Washington D.C.

Steve Witkoff: Hamas hat Schuld an Abbruch der Verhandlungen

US-Sonderbeauftragter Steve Witkoff Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Der Nahostbeauftragte von Donald Trump, Steve Witkoff, hält es für möglich, dass die Vermittler der Hamas Interesse an einer Verlängerung des Waffenstillstandes mit Israel ihm gegenüber nur vorgetäuscht haben. Dies erklärte er am Sonntag in einem Interview mit »Fox News«.

Zunächst habe er gedacht, die palästinensische Terrorgruppe hätte seinem Brückenvorschlag zur Verlängerung des Waffenstillstands im Gazastreifen zugestimmt, um dann einen Rückzieher zu machen. Der Vorschlag enthielt die Freilassung weiterer fünf Geiseln der Hamas für die Entlassung palästinensischer Häftlinge.

»Ich dachte, wir hätten ein akzeptables Abkommen. Ich dachte sogar, wir hätten eine Zustimmung der Hamas. Vielleicht habe ich mich nur getäuscht. Ich dachte, wir hätten es geschafft, aber offensichtlich haben wir es nicht geschafft«, sagte Witkoff in dem Interview.

Ausgehungert und gefoltert

Israel hatte Witkoffs jüngsten Vorschlag akzeptiert, wollte aber mehr Geiseln aus Gaza zurückhaben. Da die Hamas offenbar nur Zeit gewinnen wollte, begann Israel wieder mit Angriffen gegen die Terroristen. Allein am vergangenen Wochenende töteten die Streitkräfte (IDF) zwei führende Hamas-Mitglieder.

Die Hamas hatte darauf bestanden, die ursprünglich vorgesehene zweite Phase des Abkommens umzusetzen. Diese enthielt einen Abzug Israels aus Gaza. Mit der Rückkehr ausgehungerter und gefolterter Geiseln aus Gaza wurde dann klar, dass die Freilassung der Verschleppten beschleunigt werden musste. Die Terroristen stellten sich quer.

Lesen Sie auch

Am 14. März bot die Hamas an, die letzte noch lebende amerikanisch-israelische Geisel und die Leichen von vier weiteren US-israelischen Staatsbürgern freizulassen. Witkoff bezeichnete diese Antwort als »nicht zielführend«. Vier Tage später nahm Israel die Kämpfe im Gazastreifen wieder auf.

»Hundertprozentige Verpflichtung«

Bei Fox machte Witkoff die Hamas für den Abbruch der Verhandlungen und die Wiederaufnahme der Kämpfe verantwortlich: »Das ist die Schuld der Hamas. Die Vereinigten Staaten stehen an der Seite des Staates Israel. Das ist eine hundertprozentige Verpflichtung.«

Er fügte hinzu, die Hamas habe jede Gelegenheit gehabt, sich zu entmilitarisieren und seinen Überbrückungsvorschlag für eine bis zu 50-tägige Waffenruhe zu akzeptieren. »Es gab alle möglichen Gelegenheiten, dies zu tun, und sie haben sich dagegen entschieden.«

Witkoff sagte auch, die USA wären nach wie vor bereit, auf die Hamas zuzugehen: »Ich hoffe sehr, dass wir alle wieder an den Tisch bekommen und die Geiseln nach Hause bringen können.« Am Freitag hatte er gegenüber dem umstrittenen, ultrarechten Show-Host Tucker Carlson erklärt, die Parteien seien trotz der Wiederaufnahme der Kämpfe in Gaza »im Gespräch«.

Auch zum iranischen Atomprogramm äußerte sich Witkoff. Teheran dürfe es nicht erlaubt werden, Atomwaffen herzustellen. Er hoffe, dass das Ziel, die Bombe in den Händen des Regimes zu verhindern, diplomatisch erreicht werden könne, denn »die Alternative ist keine gute Alternative«. im

Meinung

Liebe Politiker, habt ihr nur warme Worte im Angebot?

Das CDU-Präsidium hat einen Beschluss zum Schutz jüdischen Lebens gefasst. Er ist gut gemeint, aber nicht wirklich überzeugend

von Michael Thaidigsmann  06.05.2026

Teheran

Iran prüft US-Vorschlag

In den Streitigkeiten um die Straße von Hormus und die fragile Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA gehen diplomatische Bemühungen weiter. Jetzt meldet sich Irans Außenamtssprecher

 06.05.2026

Berlin

Berliner Holocaust-Mahnmal beschmiert

Wieder ist ein antisemitischer Schriftzug in Berlin aufgetaucht. Dieses Mal traf es das Holocaust-Mahnmal

 06.05.2026

Analyse

»Kill all Jews« - Neue und alte Bedrohungen für Juden - Terrorexperte erwartet härtere Anschläge

Fast täglich konnte man zuletzt Nachrichten über Attacken und Hass gegen Juden in Europa lesen - nicht nur, aber auch im Zusammenhang mit Gruppen, die in Verbindung zum Iran stehen. Was das mit Betroffenen macht

von Leticia Witte und Christoph Schmidt  06.05.2026

München

Bayern: Zahl antisemitischer Vorfälle bleibt auf Rekordhoch

»Antisemitische Ausdrucksformen wurden enthemmter, bedrohlicher und direkter«, sagt Annette Seidel-Arpacı, die Leiterin von RIAS Bayern

 06.05.2026

Washington/Teheran

Bericht: USA und Iran nähern sich Vereinbarung zur Beendigung des Krieges

Kern der laufenden Gespräche ist ein auf einer einzigen Seite untergebrachtes, knappes Memorandum, das auf wenigen Punkten basieren soll

 06.05.2026

Berlin

Hubig besorgt über Zulauf zu militanten Rechtsextremisten

In mehreren Bundesländern laufen Durchsuchungen gegen Rechtsextremisten. Was die Bundesjustizministerin dazu sagt

 06.05.2026

New York

USA unterstützen UN-Resolution zu möglichen Iran-Sanktionen

Dem Regime in Teheran werden in einem von den USA unterstützten Entwurf »wirksame Maßnahmen entsprechend der Schwere der Lage, einschließlich Sanktionen« angedroht

 06.05.2026

Washington D.C.

Trump stoppt Marineeinsatz in der Straße von Hormus

Der Präsident begründet dies mit angeblichen Fortschritten in Gesprächen mit Teheran über ein Abkommen. Außenminister Rubio hatte zuvor dagegen erklärt, das »Project Freedom« stelle nun den Schwerpunkt dar

 06.05.2026