Sydney

Terrorattacke in Bondi Beach: Ermittler finden Sprengsätze und IS-Propaganda

Mal Lanyon, der Polizeichef des Bundesstaates New South Wales mit Krissy Barrett, der Direktorin der Polizei Australiens, bei einer Pressekonferenz zur Terrorattacke in Biondi Beach Foto: picture alliance / REUTERS

Nach dem tödlichen Terroranschlag auf eine Chanukka-Feier am Bondi Beach in Sydney haben australische Ermittler weitere Details zu den mutmaßlichen Tätern veröffentlicht. In einem Fahrzeug, das den Angreifern zugeordnet wird, seien selbstgebaute Sprengsätze sowie Fahnen der Terrororganisation »Islamischer Staat« gefunden worden. Die Tat wird von den Behörden als islamistisch motivierter Terroranschlag eingestuft.

Nach Angaben der Polizei von New South Wales gehörte das Auto dem 24-jährigen Naveed Akram. Im Inneren entdeckten Ermittler mehrere improvisierte Sprengvorrichtungen sowie zwei selbst gefertigte IS-Fahnen. Australiens Bundespolizeichefin Krissy Barrett sprach von einem »terroristischen Angriff, der vom Islamischen Staat inspiriert war«. Auch Ministerpräsident Anthony Albanese hatte zuvor erklärt, die Tat sei ideologisch motiviert gewesen.

Bei dem Angriff am Sonntagabend eröffneten zwei Täter von einer Brücke aus das Feuer auf die Teilnehmer einer Chanukka-Veranstaltung am Archer Park nahe dem berühmten Strand. Mehr als 1000 Menschen hatten dort das Lichterfest gefeiert. Mindestens 15 Menschen wurden getötet, darunter ein zehnjähriges Mädchen, ein aus Großbritannien stammender Rabbiner und ein Holocaust-Überlebender. Dutzende weitere Personen erlitten Verletzungen.

Gemüsehändler entwaffnet Terroristen

Als Täter gelten der 50-jährige Sajid A. und sein Sohn Naveed. Der Vater wurde noch am Tatort von der Polizei erschossen, der Sohn liegt nach Angaben der Behörden im Koma. Nach Polizeiangaben griff während des Angriffs ein 43-jähriger Passant ein: Der Obst- und Gemüsehändler Ahmed al Ahmed überwältigte einen der Schützen und entwaffnete ihn. Ministerpräsident Albanese traf den Mann später persönlich und dankte ihm für seinen Mut sowie für die Menschenleben, die er gerettet habe.

Lesen Sie auch

Zusätzliche Aufmerksamkeit richtet sich auf eine Auslandsreise der beiden Verdächtigen. Vater und Sohn waren im vergangenen Monat gemeinsam auf den Philippinen. Die Hintergründe dieser Reise werden nun von australischen und philippinischen Behörden untersucht. Das Außenministerium in Manila bestätigte eine entsprechende Zusammenarbeit und kündigte weitere Informationen nach Abschluss der Überprüfungen an.

Die Tat hat Australien tief erschüttert – auch weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus. Der Cricket-Nationalmannschaftskapitän Pat Cummins, der in der Nähe von Bondi lebt, sagte, der Anschlag habe ihn persönlich getroffen. Er habe die Nachrichten gemeinsam mit seiner Frau »fassungslos« verfolgt. Besonders die Nähe des Tatorts zum eigenen Wohnort habe die Ereignisse noch bedrückender gemacht. Cummins kündigte an, dass die australischen Spieler während der Ashes-Serie Trauerbinden zum Gedenken an die Opfer tragen werden.

Unter den Getöteten sind Menschen im Alter zwischen zehn und 87 Jahren. Mehr als 35 Verletzte befanden sich zuletzt noch in Krankenhäusern, darunter auch ein Polizist. Premierminister Albanese stellte angesichts der Tat erneut eine Verschärfung der ohnehin strengen australischen Waffengesetze in Aussicht. im

Ilse Aigner lacht und applaudiert in einer Menschenmenge

Bundespräsidentenwahl

Aigner wird zur Kandidatinnen-Kür in Berlin erwartet

Nach ihrer offiziellen Vorstellung in Berlin reist Ilse Aigner am Montag mit Merz und Söder nach München – zum Festakt für 20 Jahre Hauptsynagoge Ohel Jakob

 08.11.2026

Berlin

Mann ersetzt Deutschlandflagge vor dem Reichstag durch Palästina-Flagge

Ein 22-Jähriger kletterte den fast 30 Meter hohen Mast auf dem Platz der Republik hinauf. Der Staatsschutz ermittelt

 08.11.2026

Ideologie

Wer darf jüdische Geschichte deuten?

Wie das progressive Milieu jüdische Identität neu definiert und Juden zu Privilegierten und Unterdrückern erklärt

von Gunda Trepp  08.11.2026

Kirsten Fehrs

Regierungsbildung in Berlin

EKD-Ratsvorsitzende fordert klare Abgrenzung von Antisemiten

Der Umgang der Linken mit ihrer Abgeordneten Vanessa Emde sorgt seit Wochen für Diskussionen. Welche Maßstäbe legt die EKD bei Antisemitismus an Parteien an?

 08.11.2026

Antisemitismus

»WerteInitiative« startet Kampagne gegen Judenhass

Antisemitismus als Chamäleon: Der Verein WerteInitiative will mit einer neuen Medienkampagne auf blinde Flecken beim Kampf gegen Judenhass aufmerksam machen

 08.11.2026

Josef Schuster

EKD-Synode

Zentralratspräsident: 9. November mahnt zu Widerspruch

Antisemitische Witze, rassistische Sprüche – auch im Bekanntenkreis sollte das aus Sicht von Zentralratspräsident Schuster nicht unwidersprochen bleiben. Der Würzburger Bischof Jung sieht Kirchen in der Verantwortung

 08.11.2026

München

20 Jahre jüdisches Leben im Herzen Münchens: Synagoge Ohel Jakob

Das Judentum ist seit 20 Jahren wieder mitten in der bayerischen Hauptstadt verankert

von Christiane Ried  08.11.2026

Bankenviertel in Riad

Konflikt mit Saudi-Arabien

Huthi greifen Wolkenkratzer im Zentrum von Riad an

Die fast täglichen Angriffe der Huthi hinterlassen große Kratzer am Image Saudi-Arabiens als sicherer Ort für Geschäfte und Tourismus. Jetzt wird der Geschäftsbezirk von Riad getroffen

 08.11.2026

Vanessa Emde

Regierungsbildung in Berlin

Linke Emde weist Rückzugsforderung des Vorstands zurück

Die Berliner Linke-Abgeordnete Vanessa Emde soll ihr Mandat im Berliner Abgeordnetenhaus zurückgeben, so fordert es der Landesvorstand. Jetzt äußert sich Emde dazu – mit einer klaren Antwort

 08.11.2026