Meinung

Stalin, der Sieg und die Moral

Darf man Stalin ehren? Für die Machthaber in Russland scheint die Antwort eindeutig: Sie wollen zu den Siegesfeiern in Moskau am 9. Mai Plakate des grausamen Sowjetführers zeigen. Er sei der Sieger über Nazideutschland und nicht der blutdürstige Diktator, der ganze Bevölkerungsschichten vernichtete, die Elite des Landes liquidierte. Vergessen sind die Millionen Opfer, von denen viele auch nach dem glorreichen Sieg als vermeintliche Kollaborateure und Kosmopoliten verfolgt wurden, unter ihnen zahlreiche KZ-Überlebende und jüdische Intellektuelle des Landes. Vergessen sind Stalins Pläne für eine massenhafte Umsiedlung von Juden, raus aus Kernrussland. Derartige Fakten finden kaum Platz in der offiziellen Erinnerungskultur eines Landes, in dem die Politik der starken Hand und des Großmachtstrebens wieder en vogue sind. Russland verpasst damit erneut die Chance zur Bildung einer gefestigten Identität, die die eigene Geschichte akzeptiert, so wie sie eben war – mit all ihren militärischen Siegen und moralischen Niederlagen.

Der Autor ist stellvertretender Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Kassel.

London

Britische Grüne hegen in internen Chats Gewaltfantasien gegen »Zionisten«

In der Chat-Konversation finden sich zudem Äußerungen, die sich pauschal gegen britische Juden richten. Eine Organisation, die sich gegen Judenhass einsetzt, prüft rechtliche Schritte

 19.08.2026

Nahost

Iran droht bei neuem Krieg mit Angriffen auf US-Ziele in Europa

Das Mullah-Regime könnte Angriffe auf US-Militärstützpunkte und andere amerikanische Einrichtungen sowie die kritische Infrastruktur befehlen

 19.08.2026

Washington D.C.

USA sanktionieren Präsidentin des Strafgerichtshofs

Die US-Regierung erhöht mit Sanktionen den Druck auf den Internationalen Strafgerichtshof - diesmal auch gegen die Präsidentin

 19.08.2026

Arlington (Virginia)

Pentagon prüft nach Iran-Krieg kleinere US-Militärpräsenz am Golf

Im Mittelpunkt steht die Frage, ob ein Teil der bislang am Golf stationierten Soldaten abgezogen und weiter westlich positioniert werden könnte

 19.08.2026

Meinung

Im Zweifel für das Narrativ?

Die »tageszeitung« (taz) veröffentlichte einen Beitrag eines Deutsch-Palästinensers, der nicht nur unrichtige Aussagen enthält, sondern eine sehr fragwürdige Erzählung propagiert

von Michael Thaidigsmann  18.08.2026

Teheran

Iran: Öffnung der Straße von Hormus hängt von USA ab

Der Iran knüpft die Öffnung der Straße von Hormus an Bedingungen im Abkommen mit den USA. Ein Professor sagt, US-Präsident Donald Trump könne sich nicht still zurückziehen

 18.08.2026

Debatte

Zentralrat der Juden übt scharfe Kritik an Itamar Ben-Gvir

Israels rechtsextremer Minister Ben-Gvir wirbt unverhohlen für Tötungen im Gazastreifen. Das sorgt international für Entsetzen - auch beim jüdischen Dachverband in Deutschland

 18.08.2026 Aktualisiert

Wiesbaden

Hessen verbietet Verein Palästina e.V.

Sechs Objekte durchsucht, 35 Polizisten im Einsatz: Mit diesem Vereinsverbot geht Hessens Innenministerium gegen antisemitische Propaganda vor

 18.08.2026

Berlin

Der Senat fördert seit Jahren Islamismus-nahes Seelsorge-Projekt

Am Projekt »Muslimisches Seelsorge Telefon« ist mit »Islamic Relief« eine Organisation beteiligt, bei der das Bundesamt für Verfassungsschutz personelle Verflechtungen zur Muslimbruderschaft sieht

von Ralf Fischer  18.08.2026