Fußball

Zentralrat der Juden kritisiert Katar-Deal des FC Bayern München

Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland Foto: Marco Limberg / Zentralrat der Juden in Deutschland

Josef Schuster sieht als Präsident des Zentralrats der Juden die Geschäftsbeziehungen des FC Bayern München mit dem Golfstaat Katar kritisch.

»Die Kritikpunkte an Katar gehen in zwei Richtungen: Zum einen werden Terrororganisationen wie Hamas von Katar finanziell unterstützt, auch der Iran wird unterstützt, der es sich auf die Fahne geschrieben hat, Israel zu vernichten. Und zum anderen sind vielen Medienberichten anlässlich der WM 2022 zufolge die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen zumindest fragwürdig«, sagte Schuster der »Süddeutschen Zeitung« (Donnerstag).

FAN-PROTESTE Daher habe es ihn gefreut, dass die Bayern-Fans zuletzt beim Heimspiel gegen den SC Freiburg gegen die Geschäftsbeziehungen des Rekordmeisters mit dem Emirat protestiert haben, auch im Hinblick auf den früheren jüdischen Klub-Präsidenten Kurt Landauer.

»Für Geld waschen wir alles rein«, hatte beim letzten Heimspiel auf einem großen Transparent in der Südkurve gestanden. Unter dem Schriftzug waren der Vorstandsvorsitzende Oliver Kahn und Vereinspräsident Herbert Hainer neben einer Waschmaschine mit der Aufschrift »FCB AG« beim Waschen blutverschmierter Kleidung zu sehen.

GUSTAV LANDAUER Auf der Jahreshauptversammlung soll es in der kommenden Woche daher auch einen Antrag geben, den Vertrag mit dem Staatsunternehmen Qatar Airways nicht zu verlängern. Die Aussage »Kurt Landauer würde sich im Grabe umdrehen« sei eine, »die ich unterschreibe«, betonte Schuster. Er glaube, dass die rein finanziellen Überlegungen beim FC Bayern bei dem Deal im Vordergrund gestanden hätten.

Auch dass sich der Klub gegen Homophobie engagiere und gleichzeitig mit Katar werbe, sieht der 67-Jährige als »problematisch« an. »Ich glaube allerdings, im konkreten Fall Katar, haben für die Verantwortlichen die Geldscheine so einen Reiz gehabt, dass sie das andere in dem Moment nicht ausreichend beachtet haben.« Er hoffe, dass der Verein den Vertrag zwar erfülle, aber nicht mehr erneuere. dpa

Passagiere am Flydubai-Schalter am Ben-Gurion-Flughafen Tel Aviv, 30. September

Saudi-Arabien/Israel

Passagierflugzeug auf dem Weg nach Tel Aviv notgelandet: Was bisher bekannt ist

Ein Überblick

 30.09.2026 Aktualisiert

Jahrestag

Terrorunterstützer planen für den 7. Oktober israelfeindliche Demos

In Duisburg, Frankfurt, Hannover und Köln sind Kundgebungen vorgesehen. Aufrufe zur Teilnahme enthalten unverblümte Terroraufrufe

von Imanuel Marcus  30.09.2026 Aktualisiert

Erfurt

Kerkeling und Maaßen bei erster Anhörung zu AfD-Verbot dabei

Thüringens AfD mit Björn Höcke an der Spitze gilt als besonders radikal. Ist das der Grund, warum erstmals ein Landesparlament Juristen und einen Promi zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren anhört?

von Simone Rothe  30.09.2026

Hessen

Mutmaßlicher IS-Kämpfer festgenommen

In Nordhessen wird ein Mann festgenommen, der für den IS gekämpft haben soll. So lautet der Vorwurf der Bundesanwaltschaft. Jetzt soll ein Richter über die U-Haft entscheiden

 30.09.2026

Rathaus Neukölln

Berlin

Hillel zieht seine Chanukkia aus dem Rathaus Neukölln ab

Der jüdische Bildungsverein will seine Chanukka-Feier künftig an einem »neutralen Ort« abhalten. Für den scheidenden Bürgermeister Martin Hikel ist die Entscheidung ein Schock

 30.09.2026

Ramallah

Palästinensische Parlamentswahl könnte verschoben werden

Die für den 28. November geplante Abstimmung steht auf der Kippe. Sie wird möglicherweise auf unbestimmte Zeit vertagt

 30.09.2026

New York

Rebeca Grynspan baut Vorsprung im Rennen um UN-Spitze aus

In einer vierten informellen Abstimmung des Sicherheitsrats erhielt sie zehn Stimmen. Was das bedeutet

 30.09.2026

Moskau

In Putins Falle: US-Reporter Evan Gershkovich erzählt seine Story

Vor gut zwei Jahren kam der als »Spion« gefasste jüdische US-Journalist bei einem großen Gefangenen-Austausch frei. Nun erzählt er in einem Buch, wie er Putins Agenten in die Falle ging

von Ulf Mauder  30.09.2026

Berlin

Linke geht rechtlich gegen weitere Politiker vor

Die Berliner Linkspartei sieht sich nach der gewonnenen Wahl mit Vorwürfen des Antisemitismus und der Nähe zu kriminellen Clans konfrontiert. Sie wehrt sich politisch - und auch juristisch

 30.09.2026