Meinung

Stalin, der Sieg und die Moral

Darf man Stalin ehren? Für die Machthaber in Russland scheint die Antwort eindeutig: Sie wollen zu den Siegesfeiern in Moskau am 9. Mai Plakate des grausamen Sowjetführers zeigen. Er sei der Sieger über Nazideutschland und nicht der blutdürstige Diktator, der ganze Bevölkerungsschichten vernichtete, die Elite des Landes liquidierte. Vergessen sind die Millionen Opfer, von denen viele auch nach dem glorreichen Sieg als vermeintliche Kollaborateure und Kosmopoliten verfolgt wurden, unter ihnen zahlreiche KZ-Überlebende und jüdische Intellektuelle des Landes. Vergessen sind Stalins Pläne für eine massenhafte Umsiedlung von Juden, raus aus Kernrussland. Derartige Fakten finden kaum Platz in der offiziellen Erinnerungskultur eines Landes, in dem die Politik der starken Hand und des Großmachtstrebens wieder en vogue sind. Russland verpasst damit erneut die Chance zur Bildung einer gefestigten Identität, die die eigene Geschichte akzeptiert, so wie sie eben war – mit all ihren militärischen Siegen und moralischen Niederlagen.

Der Autor ist stellvertretender Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Kassel.

London

Epstein-Affäre: Britische Polizei ermittelt gegen früheren Minister

E-Mails aus Epstein-Akten bringen den Labour-Politiker Peter Mandelson in Bedrängnis. Reichte Epsteins Einfluss bis in die Downing Street?

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USA

Fall Epstein: Clintons sagen vor US-Kongress aus

Im Zusammenhang mit dem Skandal um den jüdischen Investor taucht immer wieder auch sein Name auf: Bill Clinton. Lange hatte der ehemalige Präsident eine Aussage dazu verweigert - nun steht ein Datum dafür

 04.02.2026

Diplomatie

Jens Spahn reist nach Israel

Der Unions-Fraktionschef wird am Mittwoch unter anderem Gespräche in der Knesset führen

 03.02.2026

Vorwurf

Büttner kritisiert linken Antisemitismus

Linke glaubten häufig, sie könnten keine Antisemiten sein, sagt Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter. Dieses Selbstbild werde jedoch von der Realität widerlegt

 03.02.2026

Wiesbaden

Letzte Geisel identifiziert - Hessen holt Israel-Flagge ein

Zur Klarheit über das Schicksal aller Verschleppter sagt Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU): »Wir hoffen, dass das ein weiterer Schritt zur Befriedung des Nahostkonflikts ist.«

 03.02.2026

Umwidmung

Kein Zeitplan für Yad-Vashem-Straße in Berlin

Nach der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem soll ein Straßenabschnitt im Herzen von Berlin benannt werden. Bislang ist unklar, wann dies erfolgt

 03.02.2026

USA

Trump will eine Milliarde Dollar von Elite-Uni Harvard

Der Präsident wirft der Fakultät antisemitisches Verhalten vor. Ein Bericht der »New York Times« bringt neuen Schwung in den Streit

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Teheran

Regime fürchtet Eskalation: US-Schlag könnte Machtapparat ins Wanken bringen

Externer Druck könnte einen erneuten landesweiten Aufstand begünstigen, heißt es aus dem Umfeld hochrangiger Entscheidungsträger im Iran

 03.02.2026

USA

Massiver Anstieg antisemitischer Straftaten in New York

Im Vergleich zum Vorjahresmonat verdoppelt sich die Zahl der durch Judenhass motivierten Taten fast

 03.02.2026