Berlin

»Sinnbild für die Eskalation rechtsextremer Gewalt«

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: ZR

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat die Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen, als im August 1992 Asylbewerber von Randalierern tagelang attackiert wurden, als »Sinnbild für die Eskalation rechtsextremer Gewalt« bezeichnet.

Rechtspopulismus
In einem Gastkommentar in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe der »Jüdischen Allgemeinen« stellt Schuster die Frage, ob 25 Jahre später etwas aus den Ereignissen gelernt wurde: »Wenn wir uns die zahlreichen Übergriffe auf Flüchtlinge in den vergangenen drei Jahren und das Erstarken von Rechtsextremismus und Rechtspopulismus ansehen, müssen wir dies fast verneinen.«

Noch immer grassierten Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, so Schuster weiter. Noch immer sei der gesellschaftliche Zusammenhalt nicht für jeden selbstverständlich. Daran müsse gemeinsam gearbeitet werden. Grund zur Hoffnung gebe das Engagement vieler Bürger und Vereine. Es sollte noch mehr gefördert werden, betont der Zentralratspräsident. »Bei der Bekämpfung von Hass zu sparen, ist zugleich eine ungewollte Investition in Demagogie und Populismus.«

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