Berlin

Schulen sollen weiter an den Holocaust erinnern

Eine Schulklasse am Holocaust-Mahnmal in Berlin-Mitte Foto: picture-alliance/ ZB

Kein Schlussstrich beim Erinnern an Auschwitz und den millionenfachen Judenmord: Das fordern die Bildungsminister mit Blick auf den 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar.

»Nie wieder ist jetzt!«, heißt es in einer am Donnerstagabend in Berlin veröffentlichten Erklärung der Bildungsministerkonferenz. Schulen müssten sich daher »vertieft mit Aspekten und Fragestellungen zu den Themen Holocaust, Nationalsozialismus, Rassismus, Antisemitismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sowie Erinnerungskultur auseinandersetzen«.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) fügte hinzu: »Gerade wenn Rechtsextremismus, Antisemitismus und Intoleranz wieder auf dem Vormarsch sind, müssen wir Haltung zeigen gegen Hass und Hetze - und für unsere Demokratie!« Dabei spielten Schulen eine zentrale Rolle.

Wichtig für die Gegenwart

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) nannte den anstehenden 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz einen »wichtigen Zeitpunkt, um die Schulen zur Erinnerungsarbeit anlässlich dieses Jahrestages aufzurufen. Dabei geht es aber nicht nur um das Erinnern, sondern um den Kontakt zur Gegenwart.«

Schülerinnen und Schüler sollten ein Verständnis dafür bekommen, »wie wichtig Toleranz, Rechtstaatlichkeit und Demokratie für die Freiheit und das Leben jedes Menschen sind«.

Die Beschäftigung mit der Geschichte von 1933 bis 1945 bleibe zentrales Thema in der schulischen Bildung - weil dieses Wissen in der aktuellen Situation mehr denn je gebraucht werde, heißt es weiter: »Unsere Kinder und Jugendlichen müssen wissen, was passiert, wenn der Rechtsstaat verschwindet. Wir alle müssen unsere Demokratie jeden Tag gegen ihre Feinde verteidigen, damit auch unsere junge Generation weiter in Frieden und Freiheit leben kann.«

Von Generation zu Generation

Die Erinnerung an die Verbrechen während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft dürften nicht verblassen. Sie wachzuhalten, sei eine Aufgabe, die man von Generation zu Generation weitergeben müsse, so die Ministerinnen und Minister weiter.

»Gerade in unseren Tagen, in denen extremistische Parteien und Strömungen sowie islamistische Gruppierungen Zulauf erfahren, antisemitische Vorfälle und Straftaten zunehmen und das Existenzrecht Israels infrage gestellt wird, muss daran erinnert werden, wohin es führen kann, wenn Demokratie, Toleranz und Rechtsstaatlichkeit eine Absage erteilt wird.« kna

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