Meinung

Stalin, der Sieg und die Moral

Darf man Stalin ehren? Für die Machthaber in Russland scheint die Antwort eindeutig: Sie wollen zu den Siegesfeiern in Moskau am 9. Mai Plakate des grausamen Sowjetführers zeigen. Er sei der Sieger über Nazideutschland und nicht der blutdürstige Diktator, der ganze Bevölkerungsschichten vernichtete, die Elite des Landes liquidierte. Vergessen sind die Millionen Opfer, von denen viele auch nach dem glorreichen Sieg als vermeintliche Kollaborateure und Kosmopoliten verfolgt wurden, unter ihnen zahlreiche KZ-Überlebende und jüdische Intellektuelle des Landes. Vergessen sind Stalins Pläne für eine massenhafte Umsiedlung von Juden, raus aus Kernrussland. Derartige Fakten finden kaum Platz in der offiziellen Erinnerungskultur eines Landes, in dem die Politik der starken Hand und des Großmachtstrebens wieder en vogue sind. Russland verpasst damit erneut die Chance zur Bildung einer gefestigten Identität, die die eigene Geschichte akzeptiert, so wie sie eben war – mit all ihren militärischen Siegen und moralischen Niederlagen.

Der Autor ist stellvertretender Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Kassel.

München

20 Jahre Ohel-Jakob-Synagoge: Merz, Aigner und Söder beim Festakt

Am 9. November 2006 wurde die Synagoge Ohel Jakob eröffnet - als Zeichen für die Rückkehr jüdischen Lebens ins Herz Münchens. Den 20. Jahrestag feiert die Kultusgemeinde mit einem Festakt. Erwartet werden prominente Gäste, etwa Bundeskanzler Merz

 02.11.2026

Berlin

SPD nominiert Michel Friedman für Bundesversammlung

Der Publizist darf damit über die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier abstimmen

 02.11.2026

Frankfurt am Main

»Zeit ist’s!«

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach zur Eröffnung der Jüdischen Akademie in der Mainmetropole. Wir dokumentieren seine Rede

von Frank-Walter Steinmeier  02.11.2026

Berlin

Koalitionsverhandlungen für Rot-Grün-Rot beginnen

Sechs Wochen nach der Wahl starten Linke, Grüne und SPD in Berlin ihre Koalitionsverhandlungen. Viele Fragen sind noch offen – und Scheitern ist jederzeit möglich.

 02.11.2026

Jugendproteste

Prien: Bei Krawallen nach »Gen Z«-Protesten die Realität betrachten

Die Jugendministerin Prien spricht von »weitestgehend friedlichen Demonstrationen« am Samstag. Was danach geschah, nennt sie »Gewaltexzesse von linksradikalen Gruppen«. Es seien wohl auch Menschen »aus migrantischen Milieus« beteiligt gewesen

 02.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  02.11.2026

Endlich nimmt ein Verwaltungsgericht die Einschüchterung jüdischer Studierender ernst

Ein Kommentar

von Annabelle Ganapol  02.11.2026

Baustelle der Jüdischen Akademie an einer Straße in Frankfurt am Main

Ort jüdischen Denkens

Jüdische Akademie öffnet in Frankfurt

Es soll ein Ort des Diskurses und der Begegnung sein: In Frankfurt wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet

 02.11.2026

Robert F. Kennedy Jr. spricht an einem Rednerpult vor einer Wand mit dem Schriftzug MAHA

USA

Kennedy verteidigt Rede über Araber und lobt Juden

Der US-Gesundheitsminister weist Rassismusvorwürfe zurück und fragt, warum die Welt Juden hasse und Islamisten umarme

 01.11.2026