Einspruch

Schützt den Streit

Gott muss nicht geschützt werden, schon gar nicht per Gesetz. Diese Erkenntnis kommt im »Gotteslästerungs-Paragrafen« 166 zum Ausdruck, den vor allem Unions-Politiker mal wieder verschärfen wollen. Das Gesetz schützt weder Gott noch Gläubige, sondern etwas anderes: den öffentlichen Frieden. Kritik oder Verspottung religiöser Bekenntnisse und Einrichtungen sind nur dann ein Fall für den Staatsanwalt, wenn sie geeignet sind, diesen Frieden zu stören. Das ist schwer definierbar, erst recht für immer. Dennoch hat sich das Gesetz bewährt.

beleidigte Religionsgemeinschaften und ihre Vertreter sind, anders als beleidigte Imame, Bischöfe oder Politiker oft behaupten, nicht schutzlos. Es gibt etwa mit dem Persönlichkeitsrecht genug Möglichkeiten, juristisch gegen Kritik vorzugehen, die zu weit geht. So war es im Fall des Satiremagazins Titanic, gegen das der Papst geklagt hatte. Eine Klage, die der Vatikan wieder zurücknahm, bevor es vor Gericht ernst – und peinlich – werden konnte.

Denn die Rechtslage ist zugleich so weich, dass in Deutschland niemand wegen Blasphemie im Gefängnis sitzt. Offenbar wurde der öffentliche Friede bisher nicht verletzt, selbst wenn es Gruppen gibt, die es aus nichtigsten Anlässen genau darauf anlegen. Öffentlicher Friede heißt nicht: Abwesenheit von Streit. Es gehört zur offenen Gesellschaft, Konflikte auszutragen. Es ist normal, dass atheistische
Satiriker und Kardinäle unterschiedliche Ansichten über die Grenze von Religionskritik vertreten. Das schadet nicht.

Was dem öffentlichen Frieden schaden kann, ist der Versuch, die Debatte mithilfe des Gesetzgebers ein für alle Mal zu beenden. Das gilt auch für den Vorschlag, den Paragrafen einfach zu streichen. So würde der legitime subjektive Eindruck, Religion sei überflüssig, zur Staatsdoktrin erhoben. Dann doch lieber ein Gesetz, das dazu zwingt, jeden einzelnen Fall sorgfältig unter die Lupe zu nehmen.

Der Autor ist Chef vom Dienst beim »Kölner Stadt-Anzeiger«.

Iran-Krieg

Israel greift Präsidentenbüro in Teheran an

Die Luftwaffe attackierte außerdem Orte, an denen der Sicherheitsrat tagt

 03.03.2026

Berlin

Internationale Tourismusbörse ITB ohne Israel

Die Lage im Nahen Osten wirkt sich auf die weltgrößte Reisemesse aus

 03.03.2026

Washington D.C.

Darum entschieden sich die USA für einen Angriff auf den Iran

US-Außenminister Marco Rubio hat vor dem Kongress über die Entscheidungsfindung der Regierung gesprochen

 03.03.2026

Interview

Experte: »Das iranische Regime wird in absehbarer Zeit fallen«

Israel und die USA greifen den Iran seit Samstag aus der Luft an. Michael Spaney erklärt, warum die Mullah-Herrschaft heute so schwach ist wie nie zuvor und wie ein Regime-Wechsel aussehen könnte

von Joshua Schultheis  03.03.2026

Demonstrierende schwenkten am Montag israelische und iranische Flaggen vor der israelischen Botschaft in Berlin und riefen „Danke, IDF!“.

Berlin

Zeichen gegen Teheran

Exil-Iraner demonstrierten vor Israels Botschaft in Berlin und drücken ihre Hoffnung auf einen Neuanfang aus

 03.03.2026

Washington D.C.

Witkoff: Iran will Uran für elf Atombomben gehabt haben

Steve Witkoff sagt, die iranischen Unterhändler hätten zu Beginn der jüngsten Gespräche offen damit geprahlt, über ausreichend hoch angereichertes Uran zu verfügen

 03.03.2026

Nahost

Iran erklärt Straße von Hormus für geschlossen

Sollten dennoch Schiffe versuchen, die Meerenge zu durchqueren, würden sie in Brand gesetzt, droht ein Vertreter der Revolutionsgarden

 03.03.2026

Washington D.C.

Merz trifft Trump: Besuch im Zeichen des Iran-Kriegs

Es wird sich alles um ein Thema drehen, wenn Kanzler Merz heute zum zweiten Mal bei US-Präsident Trump zu Besuch ist: den Krieg im Nahen Osten, der inzwischen weit über den Iran hinaus geht

von Khang Mischke, Michael Fischer  03.03.2026

Nahost

Iranischer Großangriff auf Israel – Luftkrieg weitet sich auf mehrere Länder aus

Die Lage im Überblick

 03.03.2026