Erfurt

Stahlknecht: Hass im Netz verfolgen

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) bei einer Debatte im Plenarsaal des Landtags von Magedeburg (April 2019) Foto: dpa

Vor der Innenministerkonferenzan in Erfurt fordert Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht, Extremismus und Hass im Netz schneller und konsequenter zu verfolgen. Die Justiz müsse wegkommen von der häufig gewählten Praxis, Ermittlungen wegen kleinerer Delikte einzustellen, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Strafbefehle oder Gerichtsverfahren hätten »schon einen gewissen Effekt« auf Menschen und könnten der Verrohung von Sprache und Gesellschaft entgegenwirken.

FAKE NEWS Hass im Netz, Extremismus und gezielte Falschinformationen (Fake News) sind Schwerpunkte der Ministerkonferenz, die am Mittwoch in Erfurt beginnt. Dort will Stahlknecht unter anderem dafür werben, dass die Verfassungsschützer länderübergreifend enger zusammenarbeiten und die Beobachtung ausweiten, um Einzelpersonen und Netzwerke besser zu erkennen.

Zuletzt hatte der Deutsche Richterbund bereits mehr Personal für die Strafjustiz gefordert, um Hass und Hetze im Internet zu bekämpfen. Mit der geplanten Meldepflicht für soziale Netzwerke kämen auf die Staatsanwaltschaften rund 150 000 neue Verfahren pro Jahr zu, sagte Bundeschef Sven Rebehn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

CHAT-PROTOKOLLLE Stahlknecht sagte, gerade die Veröffentlichungen privater Chat-Protokolle zeigten immer wieder, wie sich Sprache radikalisiere. »Da wird Rassismus zum Salonthema. Und Fremdenfeindlichkeit gilt als schick und nicht weiter ernst zu nehmen.« Dabei zeigten die Ereignisse der jüngsten Zeit, dass aus Worten Taten werden könnten.

Stahlknecht verwies dabei unter anderem auf den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) vor einem Jahr oder den rechtsextremen Terroranschlag auf eine Synagoge mit zwei Toten in Halle vorigen Oktober. dpa

Magdeburg

AfD-Veranstaltung: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Steimle

Ein Auftritt des Kabarettisten Uwe Steimle auf einer AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau hat die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Zudem gab es Kritik wegen des Singens der DDR-Nationalhymne

 15.07.2026

Kalenderblatt

Der Marschall war vieles, aber kein Judenretter: Philippe Pétain taugt auch 75 Jahre nach seinem Tod für einen Skandal

Marschall Pétain, Verdun, Vichy-Regime - war da was? Über einen Mann, der im Nachbarland Frankreich vom Helden zum Verfemten wurde und über das Schicksal von Tausenden Juden im Zweiten Weltkrieg mitbestimmte

von Joachim Heinz  15.07.2026

Wahlen

Friedrich Merz: Werde alles tun, damit AfD nicht in Verantwortung kommt

Viele sorgen sich vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern vor möglichen Wahlsiegen der AfD. Kanzler Merz hingegen gibt sich zuversichtlich, dass das zu verhindern sei

 15.07.2026

Meinung

Die Fußball-WM war ein voller Erfolg

Schon jetzt steht fest, dass die Weltmeisterschaft 2026 unvergesslich bleiben wird. Zumindest, wenn man die Kriterien des Fußballphilosophen Nick Hornby zugrunde legt

von Elke Wittich  15.07.2026

Kommentar

Sichere Hochschule auch für Jüdinnen und Juden!

Sicherheit ist zentral, aber auch Respekt vor Arbeitsruhegeboten. Wer Prüfungen auf hohe jüdische Feiertage legt, verlangt von Juden, für ihre Religionsausübung Nachteile beim Studienfortschritt in Kauf zu nehmen

von Volker Beck  15.07.2026

Iran

Propagandaplakat in Teheran zeigt Trump im Sarg

Auf dem Plakat wird Vergeltung gefordert. Doch viele Iranerinnen und Iraner stehen den Racheaufrufen kritisch gegenüber

 15.07.2026

Chemnitz

Neonazi Liebich nach Deutschland gebracht

Schon Ende August 2025 sollte er die Haft antreten, floh jedoch stattdessen. Einige Monate später wurde der Neonazi gefasst, nun ist er wieder in Deutschland. Wo kommt Liebich nun hinter Gitter?

 15.07.2026

Erfurt

Hape Kerkeling für Anhörung zu AfD-Verbot geladen

Der Kabarettist ist auf Betreiben der Linken eingeladen. Der Komiker werde sich aber »zu dieser Angelegenheit derzeit nicht äußern«, teilt sein Büro mit

 15.07.2026

Washington D.C.

USA starten Kampagne gegen Internationalen Strafgerichtshof

US-Außenminister Marco Rubio wirft dem ICC einen Angriff auf die amerikanische Souveränität vor. Er plant eine koordinierte Reaktion verschiedener US-Behörden

 15.07.2026