Meinung

Treblinka für Schoaleugner

David Irving ist ein freier Mann. Er kann tun und lassen, was er will, also auch reisen, wohin und wann immer es ihm beliebt. Keiner kann den notorischen Hitler-Verehrer und vorbestraften Holocaustleugner daran hindern. Es liegt derzeit nichts gegen den 72-Jährigen vor, was justiziabel wäre. Auch die polnischen Behörden müssten sich schon etwas ganz Besonderes einfallen lassen, um dem Hobbyhistoriker die Einreise zu verwehren. Das ist mehr als bedauerlich. Denn der braun gesinnte Bücherschreiber plant einen als privat deklarierten »Bildungsurlaub« der perfiden Art: Er will dieser Tage – nach einem Abstecher zum Führer-Hauptquartier »Wolfsschanze« und einem Rundgang durch das ehemalige jüdische Ghetto in Warschau – mit anderen »Touristen« das Vernichtungslager Treblinka besuchen. Vermutlich lautet das Motto der Nazitour: »Gaskammern? Auf den Spuren einer jüdischen Erfindung«. Auschwitz steht übrigens nicht auf dem Besichtigungsprogramm. Dort sei im Disney-Stil alles verfälscht worden, sagt Irving, und nennt den Ort eine polnische »Gelddruckmaschine«. Da zieht es die rechten Herren und Damen doch eher nach Treblinka. Sie sind ja so frei. Manchmal sind Europas offene Grenzen wirklich ein Ärgernis.

Essay

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Meinung

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Meinung

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