London

Schutz jüdischer Gemeinden: Sunak sagt weitere Millionen zu

Premierminister Rishi Sunak am Mittwoch in der Downing Street Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Großbritanniens Premierminister Rishi Sunak hat zum Schutz jüdischer Gemeinden in seinem Land weitere Millionen zugesagt. Bis zum Jahr 2028 sollen 54 Millionen Pfund (etwa 63 Millionen Euro) bereitstehen, wie die Regierung in der Nacht zum Donnerstag ankündigte. Die jüdische Organisation Community Security Trust (CST) soll damit zum Schutz von Schulen, Synagogen und weiteren Einrichtungen nicht nur wie zugesagt in diesem Jahr, sondern auch danach je 18 Millionen Pfund pro Jahr bekommen.

Die Zahl antisemitischer Vorfälle in Großbritannien war im vergangenen Jahr nach Angaben der Organisation auf einen Höchststand gestiegen. Demnach wurden 4103 antisemitische Vorfälle gemeldet. Rund zwei Drittel der Taten hätten sich am oder nach dem 7. Oktober ereignet, dem Tag des Terrorangriffs der islamistischen Hamas auf Israel. Israel hatte auf das Massaker später mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive reagiert.

Gesamtes Gefüge

»Wenn jüdische Kinder ihre Schuluniform verstecken, jüdische Studenten auf dem Campus belästigt werden, Geburtsurkunden jüdischer Kinder verunstaltet werden und jüdische Familien das Gefühl haben, am Wochenende nicht das Zentrum unserer Hauptstadt betreten zu können, dann ist das gesamte Gefüge unserer Nation bedroht«, sagte Sunak nach Angaben seiner Regierung bei einem Treffen mit dem CST am Mittwochabend.

Die Regierung hatte am Mittwoch auch angekündigt, den Schutz von Parlamentariern und Institutionen zu stärken, nachdem es infolge des Gaza-Krieges zu Drohungen gegen Abgeordnete und Attacken auf Wahlkreisbüros gekommen war. Die zusätzlichen Investitionen sollen unter anderem mehr Leibwächter und Polizeipatrouillen finanzieren. dpa

Diplomatie

Malaysias Premier verteidigt Drohung, alle Israelis abzuschieben

Mehrere US-Abgeordnete haben Außenminister Marco Rubio aufgefordert, Malaysia wegen der jüngsten Äußerungen von Regierungschef Anwar Ibrahim Fördermittel zu streichen

 23.07.2026

Naher Osten

Trump: Atom-Deal nur bei saudischer Anerkennung Israels

Washington und Riad stehen kurz vor einem Atomabkommen zur zivilen Nutzung der Kernenergie. Doch jetzt hat Donald Trump eine neue Bedingung gestellt

 23.07.2026

Würzburg

Schuster kommt zur Kundgebung gegen antisemitische Angriffe

Organisiert wird die Demonstration von der DIG Würzburg, dessen Mitglied das 65-jährige Opfer der jüngsten Attacke in Höchberg ist

 23.07.2026

Handelspolitik

Belgien und Niederlande verbieten Einfuhren aus Siedlungen

Die Regierungen in Brüssel und Den Haag haben ihre Ankündigung wahrgemacht, die Einfuhr von Waren aus den seit 1967 von Israel besetzen Gebieten zu untersagen, sofern sie von Israelis produziert werden

 23.07.2026

Genf/Berlin

Streit zwischen Rosa Luxemburg Stiftung und UN Watch

Die der Partei »Die Linke« nahestehende Stiftung wirft der Genfer NGO vor, in Berlin »die wildesten Verleumdungen gegen die UNRWA« verbreitet zu haben. UN Watch kontert mit Video-Beleg

von Imanuel Marcus  23.07.2026

Essay

Gedenken ohne Juden

Die Erinnerungskultur macht den Holocaust zunehmend zu einer allgemeinen Mahnung gegen Intoleranz und verliert dabei die jüdischen Opfer aus dem Blick

von Gunda Trepp  23.07.2026

Interview

»Es geht um das aktuelle jüdische Leben in unserem Land«

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) über ein neues Kompetenznetzwerk zu jüdischer Gegenwartsforschung, eine Förderrichtlinie und den Einsatz gegen Israel-Boykott

von Leon Stork, Ayala Goldmann  23.07.2026

Washington D.C./Riad

»Schreckliche Idee«: Kritik an US-Atomdeal mit Saudi-Arabien

Während des Iran-Kriegs, der sich auch um das iranische Atomprogramm dreht, verkünden die USA eine Einigung mit Saudi-Arabien. Experten fürchten ein atomares Wettrüsten in einer instabilen Region

von Johannes Sadek, Franziska Spiecker, Jörg Vogelsänger  23.07.2026

Nahost

USA setzen über Iran B-1-Bomber ein

Im Visier standen Einrichtungen der iranischen Marine, Lager für Raketen und Drohnen, Küstenüberwachungssysteme sowie Luftverteidigungsanlagen

 23.07.2026