»After The Last Sky«-Festival

Treffen mit Kulturverwaltung

Das Ballhaus Naunynstraße Foto: dpa

Tim Renner, der Berliner Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten, hat sich am Donnerstag nach einem Gespräch mit dem Veranstalter des Festivals »After The Last Sky« im Ballhaus Naunynstraße geäußert. Im Zentrum des Gespräches habe dabei gestanden, ob die Äußerungen der Workshopleiterin Nadija Samour und der Kuratorin Anna-Esther Younes tatsächlich so gefallen sind, wie sie in einem Artikel des Tagesspiegel geschildert wurden.

»Dies hat der Veranstalter sowohl mit Blick auf die Veranstaltung am 26. September, wie auch mit Blick auf die Veranstaltung am 8. Oktober verneint und zur Bekräftigung auf zwei Zeugen der Veranstaltung (neben der Workshopleiterin) am 8. Oktober sowie auf eine Videodokumentation der Veranstaltung am 26. September verwiesen, die der Kulturverwaltung vorliegt und in der sich die Zitate nicht wiederfinden«, hieß es in einer Erklärung der Kulturverwaltung.

Existenzrecht Wagner Carvalho, der Leiter des Ballhauses sagte: »Jede Verharmlosung von Gewalt gegen den Staat Israel und seine Bürger, jede Relativierung von Terror und auch jede Form der Infragestellung des Existenzrechts des Staates Israel sind abzulehnen und zu verurteilen. Ich würde es als Hausherr als meine Pflicht ansehen, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um Äußerungen dieser Art in meinem Haus zu unterbinden.«

Die Berliner Kulturverwaltung prüfe, ob auf einem von Bund und Land geförderten palästinensischen Kulturfestival in der Bundeshauptstadt gegen Israel gehetzt wurde. Die Haltung der Senatskanzlei sei bei diesem Thema eindeutig, erklärte die Kulturverwaltung am Donnerstag in Berlin: »Weder tolerieren wir Rassismus oder Antisemitismus, noch dass das Existenzrecht Israels infrage gestellt wird.«

Das Festival wurde vom Bund mit 100.000 Euro aus dem Hauptstadtkulturfonds und vom Land Berlin mit 45.000 Euro gefördert.

»Apartheid-Regime« Laut einem Bericht des Berliner Tagesspiegel wurde Israel auf dem vierwöchigen Kulturfestival in verschiedenen Veranstaltungen wiederholt als »Apartheid-Staat« und »kolonialistisches Gebilde« diffamiert, das in den Palästinensergebieten »ethnische Säuberungen« durchführe.

Zudem seien Gewalttaten und Attentate gegen Israelis gutgeheißen worden. Diese seien eine legitime Reaktion auf das israelische »Apartheid-Regime«, das die arabische Bevölkerungsminderheit seit Jahrzehnten unterdrücke, zitiert das Blatt die Dozentin eines Workshops über in Israel inhaftierte Palästinenser.

Das Ballhaus Naunynstraße widerspricht der Darstellung. In einer Presseerklärung hieß es, »die Aussagen, in denen angeblich zur Gewalt aufgerufen oder Gewalt als legitimes Mittel eingestuft wurde, die Johannes C. Bockenheimer (Autor des Tagesspiegel-Artikels Anm. d. Red.) der Workshopleiterin zuschreibt, sind laut mehreren Zeugenaussagen falsch«. Die laut Naunynstraße »falsch zitierte Workshopleiterin« behalte sich rechtliche Schritte gegen den Autor vor.

Man verwehre sich »gegen die verleumderischen Zuschreibungen, dass bei dem Festival antisemitische oder rassistische Positionen geäußert wurden«. »Grundlage unserer künstlerischen Arbeit ist, dass wir jedwede Form von Antisemitismus, Diskriminierung, Rassismus, Sexismus und insbesondere Gewalt strikt ablehnen. Es zeichnet gerade das Profil des Hauses aus, für Formen der Diskriminierung sensibel zu sein«, erklärte der Veranstalter.

Workshop Die Kulturverwaltung hatte in einer Erklärung mitgeteilt, der Antrag auf Förderung habe nicht erkennen lassen, dass es einen solchen Workshop geben würde. Ebenso wenig sei der Workshop Bestandteil des Förderantrages gewesen. »Es war damit nicht absehbar, dass antisemitische oder rassistische Äußerungen in den Veranstaltungen fallen würden«, hieß es.

Sollte es zu diesen oder ähnlichen Äußerungen gekommen sein, wäre es Aufgabe des Veranstalters gewesen, sein Hausrecht auszuüben und diese zu unterbinden. Die Haltung der Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten sei eindeutig: »weder tolerieren wir Rassismus oder Antisemitismus, noch dass das Existenzrecht Israels infrage gestellt wird.« epd/ja

USA/Iran

Trump bestätigt: Chamenei ist tot

In Teheran bricht nach Berichten über den Tod von Irans obersten Führer spontan Jubel aus

 28.02.2026

USA

Ist Ajatollah Ali Chamenei noch am Leben? Nun äußert sich Donald Trump

 28.02.2026

Krieg

Explosionen in Tel Aviv. Eine Tote, mehrere Verletzte

Nach einem Raketenangriff aus dem Iran melden Einwohner laute Explosionen in Tel Aviv

 28.02.2026

Israel

Israelische Medien: Chameneis Leiche wurde gefunden

Die Hintergründe

 28.02.2026 Aktualisiert

Jerusalem/Teheran

»Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Tyrann nicht mehr existiert«

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat bekanntgegeben, dass Irans Oberster Führer Ali Chamenei bei den Angriffen Israels und der USA getötet wurde

 28.02.2026 Aktualisiert

Essay

Ich habe Xavier Naidoos öffentlicher Abbitte geglaubt ...

Da steht er also wieder vor dem Kanzleramt. Nicht als Sänger, nicht als geläuterter Rückkehrer, nicht als jemand, der seine eigenen Irrwege wirklich aufgearbeitet hätte, sondern als Lautsprecher für den nächsten verschwörungsideologischen Ausnahmezustand

von Serdar Somuncu  28.02.2026

Krieg

Jubelrufe in Teheran nach Berichten über Chameneis Tod

In Teheran sorgt eine unbestätigte Nachricht für Freudenfeiern. Doch offizielle Bestätigungen fehlen bislang

 28.02.2026

Analyse

»Der Iran hat nicht die Schlagkraft«

Das iranische Regime kann den Angriffen von Israel und den USA aus Sicht des Politologen Maximilian Terhalle militärisch wenig entgegensetzen - und durchaus gestürzt werden

 28.02.2026

Interview

»Die Chance auf Regimewechsel im Iran liegt bei 5 Prozent«

Der Sicherheits- und Terrorismusexperte Peter R. Neumann ist skeptisch, dass der von Israel und den USA gewünschte Fall des Regimes im Iran durch die Militäraktion erreicht werden kann

von Michael Thaidigsmann  28.02.2026