Eine Recherche des »Tagesspiegels« erhebt schwere Vorwürfe gegen die Berliner FDP-Politikerin und Aktivistin Karoline Preisler. Dem Bericht zufolge soll sie nach dem islamistisch motivierten Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) einen unbeteiligten Mann fälschlicherweise mit dem Attentäter in Verbindung gebracht haben.
Karoline Preisler kandidiert bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026 für die FDP. Bekannt wurde die Politikerin und Rechtsanwältin durch ihre stillen Gegenproteste bei israelfeindlichen Demonstationen und ihr Engagement gegen Antisemitismus.
Fatale Verwechslung
Laut der Recherche des Tagespiegels verbreitete Preisler kurz nach der Tat Hinweise auf einen anderen Mann, den sie offenbar mit dem später identifizierten Tatverdächtigen verwechselt hatte. Die Verwechslung habe sich in den sozialen Netzwerken rasant verbreitet. Der betroffene 22-Jährige sei daraufhin millionenfach als mutmaßlicher Attentäter dargestellt worden und habe nach eigenen Angaben Drohungen erhalten. In einem Video auf TikTok sagte er: »Es kann nicht sein, dass mein Name genutzt wird und gesagt wird, dass ich der Täter gewesen bin – nur weil ich ein Moslem bin, nur weil ich Abdul heiße und nur weil ich Sachen auf TikTok poste.«
Der Tagesspiegel berichtet weiter, Preisler habe ihre ursprünglichen Äußerungen trotz der zwischenzeitlich veröffentlichten Fahndungsinformationen der Berliner Polizei zunächst nicht öffentlich richtiggestellt. Bei einem Auftritt bei WELT-TV und im Podcast-Interview mit Constantin Schreiber habe sie stattdessen ihre Vorwürfe bekräftigt, wonach Hinweise aus ihrem Umfeld vor der Tat nicht ausreichend beachtet worden seien, und Kritik am Berliner Senat sowie am Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) geäußert.
Auf Nachfragen zu den Falschbeschuldigungen reagierte Preisler laut Tagesspiegel am Montag auf der Plattform X mit den Worten: »Das nehme ich zur Kenntnis.« ja/dpa