EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 53 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 48 Sitze

Religionen

Seite an Seite

Die neue interkonfessionelle Initiative »Schulter an Schulter« beklagt, dass rassistische Attacken häufig folgenlos bleiben. Foto: Thinkstock

Vertreter jüdischer, muslimischer und christlicher Organisationen möchten sicherstellen, dass Opfer fremdenfeindlicher Gewalt in Deutschland künftig mehr Solidarität erfahren.

Daniel Neumann vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen sagte zur Vorstellung der neuen Initiative »Schulter an Schulter« am Montag, dass Personen wie der Offenbacher Rabbiner Mendel Gurewitz fast täglich auf der Straße beleidigt werden. Solche Attacken jedoch bleiben für gewöhnlich folgenlos, beklagte Neumann.

Wenn sich künftig Muslime und Juden stärker für Gewaltopfer aus der jeweils anderen Religionsgemeinschaft einsetzten, habe dies auch intern eine Signalwirkung, sind die Gründungsmitglieder des Netzwerks überzeugt – etwa gegen die unter Muslimen verbreiteten antijüdischen Ressentiments.

Anschläge »Wir möchten nicht, dass Deutschland brennt«, ergänzte Abdassamad El Yazidi vom Zentralrat der Muslime bei der Vorstellung des Projekts. »Wir suchen bundesweit Personen, die bereit sind, nach Anschlägen aktiv zu werden.« Die Initiatoren wollen dabei helfen, nach Übergriffen Besuche bei den oft verängstigten Opfern zu organisieren, Bürgerforen zu veranstalten und durch andere Aktionen zu zeigen, dass Gewalttäter gesellschaftlich nicht akzeptiert werden.

Straftaten gegen Minderheiten dürften nicht aus Furcht vor negativen Schlagzeilen verschwiegen oder heruntergespielt werden, fordern die Initiatoren von »Schulter an Schulter«. Allein in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres habe es beispielsweise 40 Anschläge auf Moscheen in der Bundesrepublik gegeben, sagte Jürgen Micksch, geschäftsführender Vorstand der in Darmstadt ansässigen »Stiftung gegen Rassismus«.

Lediglich in drei Fällen hätten sich die betroffenen Kommunen mit den angegriffenen Gemeinden solidarisiert. Das neue Netzwerk sei angesichts der Vielzahl von Übergriffen im Land dringend nötig.

Auslöser Vorbild für »Schulter an Schulter« ist eine gleichnamige Kampagne in den USA, die gegen die Diskriminierung von Muslimen ins Leben gerufen worden war. Auslöser für die Aktivitäten in Deutschland war ein Angriff auf eine Moschee in Darmstadt im vergangenen April, bei dem Scheiben eingeworfen und die Außenwände beschmiert worden waren.

Der erwähnte Offenbacher Rabbiner war im Juli dieses Jahres auf der Straße von einer Gruppe junger Männer lauthals beschimpft worden. Sie skandierten antisemitische Beleidigungen wie »Scheiß Jude«. Augenzeugen riefen daraufhin die Polizei, die die Personalien der Verdächtigen feststellten und wegen der antisemitischen Beleidigung die Ermittlungen aufnahmen.

Rabbiner Gurewitz war bereits vor fünf Jahren von sechs bis acht arabisch aussehenden Jugendlichen beschimpft und bedrängt worden. Der Fall hatte bundesweit Aufsehen erregt. epd/ja

Berlin

Verfassungsschutz warnt vor linksextremen Einflüssen

Für Samstag hat die Initiative Gen Z regelt deutschlandweit zu Protesten für Bildung und soziale Gerechtigkeit aufgerufen. Aus Sorge vor Ausschreitungen beobachten die Behörden die Lage genau

 28.10.2026

Berlin

Antisemitismusbeauftragte: »Jude« darf kein Schimpfwort sein

Katharina von Schnurbein tritt heute die Nachfolge von Felix Klein in der Bundesregierung an. Ihr erklärtes Ziel klingt einfach

 28.10.2026

Belgrad

Serbien: Anschlag auf Polizisten vor israelischer Botschaft

Erneut wird ein Wachbeamter vor der israelischen Botschaft angegriffen. Der Vorfall weckt Erinnerungen - welche Sicherheitsmaßnahmen die Behörden jetzt ergreifen

 28.10.2026

Washington D.C.

Trump reklamiert Anteil an Netanjahus überraschend starkem Wahlergebnis

»Als meine Unterstützung bekannt wurde, hat ihm das sehr geholfen«, sagt der amerikanische Präsident

 28.10.2026

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Debatte

Linke vertagt Entscheidung um Vanessa Emde

Die Berliner Linke ringt seit Wochen um den richtigen Umgang mit einer israelfeindlichen Abgeordneten. Nach einer Fraktionssitzung wurde wieder keine Lösung präsentiert

 27.10.2026

Berlin

Volker Beck zur Wahl: Regierungswechsel wäre gut für Israel

Der Urnengang entscheidet über die politische Zukunft von Benjamin Netanjahu. Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft argumentiert, der Regierungschef habe viel Vertrauen verspielt

 27.10.2026

Beate Zschäpe im Jahr 2021 in ihrem Prozess

Rechtsextremismus

Gericht: NSU-Terroristin Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben

Beate Zschäpe wollte vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das Gericht sagt Nein. Doch die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig

von Christoph Trost  27.10.2026

Berlin

Medienberichte über Israel auf dem Prüfstand

Wie weit klaffen Berichterstattung und Realität auseinander? Darüber ist am Freitag ist ein ganztägiger »Fachaustausch« an der Technischen Universität geplant

 27.10.2026