Urteil

Verbot des Berliner Palästina-Kongresses war rechtswidrig

Es sei nicht erkennbar gewesen, dass die Polizei »mildere, gleich geeignete Mittel ernsthaft in Erwägung gezogen« habe, um der besonderen Bedeutung der Versammlungs- und Meinungsfreiheit hinreichend Rechnung zu tragen, begründete das Gericht seinen Spruch. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Das Verbot und die Auflösung des Berliner Palästina-Kongresses im April 2024 war rechtswidrig. Das entschied das Berliner Verwaltungsgericht am Mittwoch. Zur Begründung hieß es, Auflösung und Verbot der Versammlung seien unverhältnismäßig gewesen.

Gegen die vorab erlassenen Beschränkungen sei bis zur Auflösung der Versammlung nicht verstoßen worden. Auch strafbare Äußerungsdelikte habe die Polizei nicht festgestellt. Zudem sei nicht erkennbar gewesen, dass die Polizei »mildere, gleich geeignete Mittel ernsthaft in Erwägung gezogen« habe, um der besonderen Bedeutung der Versammlungs- und Meinungsfreiheit hinreichend Rechnung zu tragen.

Lesen Sie auch

Solche milderen Mittel, wie etwa der Ausschluss einzelner Redner und Teilnehmer, hätten sich aufgedrängt, urteilte das Gericht. Gegen das Verbot hatte der Veranstalter geklagt.

»Wir klagen an«

Der Kongress unter dem Motto »Wir klagen an« sollte an drei aufeinanderfolgenden Tagen in einem Büro-Komplex in Berlin-Tempelhof stattfinden. Die Polizei hatte vorab die Verwendung bestimmter Parolen verboten. Außerdem untersagte das Landesamt für Einwanderung mehreren Rednern die Teilnahme an dem Kongress. Es sei zu erwarten gewesen, »dass sie strafbare Äußerungsdelikte begehen könnten«, hieß es.

Kurz nach Beginn der Veranstaltung wurde eine Videobotschaft einer der geplanten Redner abgespielt. Daraufhin unterbrach die Polizei die Stromversorgung für die Videoübertragung, löste die Versammlung auf und verbot, sie an den Folgetagen fortzusetzen. Gegen das Urteil kann Antrag auf Berufung beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gestellt werden. epd

Nahost

Zahl verletzter US-Soldaten nach Drohnenangriff in Kuwait steigt

Nach dem Vorfall war von sechs getöteten amerikanischen Soldaten und fünf Verletzten die Rede gewesen. Nun stellt sich heraus: Es waren weitaus mehr

 12.03.2026

Beirut

Libanon - Wie viele Kriege kann ein Land ertragen?

Der Iran-Krieg hat auch den Libanon mit voller Wucht erfasst. Hunderte Tote, Hunderttausende Vertriebene nach nur einer Woche. Wie halten die Menschen einen nie enden wollenden Kriegszustand aus?

von Amira Rajab  12.03.2026

Teheran

Irans Polizeichef: Betrachten Demonstranten als Feinde

Die israelische Regierung hofft auf einen Sturz der iranischen Regierung durch das eigene Volk. Doch der oberste Polizist des Landes warnt potenzielle Demonstranten: »Haben den Finger am Abzug.«

 12.03.2026

Washington D.C./Tel Aviv

Netanjahu-Begnadigung: Trump greift Herzog erneut scharf an

In einem Interview benutzt der Präsident in Zusammenhang mit dem israelischen Staatsoberhaupt auch vulgäres Vokabular

 12.03.2026

Sacramento/Washington D.C.

FBI warnt vor möglichem iranischem Drohnenangriff auf Kalifornien

Die US-Bundespolizei sagt, unbemannte Fluggeräte könnten von einem unbekannten Schiff vor der Küste gestartet werden

 12.03.2026

New York

UN-Sicherheitsrat fordert Iran zum Stopp von Angriffen auf Golfstaaten auf

China und Russland kritisierten die Resolution, machten ihre Annahme jedoch möglich

 12.03.2026

Teheran

Iran zu Waffenruhe bereit, wenn Israel und USA nie mehr angreifen

Das Teheraner Regime formuliert auch andere Bedingungen für einen Waffenstillstand, den niemand verlangt

 12.03.2026

Kommentar

Chamenei und die VIP-Lounge im Paradies

»VIP?«, fragt ein Engel durch den Türspalt. »Gewiss. Ich bin der Erhabene Führer«, sagt er ungeduldig

von Louis Lewitan  12.03.2026

Nahost

Trump über Iran: »Es gibt praktisch nichts mehr zum Angreifen«

Israels Verteidigungsminister hat Hoffnungen auf ein rasches Ende des Iran-Kriegs gerade erst eine Absage erteilt - nun sendet der US-Präsident erneut andere Signale

 11.03.2026