Online-Handel

Temu verkauft keine Waren mit Israel-Bezug

Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Ein Einkaufserlebnis »wie für Milliardäre« verspricht der Billig-Onlinehändler Temu seinen Kunden. Das Sortiment ist so günstig wie riesig: Von Herrenschuhen (ab 89 Cent) über Beet-Einfassungen für Rasenkanten (13,98 Euro) bis zu T-Shirts mit der Aufschrift »I’m from Micronesia« (9,17 Euro) hat Temu fast alles im Angebot.

Sogar Judaika wie einen Torazeiger (7,02 Euro) gibt es. Mit dieser Strategie will das 2022 gegründete Unternehmen etablierten Online-Ramschläden wie AliExpress Konkurrenz machen.

Doch wenn man in der gigantischen Produktpalette nach »Israel« sucht, heißt es: »Keine Ergebnisse für ›Israel‹«. Bei der Suche nach »Palästina« gibt es ebenfalls keine Ergebnisse. Das ist bemerkenswert für eine Plattform, die sogar Merchandise für Kleinststaaten wie etwa Mikronesien, aber auch Nauru oder Tuvalu im Angebot hat.

Über die Gründe für diese Lücke schweigt Temu trotz mehrfacher Anfragen. Möglicherweise sind diese politisch. Denn Temu gehört zum chinesischen Online-Händler Pinduoduo, der seinen Sitz in Shanghai hat, und bietet auch keine Produkte an, die der Kommunistischen Partei Chinas missfallen könnten.

Lesen Sie auch

Wer etwa nach der Flagge Taiwans sucht, bekommt stattdessen die chinesische Nationalflagge angeboten. Denn die chinesische Regierung betrachtet die faktisch unabhängige Inseldemokratie als abtrünnige Provinz, die es mit dem Festland wiederzuvereinen gilt.

Auch die Flagge der Uiguren, einer unterdrückten ethnischen Minderheit, die im Nordwesten Chinas lebt, fehlt im Sortiment. nko

Interview

»Ich bezweifle, dass Claudia Roth es ernst meint mit dem Kampf gegen Antisemitismus«

JSUD-Präsident Ron Dekel geht mit der Grünen-Politikerin hart ins Gericht und wirft ihr vor, antisemitische Narrative salonfähig zu machen

von Michael Thaidigsmann  06.11.2026

Israelfeindliche Politikerin

Berliner Linke fordert Vanessa Emde zum Mandatsverzicht auf

Nach Wochen der Diskussion über den Umgang mit der direkt gewählten Abgeordneten, scheint die Parteispitze nun durchgreifen zu wollen

 06.11.2026

Vorwurf der Kampagne

Eklat um Claudia Roth: Nun reagiert der Zentralrat

Die Grünen-Politikerin bereut es, israelfeindliche Regisseure auf der Berlinale kritisiert zu haben und sieht die Schuld dafür beim Zentralrat der Juden

 06.11.2026

Berlin

Gregor Gysi für Rauswurf von Vanessa Emde

»Ich hoffe, dass wir sie ausschließen«, sagt Gysi über die wegen israelfeindlicher Aussagen umstrittene Abgeordnete

 06.11.2026

Bayern

Charlotte Knobloch wünscht sich Ilse Aigner als Bundespräsidentin

Die bayerische Landtagspräsidentin »lebt mit den Menschen, nicht über ihnen«, so Knobloch

 06.11.2026

USA

Trump will bald Entscheidung zum Iran-Krieg verkünden

Nach der Wahlniederlage seiner Republikaner beschäftigt sich US-Präsident Trump mit der Frage, ob er den Krieg mit dem Iran wiederaufnehmen soll. Die Bemühungen der Vermittler laufen auf Hochtouren

 06.11.2026

Berlin

Emde erschien mit radikaler Anti-Israel-Aktivistin zur Fraktionssitzung

Während die Linke weiter um den Umgang mit der Neuköllner Abgeordneten ringt, provozierte diese erneut

 05.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  05.11.2026

Hintergrund

Claudia Roth und der »unfassbare Druck vom Zentralrat«

Die Ex-Kulturstaatsministerin bezeichnet es als »totalen Fehler«, auf der Berlinale Regisseure wegen ihrer israelfeindlichen Aussagen kritisiert zu haben und sucht dafür die Schuld beim Zentralrat der Juden

von Michael Thaidigsmann  05.11.2026