denn kurz darauf beginnt Jom Kippur. Der Termin für die Papstansprache ist denkbar ungünstig gewählt. Der Londoner Regierung mag man das nachsehen, aber im Vatikan sollte man wissen, wann die »älteren Brüder« ihren höchsten Feiertag begehen. Pikanterweise möchte der Papst über Versöhnung sprechen. Sicher hat er dabei vor allem das Verhältnis zu den Anglikanern im Blick. Dass er dieses Thema aber ausgerechnet kurz vor dem jüdischen Versöhnungstag anschlägt, offenbart ein Verhaltensmuster: Benedikt wendet sich den einen zu und verprellt damit die anderen. Nein, ein gutes Händchen im Umgang mit der jüdischen Gemeinde hat dieser Papst wahrlich nicht.

Nahost

Arabische Liga verurteilt »illegale« Angriffe Irans

Seit Tagen greift der Iran in Nahost militärische Ziele an, aber auch Flughäfen, Wohngebiete und Energie-Infrastruktur. Bei ihrer Notfallsitzung spricht die Arabische Liga von »feigen« Attacken

 08.03.2026

Mannheim

Mannheimer SPD-Politikerin tritt nach antisemitischen Facebook-Kommentaren zurück

Melek Hirvali Cizer schrieb, Israel züchte »babyfressende, weltweit Kinder entführende Agenten«

 08.03.2026

Washington

Bericht: USA prüfen Spezialoperation zur Sicherung iranischen Uranbestands

Eine mögliche Mission dieser Art könnte darauf abzielen, 450 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von etwa 60 Prozent zu sichern

 08.03.2026

Berlin

Constantin Schreiber reist aus Israel ab

Aus Sicherheitsgründen verlässt der für Springer SE tätige Reporter den Nahen Osten

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Berlin

DIG fordert deutsche Unterstützung für Israel und USA im Krieg gegen den Iran

Das »kriegerische antiisraelische Vernichtungsprogramm der Mullahs« sei »theologisch begründet und daher einem politischen Prozess nicht zugänglich«, sagt DIG-Präsident Volker Beck. Der Verhandlungsweg sei schon vor Jahren gescheitert

 08.03.2026

Teheran

Iran hat neuen Obersten Führer: Israel droht Chamenei-Nachfolger

Mojtaba Chamenei (56), Sohn des getöteten Ali Chamenei, gilt als möglicher neuer Revolutionsführer. Bekanntgabe verzögert sich offenbar auch aus Sicherheitsgründen

 08.03.2026 Aktualisiert

Washington/Teheran

US-Geheimdienstbericht: Militärschlag dürfte Irans Führung kaum stürzen

Bereits vor dem Krieg wurden verschiedene Szenarien untersucht – von gezielten Angriffen auf einzelne Führungsfiguren bis hin zu einem umfassenden militärischen Vorgehen gegen die staatlichen Institutionen

 08.03.2026

Berlin

Bundesregierung zieht Personal der Botschaft in Teheran ab

Das Auswärtige Amt zieht aus der Bedrohungslage Konsequenzen

 08.03.2026

Washington

USA intervenieren gegen mögliche Russland-Hilfe für den Iran

Sondergesandter Steve Witkoff kritisiert Moskau dafür, dass es Teheran im Krieg zu unterstützen scheint

 08.03.2026