Antijüdisches Schweine-Relief

Verfassungsbeschwerde eingelegt

Mittelalterliche antisemitische Skulptur an der Stadtkirche in Wittenberg Foto: imago images/Christian Schroedter

Im Streit um das »Judensau«-Relief an der Stadtkirche Wittenberg in Sachsen-Anhalt hat ein Mann nach seiner Niederlage am Bundesgerichtshof (BGH) wie angekündigt Verfassungsbeschwerde eingelegt.

Den Eingang des Schreibens bestätigte ein Sprecher des Bundesverfassungsgerichts am Mittwoch in Karlsruhe. Der »Spiegel« hatte berichtet, die Anwälte des Klägers forderten, dass das BGH-Urteil aufgehoben und der Fall zurückverwiesen werde. Das Relief sei »in Ansehung der damit verbundenen schweren Persönlichkeitsrechtsverletzung nicht nur des Beschwerdeführers, sondern jedes Juden in Deutschland zu entfernen«.

Reformation Ein Vertreter des jüdischen Klägers war am Mittwoch zunächst nicht zu erreichen. Offen ist damit unter anderem, wie der Mann zu einer am Dienstag veröffentlichten Empfehlung eines Expertenbeirats steht, das Relief zeitnah von jener Kirche zu entfernen. Die Wittenberger Stadtkirche gilt als Mutterkirche der Reformation, weil dort einst Martin Luther (1483-1546) predigte. Der Gemeindekirchenrat will nach bisheriger Planung Ende August über die Empfehlungen beraten.

Das Relief zeigt eine Sau, an deren Zitzen zwei Menschen saugen, die durch Spitzhüte als Juden identifiziert werden sollen. Eine laut BGH als Rabbiner geltende Figur hebt den Schwanz des Tieres und blickt in den After. Schweine gelten im jüdischen Glauben als unrein.

Der Kläger will gerichtlich erstreiten, dass das antijüdische Sandsteinrelief aus dem 13. Jahrhundert entfernt wird. Der BGH hatte im Juni jedoch entschieden, dass eine Bodenplatte und ein Aufsteller mit erläuterndem Text ausreichten, um aus dem »Schandmal« ein »Mahnmal« zu machen. Es könne bleiben (Az. VI ZR 172/20).

Russland

Kreml: Putin erhält Einladung in Gaza-»Friedensrat«

In der Ukraine führt der Kremlchef Krieg, in den »Friedensrat« von US-Präsident Donald Trump für den Gazastreifen ist er dennoch eingeladen worden. Moskau erklärt, was es davon hält

 19.01.2026

Kunstakademie Düsseldorf

Jüdische Organisationen verlangen Absage von Veranstaltung mit palästinensischer Terror-Unterstützerin

Die Hintergründe

 19.01.2026 Aktualisiert

Washington D.C.

Bericht: Trump-Regierung prüft Asyl für britische Juden

Großbritannien sei »kein sicherer Ort mehr für Juden«, sagt Donald Trumps persönlicher Anwalt Robert Garson gegenüber »The Telegraph«

 19.01.2026

Proteste im Iran

USA verstärken Militärpräsenz im Nahen Osten

Ein Schlag gegen das Mullah-Regime steht für Washington weiterhin im Raum

 19.01.2026

Miami

Pam Bondi kündigt hartes Vorgehen gegen Antisemitismus an

»Die Zeiten, in denen Juden schikaniert werden konnten, sind vorbei«, sagt die amerikanische Justizministerin

 19.01.2026

Teheran

Hacker kapern iranisches Fernsehen, senden Erklärung von Reza Pahlavi

»Euch bleibt nicht mehr viel Zeit. Schließt euch so schnell wie möglich dem Volk an«, sagt der Kronprinz Angehörigen des Militärs

 19.01.2026

Berlin

Senat warnt: Verfassungsfeinde erreichen mit israelfeindlichen Posts auch Heranwachsende

Es geht auch um »verfassungsrelevante« Propaganda israelfeindlicher Linksextremisten und Islamisten, so die Senatsinnenverwaltung

 19.01.2026

Nahost

Staatschefs zum »Gaza-Friedensrat« eingeladen

Der »Friedensrat« ist Teil der zweiten Phase von Trumps Friedensplan für Gaza

 17.01.2026

Gespräch

»Ich fühle mich alleingelassen«

Sonja Bohl-Dencker über die Ermordung ihrer Tochter durch die Hamas, den Umgang Deutschlands mit dem 7. Oktober und ihren Wunsch, dass Carolin nicht vergessen wird

von Mirko Freitag  16.01.2026