Katholikentag

Schulen müssen Kinder gegen Judenhass wappnen

Zentralratsvizepräsident Abraham Lehrer Foto: Lohnes/ZR

Schulen müssen Kinder nach Ansicht des Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, besser über Antisemitismus aufklären. Er glaube nicht, dass Schulen und Freizeitangebote die Jugend so bildeten, dass für sie eine antisemitische Haltung nicht infrage komme, sagte Lehrer am Freitag in Münster auf dem Katholikentag.

»Wir müssen weiter daran arbeiten, wie wir unsere Kinder so wappnen, dass sie nicht auf diese Rattenfänger hereinfallen.« Eine entsprechende Reform der Wertevermittlung sieht Lehrer als Aufgabe für den neuen Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein.

Ressentiments Der Berliner Historiker und Antisemitismusforscher Wolfgang Benz warnte davor, von einem neuen Antisemitismus in Deutschland zu sprechen. Der Hass auf die Juden beruhe auf uralten Ressentiments, die entstanden seien, weil eine Mehrheit zur Stärkung ihres Selbstbewusstseins einen Feind in der Minderheit brauche. Wenn die Deutschen in den Muslimen die Importeure des Antisemitismus sähen, zögen sie sich aus der Verantwortung, erläuterte Benz.

Nach dem Flüchtlingszuzug mit Einwanderern aus mehrheitlich muslimisch geprägten Ländern gab es zuletzt eine Diskussion um einen möglichen importierten, islamisch-arabisch geprägten Antisemitismus.

Holocaust Der Wissenschaftler fügte hinzu, dass der Judenhass in Deutschland nicht überaus stark zugenommen habe. Die öffentliche Wahrnehmung habe allerdings zugenommen. Eine antisemitisch motivierte Straftat sei in Deutschland die »unverschämteste und frechste Provokation«, sagte Benz mit Blick auf den Holocaust.

Eine solche Straftat löse vonseiten der Politik die schärfsten Reaktionen aus. Wie aus der Anfang Mai vorgestellten Polizeilichen Kriminalstatistik hervorgeht, ist die Zahl antisemitischer Straftaten im vergangenen Jahr leicht gestiegen. 2017 waren es mit 1504 Fällen 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr (1468). epd

Kiev

Israelischer Unternehmer klagt gegen Selenskyj

Timur Mindich reicht Klage gegen ein Präsidialdekret ein, mit dem persönliche Sanktionen gegen ihn verhängt worden waren

 21.05.2026

Sachsen-Anhalt

Szenario: Gegängelte Bildung, mehr rechte Gewalt mit AfD-Regierung

Laut Umfragen könnte die AfD im September in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen. Was das für Auswirkungen hätte, hat die Amadeu Antonio Stiftung skizziert

von Lukas Philippi  21.05.2026

Meinung

Iranischer Staatsterror: Zeit zu handeln, Herr Bundeskanzler!

Die Islamische Revolutionsgarde des Iran wollte den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft zufolge Josef Schuster und Volker Beck ermorden lassen. Das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben

von Michael Thaidigsmann  21.05.2026

Berlin

Zentralrat der Juden distanziert sich von Itamar Ben-Gvir

Ein Video des rechtsextremen israelischen Ministers sorgt weltweit für Empörung. Auch die Vertretung der Juden in Deutschland äußert sich

 21.05.2026

Hamburg

Teheraner Regime soll Ermordung von Josef Schuster geplant haben

Das iranische Mord-Komplott richtete sich auch gegen den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck

 21.05.2026 Aktualisiert

Berlin

Zentralrat startet Initiative gegen Antisemitismus im Fußball

Slogans wie »Aus Liebe zum Spiel. Gegen Antisemitismus« sowie »Mitfiebern. Gegen Antisemitismus« sollen zum DFB-Pokalfinale auf digitalen Werbetafeln zu sehen sein

 21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Nahost

Strategische Oberhand

War der Krieg gegen das iranische Regime ein Fehlschlag? Eine Analyse

von Michael Wolffsohn  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026