Porträt

Demokraten-Urgestein Dianne Feinstein will 2024 aufhören

Dianne Feinstein ist seit 1992 Senatorin. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Das älteste Mitglied des US-Kongresses, Dianne Feinstein, will 2024 als Senatorin aufhören. Sie werde sich nicht zur Wiederwahl stellen, teilte Feinstein am Dienstag vor Reportern in Washington mit. »Für alle Dinge unter der Sonne gibt es eine Zeit.«

Erinnerungsvermögen Die Senatorin aus Kalifornien wird im Juni 90 Jahre alt. Schon seit einigen Jahren sieht sich Feinstein mit Zweifeln an ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit und ihrem Erinnerungsvermögen konfrontiert, hat aber stets beteuert, dass sie ihren Heimatstaat mit fast 40 Millionen Einwohnern nach wie vor effektiv repräsentieren könne.

Bis zum Ende ihrer Amtszeit wolle sie im Kongress bleiben, dann solle aber Schluss sein, erklärte Feinstein nun. »Ich denke, das wird die richtige Zeit sein, zum Ende des nächsten Jahres hin.« Ihre Kollegen im Senat feierten die Spitzenpolitikerin. Als der Mehrheitsführer der Kammer, Chuck Schumer, ihre Entscheidung bei einem Mittagessen der Fraktion bekanntgab, applaudierten die Volksvertreter. »Sie ist eine Legende«, sagte Schumer später vor Reportern.

Vor ihrer Ankündigung hatten etliche prominente Demokraten, darunter die Abgeordneten Katie Porter und Adam Schiff, schon erklärt, dass sie sich 2024 um eines der Senatsmandate von Kalifornien bewerben wollten. Den Staat vertritt Feinstein in der Parlamentskammer in Washington seit 1992.

Urgestein In jenem Jahr gehörte sie zu etlichen Frauen, die in den damals von Männern dominierten Senat einzogen, weswegen 1992 in den USA als »Year of the Woman« in Erinnerung blieb. Feinstein ist eines der letzten verbliebenen Urgesteine aus dieser Zeit. Doch bereits vor ihrem Umzug nach Washington galt sie als eine der bekanntesten Politikerinnen Amerikas.

Feinstein stieg Anfang 1978 als erste Frau zur Präsidentin des Stadtrats von San Francisco auf. Im November jenes Jahres wurde sie auch geschäftsführende Bürgermeisterin der Metropole, nachdem der damalige Amtsinhaber George Moscone und der Stadtrat Harvey Milk vom Ex-Stadtrat Dan White im Rathaus erschossen wurden. Feinstein fand damals Milks Leiche.

Im Senat in Washington leitete sie Jahre später als erste Frau den Geheimdienstausschuss, zudem war sie als erste Frau ranghöchstes Mitglied der Demokraten im Justizausschuss der Kammer. Im Laufe der Jahre erwarb sich Feinstein einen Ruf als gemäßigte Pragmatikerin, die vielen politischen Streitthemen wie dem Abtreibungsrecht und Umweltschutz ihren Stempel aufdrückte.

Kompromisse Bekannt war sie auch dafür, für Kompromisse auf die Republikaner zuzugehen, was vielen in der Demokratischen Partei sauer aufstieß, die in den vergangenen Jahre nach links gerückt ist.

Besonders eng verbunden ist ihr Name wohl mit Bemühungen um ein schärferes US-Waffenrecht. Schon zu Beginn ihrer Senatskarriere billigte die Kammer einen von ihr eingebrachten Änderungsantrag für ein Verbot der Herstellung und des Verkaufs bestimmter Sturmgewehre. Der Vorstoß war Teil eines Gesetzes zur Verbrechensbekämpfung, das der damalige Präsident Bill Clinton 1994 unterzeichnete. Das Gesetz lief zehn Jahre später aus und wurde nie ersetzt.

»Mit schierer Willenskraft führte sie den Kampf an, um das Gesetz zu Sturmgewehren durchzubekommen«, erinnerte sich Präsident Joe Biden in einer Reaktion auf Feinsteins Rückzugsankündigung. »Wie bei so vielen, die von Waffengewalt berührt wurden, war dieser Sieg für sie persönlich. Ich habe mit mehr Senatoren gedient als sonst jemand. Ich kann ehrlich sagen, dass Dianne Feinstein eine der Allerbesten ist«, ergänzte Biden, der selbst lange dem US-Senat angehörte. ap

Schwerin/Rostock

Kurs Rot-Rot-Grün: Verhandlungen starten am Montag

SPD, Linke und Grüne wollen in Mecklenburg-Vorpommern über eine Koalition verhandeln. Dafür stimmten alle drei Parteien. Für die Grünen wäre eine Regierungsbeteiligung dort eine Premiere

 11.10.2026

Franziska Giffey

Nach der Wahl in Berlin

Franziska Giffey gegen Koalition mit Linke

Die noch amtierende Wirtschaftssenatorin sieht keine Basis für eine Koalition mit der Linken in Berlin. Die SPD-Politikerin fordert klare Positionen im Kampf gegen Antisemitismus. Unterdessen verteidigt Thüringens Ex-Ministerpräsident Ramelow die Sondierer gegen Kritik aus den eigenen Reihen

 11.10.2026

Nahost

Abbas verschiebt Parlaments- und Präsidentenwahl

Der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, vertagt die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen bis in den Herbst 2027. Seit mehr als zwei Jahrzehnten gab es keine Parlamentswahl mehr

 11.10.2026

Frachtschiffe vor Anker in der Straße von Hormus bei Bandar Abbas (Iran)

Nahost

Bericht: Iran kann noch immer Raketen und Drohnen produzieren

Teheran soll demnach weiterhin gut ausgestattet mit Raketen sein und schnell nachproduzieren können. Die USA sollen zudem Israel gedrängt haben, Iran erneut anzugreifen – alleine

 11.10.2026

Teilnehmer einer Demonstration »United4Palestine« halten Palästinenserflaggen, auch eine Flagge der Linken und eine Queer-Flagge sind zu sehen.

Berlin

Israelfeindliche Demonstration durchs Regierungsviertel

Rund 3.500 Menschen nehmen an der Demonstration unter dem Motto »United4Palestine« teil. Auch Politiker und Aktivisten der Linkspartei waren dabei. Einige Demonstranten wurden festgenommen

 11.10.2026

Feuer am Flughafen von Riad

Saudi-Arabien

Mindestens zwölf Tote bei Angriff auf Flughafen in Riad

Der Konflikt zwischen den vom Iran unterstützten Huthi im Jemen und Saudi-Arabien eskaliert. Bei dem Angriff auf den Flughafen King Chalid gibt es Tote und Hunderte Verletzte. Wie reagiert Washington?

 11.10.2026

Nahost

Test für den Pakt

Was bedeuten die jüngsten Huthi-Angriffe für das Verteidigungsabkommen, das Saudi-Arabien mit Pakistan und der Türkei unterzeichnet hat?

von Reinhard Schulze  10.10.2026

Hans-Georg Lindenau in seinem Ladengeschäft »M99 Gemischtwaren mit Revolutionsbedarf«

Deutschland

Berlin-Kreuzberg: Aushänge gegen Judenhass - Jugendliche greifen Geschäftsinhaber an

Der Staatsschutz ermittelt

 10.10.2026 Aktualisiert

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026