Leipzig

Terror-Sympathisantin sollte an Hochschule sprechen

Jumana Manna im Jahr 2016 Foto: picture alliance / Robert Newald / picturedesk.com

Sie feierte den Terror der Hamas - und trotzdem lud die Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig die Terror-Sympathisantin Jumana Manna zu einer Filmvorführung und einer Podiumsdiskussion ein. Nach massiver Kritik will die Hochschule die Veranstaltungen nun verschieben und auf den Prüfstand stellen.

Jumana Mannas Film »Foragers« über palästinensische Kräutersammler im Westjordanland sollte am Mittwochabend gezeigt werden. Am Donnerstag sollte sie an einem Panel teilnehmen.

Wie »Welt« zuerst berichtete, hat die in Berlin lebende, palästinensische Künstlerin den Terror gegen Israel gefeiert, indem sie auf Instagram ein Bild mit am 7. Oktober 2023 auf Gleitschirmen nach Israel fliegenden Hamas-Terroristen mit den Worten »Es lebe die Kreativität des Widerstands« kommentierte.

Auch verhöhnte sie die Opfer der Hamas-Massaker auf ihrem inzwischen auf »privat« geschalteten Instagram-Konto, als sie ein Foto mit flüchtenden Besuchern des Nova-Festivals mit folgendem Kommentar teilte: »Es macht keinen Spaß, in der Nähe des größten Gefängnisses der Welt zu raven.«

Allein beim Nova-Festival, das in Sichtweite von Gaza stattfand, wurden 364 Menschen von palästinensischen Terroristen ermordet. Es kam zudem zu Vergewaltigungen.

Lesen Sie auch

»Vermeintliche Eindeutigkeiten«

Die Panel-Diskussion, an der Manna beteiligt gewesen wäre, hätte nach einer Rede von Michael Rothberg, dem Inhaber des Samuel-Goetz-Lehrstuhls für Holocaust-Studien an der University of California, stattfinden sollen.

Im Ankündigungstext für die Podiumsdiskussion der HGB heißt es: »Die Eilfertigkeit, Künstler:innen auszuladen und Fördergeldzusagen infrage zu stellen, scheint dem Skript einer Erinnerungskultur zu folgen, das von vermeintlichen Eindeutigkeiten ausgeht und letztlich Ausschlüsse (re)produziert.«

»Repressive Maßnahmen«

»Unter der Prämisse der deutschen Staatsräson, in deren Zentrum die bedingungslose Unterstützung der Politik Israels steht, soll jüdisches Leben durch teils repressive Maßnahmen geschützt werden (vgl. Resolutionsentwurf), die unter anderem dazu führen, dass palästinensisches Leben sowie palästinensische Narrative oft nicht wahrgenommen werden«, lautet die Ankündigung der Leipziger Hochschule tatsächlich.

Während eine Israelfeindin an der HGB Leipzig reden soll, sagte die Universität Leipzig eine Rede des israelischen Historikers Benny Morris ab. Der Grund: Die israelfeindliche Gruppe »Students 4 Palestine« hatte eine Streichung des Events gefordert.

»Traumatisierende Erfahrungen«

Später hieß es von der Uni, es habe Sorge um die Sicherheit der Gäste bestanden. Einer der Veranstalter, der Religionssoziologe Gert Pickel, sagte gar: »Wir haben (...) wirklich die Sorge gehabt, dass es zu traumatisierenden Erfahrungen für jüdische Angehörige unserer Universität kommen könnte.«

Nun wird die Universität Leipzig dafür kritisiert, vor Antisemiten gekuscht zu haben. im

Meinung

Notbremse gegen Antisemitismus

Die Hochschulleitungen müssen den Judenhass ihrer Mitarbeiter und Studierenden als das ernst nehmen, was er ist: eine Gefahr für jüdisches Leben in Deutschland

von Debora Eller  22.07.2026

Meinung

Herr Kretschmer, es gibt nichts mit der AfD zu bereden!

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer stellt einmal mehr die Brandmauer in Frage und will »mit jedem reden, der reden will«. Doch reden muss man allenfalls mit den Wählern der AfD

von Michael Thaidigsmann  22.07.2026

Österreich

Hitlers Geburtshaus ist nun eine Polizeistation

1889 kam der spätere Diktator Adolf Hitler im österreichischen Braunau am Inn zur Welt. Das Gebäude wurde in der Vergangenheit immer wieder von Neonazis aufgesucht. Damit soll Schluss sein

von Matthias Röder  22.07.2026

Washington D.C.

Berichte: Trump genehmigt Atom-Deal mit Saudi-Arabien

Die Nachricht fällt mit der Eskalation des Iran-Krieges zusammen. Kritiker warnen vor einem atomaren Wettrüsten in der instabilen Region

 22.07.2026

Meinung

Es reicht!

Im Angesicht der brutalen und mutmaßlich antisemitisch motivierten Gewalttat bei Würzburg muss endlich über Verantwortlichkeiten geredet werden

von Volker Beck  22.07.2026

Berlin

Bericht des Jüdischen Forums: 329 antisemitische Vorfälle bei Demonstrationen

Als durchgängiges Motiv nennt der Bericht den Ruf nach einer »Globalisierung der Intifada«

 22.07.2026

Berlin

Dobrindt kündigt baldige Nachfolge für Antisemitismusbeauftragten Felix Klein an

Klein selbst spricht sich für eine nahtlose Übergabe aus

 22.07.2026

Würzburg

Schuster sorgt sich um Brandmauer gegen die AfD

Im September wird in Sachsen-Anhalt gewählt. In Umfragen ist die AfD mit Abstand stärkste Kraft. Der Präsident des Zentralrats der Juden blickt mit Sorge auf die CDU

 22.07.2026

Augsburg

Acht Monate Haft für antisemitischen TikTok-Kommentar

»Adi warum hast du nicht alles ein Ende gebracht« soll der Verurteilte unter einen Beitrag der »Tagesschau« geschrieben haben

 22.07.2026