Berlin

Studierendenverband für Auflösung von Protestcamps an Hochschulen

Polizeibeamte gehen gegen ein Protestcamp von Israelhassern an der FU Berlin vor. Foto: picture alliance/dpa

Der Studierendenverband fzs hat sich für die Auflösung von propalästinensischen Protestcamps an deutschen Hochschulen ausgesprochen, gleichzeitig aber vor einer Eskalation durch Polizeigewalt gewarnt.

»Auch wenn wir die Auflösung dieser stark radikalisierten und antisemitischen Camps für gerechtfertigt und notwendig halten: Ein unrechtmäßig brutales Vorgehen der Polizei ist nie zu entschuldigen«, sagte Sascha Wellmann, Vorstandsmitglied beim »Freier Zusammenschluss von Student*innenschaften« (fzs), am Donnerstag laut einer Mitteilung.

Teilnehmer der Protestcamps seien nicht nur Studenten. »Propalästinensische Forderungen werden immer wieder durch propagandistische Falschinformationen ergänzt. Es herrscht eine aktiv anti-israelische Haltung vor, welche flächendeckend eine antisemitische Rhetorik aufweist«, sagte die fzs-Referentin für Antifaschismus, Antirassismus und Emanzipation, Debora Eller. So werde das Leid der Bevölkerung im Gazastreifen bei den Uni-Protesten auch für »antisemitische Hetze« instrumentalisiert.

Hausrecht und Verweise

Der fzs, ein Dachverband für die Studierendenvertretungen an deutschen Hochschulen, forderte die Hochschulleitungen auf, jüdische Studierende effektiv vor antisemitischen Vorfällen zu schützen. Außerdem sollten sie von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und aggressiv auftretende antisemitische Gruppierungen und Einzelpersonen des Campus verweisen.

In den vergangenen Tagen war es nach landesweiten Protesten an US-Universitäten auch an einigen deutschen Hochschulen zu anti-israelischen und antisemitischen Protesten gegen das Vorgehen der israelischen Armee im Gazastreifen gekommen, darunter in Berlin, Leipzig und Bremen.

An der Freien Universität (FU) Berlin wurde ein anti-israelisches Protestcamp am Dienstag kurzfristig geräumt. Inzwischen haben mehr als 300 Berliner Dozenten die Hochschulleitungen in der Hauptstadt in einem Statement aufgefordert, von Polizeieinsätzen gegen ihre Studenten abzusehen. dpa/ja

Nahost

Reaktion auf Hisbollah-Angriff: Israel nimmt Hauptquartier der Terroristen ins Visier

Die israelische Armee erklärt, sie habe auch Abschussvorrichtungen für Raketen zerstört

 08.06.2026

Nahost

Israel reagiert mit Angriffen auf iranische Raketenattacken

Ist die Waffenruhe endgültig vom Tisch? Der Überblick am Morgen

 08.06.2026

Krieg

Medien: Trump fordert von Israel Verzicht auf Gegenschläge

Der US-Präsident fordert zugleich den Iran auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und ein Abkommen abzuschließen

 07.06.2026

Krieg

Iran bricht die Waffenruhe und feuert Raketen auf Israel

Was bislang bekannt ist

 07.06.2026 Aktualisiert

Kommentar

Der alte Hass trägt heute Palästinaflaggen

Wie der kulturelle Boykott Israels die Ausgrenzung von Juden normalisiert

von Sarah Maria Sander  07.06.2026

Meinung

Libanon: Zwischen Anschein und Wirklichkeit

Wer den aktuellen Konflikt verstehen will, darf den Zedernstaat nicht als tragisches Opfer Israels lesen

von Jacques Abramowicz  07.06.2026

Berlin

Verfassungsschutz warnt vor islamistischer Einflussnahme auf deutsche Institutionen

Laut BfV-Chef Sinan Selen geht es nicht um kurzfristige Aktionen, sondern langfristig angelegte Strategien, die auf eine Veränderung politischer Entscheidungsprozesse abzielen

 07.06.2026

Justiz

Richterbund warnt vor Einfluss der AfD auf Justiz

Das Risiko gezielter politischer Eingriffe in die Richterauswahl und in die Strafverfolgung müsse minimiert werden

von Lukas Philippi  07.06.2026

»documenta«

Kulturrat: Antisemitismus letztlich nicht zu verhindern

Olaf Zimmermann will mit einem »Code of Conduct« Antisemitismus, Rassismus »und jedweder anderen Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aktiventgegentreten«

von Susanne Rochholz  07.06.2026 Aktualisiert