Würzburg

Schuster kommt zur Kundgebung gegen antisemitische Angriffe

Auf dem Unteren Markt in Würzburg findet morgen eine Kundgebung gegen gewalttätigen Judenhass statt. Foto: picture alliance / imageBROKER

Fünf Tage nach dem antisemitischen Angriff auf einen 65-Jährigen in Höchberg findet am Freitag eine Kundgebung gegen antisemitisch motivierte Gewalt statt. Organisiert wurde die Demonstration von der DIG Würzburg, dessen Mitglied das Opfer ist.

Josef Schuster, der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, wird an der Kundgebung teilnehmen. Er hatte dem Angriffsopfer eine schnelle Genesung gewünscht und erklärt, der registrierte Ausbruch brutaler Gewalt geschehe nicht im luftleeren Raum.

»Alle einschlägigen Statistiken belegen eine Verfestigung antisemitischer Vorfälle auf Rekordniveau«, sagte Schuster. »Die häufigste Erscheinungsform des Antisemitismus ist der israelbezogene. Die fortschreitende Normalisierung dieses Hasses bereitet Gewalttaten wie dieser den Boden.« Die Möglichkeiten des Rechtsstaats zur Ahndung eines solchen Verbrechens müssten vollumfänglich ausgeschöpft werden.

Täter in Untersuchungshaft

Polizeibeamte, die von Zeugen alarmiert worden waren, hatten den Angriff gestoppt. Das Opfer wurde anschließend in der Intensivstation eines Würzburger Krankenhauses behandelt. Der Täter, der am Tatort festgenommen wurde, befindet sich in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 20-jährigen syrischen Staatsangehörigen versuchten Mord vor.

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Sowohl die Polizei als auch die Generalstaatsanwaltschaft in München erklärten, sie gingen von einer israelfeindlichen oder antisemitischen und islamistischen Motivation aus. Der Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Justiz übernahm das Verfahren.

»Wir stehen in voller Solidarität an der Seite unseres schwerverletzten Mitglieds und wünschen eine schnelle und vollständige Genesung!«, erklärte die DIG Würzburg. Derweil sagte DIG-Präsident Volker Beck der Jüdischen Allgemeinen: »Wer Israel mit Genozid- und Apartheid-Vorwürfen verteufelt, schafft das Klima für solche Übergriffe. Niemand mit einer Palästina-Flagge muss in Deutschland um seine körperliche Integrität fürchten, wer eine israelische Flagge zeigt, ist seines Lebens nicht sicher.«

Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig (Grüne) äußerte sich ebenfalls: »Wenn ein Mensch offenbar schon wegen des Tragens eines Israel-Ansteckers angegriffen wird, ist das ein unerträglicher Angriff auf unsere demokratischen Grundwerte und unsere offene Gesellschaft.«

Die Kundgebung gegen Judenhass findet am Freitag um 17 Uhr auf dem Unteren Markt in Würzburg statt.

Für das Opfer der Attacke wurde derweil eine Spendensammlung eingerichtet, die hier erreichbar ist. Am Freitag war am frühen Nachmittag fast die Hälfte der angestrebten 10.000 Euro zusammengekommen. ja

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