Berlin

Scholz: Deutschland plant keine Anerkennung »Palästinas« als Staat

Bundeskanzler Olaf Scholz Foto: picture alliance / dts-Agentur

Die Bundesregierung plant nach Aussagen von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) derzeit keine Anerkennung Palästinas als eigenen Staat. Es gebe »keinen Anlass«, die Anerkennung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) als eigenen Staat zu vollziehen, erklärte Scholz am Freitag auf Nachfrage eines Journalisten bei einer Pressekonferenz mit dem portugiesischen Ministerpräsidenten Luís Montenegro.

»Es gibt keine Klarheit über das Staatsgebiet, über alle anderen Fragen, die damit zusammenhängen«, sagte Scholz weiter. Es sei »noch nicht so weit«. Was stattdessen gebraucht werde, sei »eine verhandelte Lösung zwischen Israel und den Palästinensern, die auf eine Zwei-Staaten-Lösung hinausläuft«, bekräftigte Scholz.

Dazu gehöre auch eine palästinensische Autonomiebehörde, die für die Westbank und Gaza zuständig sei. »Aber da sind wir noch lange nicht.« Jetzt gehe es erst mal darum, »einen längerfristigen Waffenstillstand zu erreichen« und darum, »dass alle Beteiligten sich zur Zwei-Staaten-Lösung bekennen«, betonte der Kanzler.

Sicherheit in der Region

In den letzten Wochen und Monaten habe sich gezeigt, dass die arabischen Länder in der Region sehr darauf hinwirken würden, Sicherheit in der Region zu gewährleisten. Deshalb gebe es auch Hoffnung mit Blick auf eine Zwei-Staaten-Lösung. Der Weg über »eine symbolische Anerkennung der Staatlichkeit« führe jedenfalls nicht weiter, erklärte Scholz.

Zuvor hatten in dieser Woche Spanien, Irland und Norwegen angekündigt, Palästina Ende Mai als eigenen Staat anerkennen zu wollen. Israel hatte daraufhin empört reagiert. Portugal wird diesen Schritt nach Angaben des Ministerpräsidenten Montenegro zunächst nicht gehen. Sein Land habe aber für eine Anerkennung Palästinas als Vollmitglied bei den Vereinten Nationen gestimmt, erklärte der portugiesische Regierungschef.

Scholz äußerte sich auch zu den Anträgen auf Haftbefehl gegen den israelischen Premier Benjamin Netanjahu sowie gegen den Verteidigungsminister Joav Galant, die der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, Karim Khan, vor einigen Tagen gestellt hatte.

Starker Rechtsstaat

Der Kanzler kritisierte in diesem Zusammenhang, dass Khan die Anträge zeitgleich mit den Anträgen auf Haftbefehle gegen die Terrororganisation Hamas gestellt habe. »Die Vergleichbarkeit weise ich und weist die Bundesregierung entschieden zurück«, erklärte Scholz. Die Bundesregierung sehe dieses Vorgehen kritisch.

Über den Ausgang des Verfahrens habe das Richtergremium zu entscheiden. »Das gilt es abzuwarten. Da muss und darf auch gar nicht spekuliert werden«, sagte Scholz mit Blick auf eine mögliche Vollstreckung der Haftbefehle auch in Deutschland. Die Bundesregierung gehe davon aus, dass bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werde, dass »Israel ein demokratischer Rechtsstaat mit einer starken und unabhängigen Justiz« sei. dpa

Babyn Jar

Sie alle hatten einen Namen

In der Schlucht bei Kyjiw ermordeten deutsche Täter am 29. und 30. September 1941 innerhalb von zwei Tagen rund 34.000 Jüdinnen und Juden

von Andreas Albrecht  29.09.2026

Deutschland

Elif Eralp war Mitglied der linksextremistischen Roten Hilfe

Der Landesverfassungsschutz erwähnt die Rote Hilfe in seinem jüngsten Jahresbericht als mit Abstand größte linksextremistische Organisation in Berlin

 29.09.2026

Sachsen-Anhalt

AfD-Wahlsieger Siegmund: Stelle mich im Dezember zur Wahl

Ob es dann tatsächlich für eine Mehrheit reicht, ist offen. Die Debatte über ein AfD-Verbotsverfahren nimmt derweil wieder Fahrt auf

 29.09.2026 Aktualisiert

Österreich

Israelische Familie wegen Herkunft nicht bedient?

An einem Imbissstand im Salzburger Land wurden Touristen mutmaßliche Opfer antisemitischer Diskriminierung

 29.09.2026

Jahrestag

Terrorunterstützer planen für den 7. Oktober israelfeindliche Demos

In Duisburg, Frankfurt, Hannover und Köln sind Kundgebungen vorgesehen. Aufrufe zur Teilnahme enthalten unverblümte Terroraufrufe

von Imanuel Marcus  29.09.2026

UNO

Francesca Albanese korrigiert umstrittene Holocaust-Aussage

In einem Interview hatte die Sonderberichterstatterin für die palästinensischen Gebiete behauptet, Juden seien in Konzentrationslagern auf dem Weg in die Gaskammern als »Muslime« bezeichnet worden

 29.09.2026

Washington D.C.

Sanktionserleichterungen für Iran? Trump dementiert Bericht

Wie geht es weiter im US-Krieg gegen den Iran? Im Gespräch sollen Sanktionserleichterungen für Teheran sein. Der US-Präsident bestreitet das

 29.09.2026

Berlin

Berliner Linke gerät wegen weiterer Clan-Kontakte unter Druck

Welche Großfamilie war noch auf der Wahlparty der linken Wahlgewinner vertreten?

 29.09.2026

Berlin

Linke, Grüne und SPD sprechen ab Donnerstag

Nach dem Willen von Grünen und SPD soll es sich um ein »gemeinsames Vorgespräch« zur Verständigung bei dem zuletzt heftig diskutierten Thema Antisemitismus handeln

 29.09.2026