Parteien

Umfrage: So denken die Deutschen über die AfD

Foto: dpa

Ein mögliches Verbotsverfahren gegen die AfD wird von vielen Deutschen kritisch gesehen: Jeder zweite Wahlberechtigte (51 Prozent) hält die Einleitung eines solchen Verfahrens nicht für angemessen, wie aus dem am Donnerstag in Köln veröffentlichten ARD-»Deutschlandtrend« hervorgeht.

Zur Begründung gaben 65 Prozent von ihnen an, man müsse sich mit der AfD und ihren Wählern politisch auseinandersetzen. 14 Prozent begründen ihre Ablehnung eines Verbotsverfahrens mit fehlender Erfolgsaussicht und 16 Prozent damit, dass die AfD nicht verfassungsfeindlich sei. Für die Einleitung eines Verbotsverfahrens gegen die Partei sprachen sich 37 Prozent der befragten Bundesbürger aus.

Die Diskussion über ein Verbotsverfahren war durch ein Treffen von Neonazis mit Vertretern der AfD und Unternehmern neu entfacht worden, bei dem laut dem Recherchenetzwerk »Correctiv« über die Vertreibung von Menschen mit Migrationshintergrund gesprochen worden sein soll.

Streichung der Parteienfinanzierung

Zwei Drittel der Deutschen (65 Prozent) sind der Umfrage zufolge für eine stärkere inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD durch die übrigen Parteien. Etwa jeder zweite Wahlberechtigte (48 Prozent) sprach sich für eine Streichung der staatlichen Parteienfinanzierung für die AfD aus.

Zwei Drittel der deutschen Bevölkerung (66 Prozent) halten die AfD für rechtsextrem. Unter den AfD-Anhängern geben ebenfalls 66 Prozent an, es sei ihnen egal, dass die Partei in Teilen als rechtsextrem gilt, solange sie die richtigen Themen anspreche - das sind 14 Prozentpunkte weniger als im Juli 2023. Gut jeder zweite AfD-Wähler (51 Prozent) kann sich nach eigenen Angaben nicht vorstellen, in den nächsten Jahren eine andere Partei bei der Bundestagswahl zu wählen.

Das Umfrageinstitut Infratest dimap befragte für den ARD-»Deutschlandtrend« von Montag bis Mittwoch dieser Woche den Angaben zufolge 1303 Wahlberechtigte in einer zufallsbasierten
Telefon- und Online-Befragung. Die Schwankungsbreite beträgt zwei bis drei Prozentpunkte. epd

Reaktion

»Wir dürfen nicht dulden, dass Ausländerkriminalität, Judenhass an der Tagesordnung sind«

Bundeskanzler Merz sprach in Berlin über Migration und den grassierenden Judenhass im Land

 17.09.2026

Wahlkampf im Nordosten

Ex-CDU-Politiker Michel Friedman wirbt für die Grünen

 17.09.2026

Brandanschlag auf Synagoge Wuppertal

Nach ersten Erkenntnissen handelte der polizeibekannte Mann mit afghanischer Staatsangehörigkeit allein

 17.09.2026 Aktualisiert

Berlin-Wahl

Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und Linke

Neue Umfrage sieht eine Partei wieder knapp in Führung

 17.09.2026

München

Drinnen redet ein Palästinenser, draußen wird er mit »Free Palestine«-Rufen niedergebrüllt

In der bayerischen Landeshauptstadt fand eine Medienkonferenz mit prominenten Teilnehmern statt, gegen die es im Vorfeld Boykottaufrufe gab. Redner beklagten die zunehmende Polarisierung

von Michael Thaidigsmann  17.09.2026

Karlsruhe

Iraker plante Anschlag in Bremen

Der 24-jährige Islamist soll eine Kirche in Bremen als Anschlagsziel ausgewählt und schon eine Schusswaffe beschafft haben. Die Ermittler werfen ihm mehrere schwere Straftaten vor

 17.09.2026

Synagoge in Mailand (Archiv)

Mailand

»Niemand wird mich hier erniedrigen«

Nach antisemitischer Attacke: Jetzt spricht der angegriffene Rabbiner

 17.09.2026 Aktualisiert

Berlin-Wahl

»Stimmen Sie gegen Antisemitismus!«

Die Vorsitzende der DIG Berlin Brandenburg, Cerstin Richter-Kotowski ruft Wähler dazu auf, Parteien zu wählen, die Judenhass bekämpfen

 17.09.2026

München

Rabbiner: Plan gegen islamistischen Terror ist Vorbild für Europa

Mit einem Zehn-Punkte-Plan sollen in Deutschland Radikalisierung und islamistischer Terror bekämpft werden. Zustimmung kommt von Rabbinern, die über die Landesgrenzen hinaus denken. Allerdings wird auch Kritik laut

von Leticia Witte  17.09.2026