Einspruch

Unverzichtbare Hilfe

Abraham Lehrer Foto: Gregor Zielke

Einspruch

Unverzichtbare Hilfe

Abraham Lehrer warnt vor Sozialkürzungen, die den Rechtsruck in der Gesellschaft verstärken könnten

von Abraham Lehrer  05.12.2024 09:54 Uhr

Es ist ein Meilenstein in der Geschichte der Sozialarbeit in Deutschland: Die Freie Wohlfahrtspflege begeht dieser Tage ihr 100-jähriges Jubiläum. Seit ihrer Gründung hat die Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) eine unverzichtbare Rolle in der Gesellschaft gespielt, indem sie die Interessen der sechs großen Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege, darunter die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST), bündelt und vertritt.

Die Freie Wohlfahrtspflege ist ein unverzichtbarer Pfeiler zur Sicherung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Sie setzt sich für eine gerechte und solidarische Gesellschaft ein, in der benachteiligte und bedürftige Menschen verlässlich Hilfe bekommen.

Die Verbände der BAGFW tragen entscheidend zur Lösung sozialer und gesellschaftlicher Herausforderungen bei und sind heute eine tragende Säule des Sozialstaats. 100 Jahre nach Gründung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege ist dies angesichts zunehmender Spannungen und Krisen wichtiger denn je.

Die Verbände tragen entscheidend zur Lösung sozialer und gesellschaftlicher Herausforderungen bei und sind heute eine tragende Säule des Sozialstaats.

Doch die Wohlfahrtspflege kämpft bereits seit vielen Jahren um eine auskömmliche Förderung von Aufgaben, die sie dem Staat abnimmt und ihn somit entlastet. Dies spiegelt sich insbesondere in den regelmäßigen Auseinandersetzungen rund um Budgetkürzungen wider – zuletzt vor allem im Bereich migrations- und integrationspolitischer Maßnahmen, die enormen Haushaltskürzungen für 2025 unterliegen.

Ohne die Freie Wohlfahrtspflege hätten Krisen wie die Corona-Pandemie oder die Aufnahme Geflüchteter aus der Ukraine in dieser Form nicht bewältigt werden können. Einsparungen im sozialen Sektor gefährden die resilienten und krisensicheren Strukturen der Freien Wohlfahrtspflege und damit auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt. In Zeiten eines Nach-rechts-Rückens des Wählers darf daher an diesen Stellen nicht gespart werden.

Der Autor ist Präsident der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland.

Berlin

Immer mehr Israelis beantragen deutsche Staatsbürgerschaft

Innerhalb weniger Jahre vervierfacht sich die Einbürgerung von Menschen aus dem jüdischen Staat

 16.04.2026

Meinung

Correctiv: Zu viel Theater, zu wenig Journalismus

Die Recherche zum »Potsdamer Geheimtreffen« hat deutschlandweit Proteste gegen die AfD ausgelöst. Doch die Kernaussage des Textes stimmt nicht, urteilt nun ein Gericht – und der Schaden ist groß

von Joshua Schultheis  16.04.2026

Nahost

Merz will Minenjagdboote für Hormus-Mission anbieten

In Paris wollen Europäer morgen über einen Plan zur Absicherung der vom Iran blockierten Straße von Hormus nach einem Ende des Krieges beraten. Bundeskanzler Merz nennt wichtige Voraussetzungen

 16.04.2026

Nahost

Syrien verkündet Abzug aller US-Truppen

Mit Hilfe der kurdischen Milizen führten US-Soldaten in Syrien einen langen Kampf gegen die Terrormiliz IS. Jetzt ziehen sie komplett ab aus dem Land, während in der Region der Iran-Krieg andauert

 16.04.2026

Nahost

Hegseth droht Iran: »Trefft eine weise Entscheidung«

Nach den gescheiterten Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran warnt der US-Verteidigungsminister die Führung in Teheran: Das US-Militär könne die Angriffe sofort wieder aufnehmen

 16.04.2026

Brandenburg/Ravensbrück

Schulen sagen Besuche in KZ-Gedenkstätten ab: Der Grund ist beunruhigend

Die Gedenkstätten in Brandenburg vermelden beunruhigende Entwicklungen: Antisemitische Vorfälle häufen sich

 16.04.2026

Barcelona

Neue Flottille startet in Richtung Gaza

An Bord von meheren Dutzend Booten stachen erneut israelfeindliche Aktivisten in See

 16.04.2026

Netivot

Bienenschwarm fällt über Einkaufszentrum in Israel her

Unzählige Insekten lassen sich in einem Einkaufszentrum nieder und fliegen in dichten Schwärmen über das Gelände

 16.04.2026

Dresden

Stadt prüft Konsequenzen nach Chamenei-Gedenkfeier im »Haus der Brücke«

Nach Angaben eines Stadtsprechers hat das Rathaus erst im Nachhinein Kenntnis von der Veranstaltung erhalten. Auch Exil-Iraner sind entsetzt

 16.04.2026