EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 47 Sitze

Wehrhahn-Bombenanschlag

Strafprozess hat begonnen

Hier wurden im Juli 2000 zehn Menschen teils lebensgefährlich verletzt, ein ungeborenes Kind starb im Mutterleib. Foto: dpa

Mehr als 17 Jahre nach dem Bombenanschlag am S-Bahnhof Düsseldorf-Wehrhahn hat am Donnerstag vor dem Landgericht Düsseldorf der Strafprozess gegen den mutmaßlichen Wehrhahn-Attentäter begonnen. In der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf fand dazu am Mittwochabend eine Informationsveranstaltung statt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 51-jährigen Ralf S. vor, am 27. Juli 2000 am S-Bahnhof Düsseldorf-Wehrhahn eine Rohrbombe gezündet zu haben, als eine Gruppe Sprachschüler aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion vorbeiging. Zehn Menschen wurden verletzt, ein ungeborenes Kind starb. Die Anklage lautet auf versuchten Mord. Die Staatsanwaltschaft geht von einem rassistischen Motiv aus. Sechs der Opfer waren jüdische Migranten.

Sprengstoff Die festgefahrenen Ermittlungen waren 2014 wieder in Fahrt gekommen, als der wegen eines anderen Deliktes in Haft sitzende Ralf S. vor einem Mithäftling mit der Tat geprahlt und »Täterwissen« ausgeplaudert haben soll. Wie man heute weiß, hatte der Bundeswehr-Soldat eine Ausbildung im Umgang mit Sprengstoffen.

Herbert Rubinstein, zum Zeitpunkt des Anschlags Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein, erinnerte sich bei der Veranstaltung am Mittwochabend an die Tage nach der Tat: »Wir waren geschockt, dass so etwas passieren konnte, mitten in Düsseldorf.« Der damalige Rabbiner Michael Goldberger habe sofort seelsorgerische Hilfe geleistet. Man habe die Opfer und deren Familien von der Presse abgeschirmt. Die Gemeinde werde den Prozess sehr genau beobachten – 37 Verhandlungstage sind anberaumt.

Verbrechen Zu der Veranstaltung war auch Monika Düker, Abgeordnete der Grünen im NRW-Landtag, eingeladen. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass die lange Vorbereitung des Prozesses letztlich zur Aufklärung des Verbrechens führen werde. Die Abgeordnete sieht unbeantwortete Fragen zur Rolle des Verfassungsschutzes, der einen V-Mann in der rechtsextremen Szene im Umfeld des Angeklagten geführt hatte.

Dieser V-Mann war kurz vor der Tat von diesem Fall abgezogen worden. Der Mann hatte sich aber nach den heute vorliegenden Informationen offenbar just zum Tatzeitpunkt noch mit einem Verfassungsschützer getroffen. Informationen zu diesem V-Mann gab der Verfassungsschutz erst Jahre nach der Tat – nach dem Selbstmord der NSU-Terroristen – an die Ermittler weiter. (mit epd)

Berlin

Verfassungsschutz warnt vor linksextremen Einflüssen

Für Samstag hat die Initiative Gen Z regelt deutschlandweit zu Protesten für Bildung und soziale Gerechtigkeit aufgerufen. Aus Sorge vor Ausschreitungen beobachten die Behörden die Lage genau

 28.10.2026

Berlin

Antisemitismusbeauftragte: »Jude« darf kein Schimpfwort sein

Katharina von Schnurbein tritt heute die Nachfolge von Felix Klein in der Bundesregierung an. Ihr erklärtes Ziel klingt einfach

 28.10.2026

Belgrad

Serbien: Anschlag auf Polizisten vor israelischer Botschaft

Erneut wird ein Wachbeamter vor der israelischen Botschaft angegriffen. Der Vorfall weckt Erinnerungen - welche Sicherheitsmaßnahmen die Behörden jetzt ergreifen

 28.10.2026

Washington D.C.

Trump reklamiert Anteil an Netanjahus überraschend starkem Wahlergebnis

»Als meine Unterstützung bekannt wurde, hat ihm das sehr geholfen«, sagt der amerikanische Präsident

 28.10.2026

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Debatte

Linke vertagt Entscheidung um Vanessa Emde

Die Berliner Linke ringt seit Wochen um den richtigen Umgang mit einer israelfeindlichen Abgeordneten. Nach einer Fraktionssitzung wurde wieder keine Lösung präsentiert

 27.10.2026

Berlin

Volker Beck zur Wahl: Regierungswechsel wäre gut für Israel

Der Urnengang entscheidet über die politische Zukunft von Benjamin Netanjahu. Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft argumentiert, der Regierungschef habe viel Vertrauen verspielt

 27.10.2026

Beate Zschäpe im Jahr 2021 in ihrem Prozess

Rechtsextremismus

Gericht: NSU-Terroristin Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben

Beate Zschäpe wollte vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das Gericht sagt Nein. Doch die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig

von Christoph Trost  27.10.2026

Berlin

Medienberichte über Israel auf dem Prüfstand

Wie weit klaffen Berichterstattung und Realität auseinander? Darüber ist am Freitag ist ein ganztägiger »Fachaustausch« an der Technischen Universität geplant

 27.10.2026