Alexandria

»Schalom. Dies ist für Gaza«: Israelischer Geschäftsmann in Ägypten ermordet

Alexandria Foto: picture alliance / dpa

Im ägyptischen Alexandria ist Ziv Kipper von einem Judenhasser erschossen worden. Das Opfer war Israeli, hatte aber auch die kanadische Staatsbürgerschaft. Er besaß Medienberichten zufolge eine Lebensmittelverarbeitungsfabrik namens O.O. Group LLC in Ägypten. Das Unternehmen ist auf den Export von gefrorenen Lebensmitteln spezialisiert.

Die ägyptischen Behörden ermitteln in dem Fall, darunter sowohl der Nationale Sicherheitsdienst als auch die Kriminalpolizei. Eine Terrorgruppe namens »Vanguards of Liberation - The Martyr Mohammad Salah Group« (»Vorhut der Befreiung - Die Mohammed Salah-Gruppe«) bekannte sich zu dem Mord. Sie ist nach einem ägyptischen Polizisten benannt, der im Juni 2023 drei israelische Soldaten an einem Grenzübergang erschoss.

Während in Zeitungen ägyptische Ermittler zitiert wurden, die von einem Raubmotiv sprachen und angaben, die Tat habe mit der jüdischen Identität des Opfers nichts zu tun, scheint tatsächlich Israel- und Judenhass zu dem Mord geführt zu haben. Ein Verdächtiger wurde offenbar bereits verhaftet.

»Dies ist für Gaza«

In sozialen Medien kursierte ein Videoclip, in dem angeblich der Mörder Kippers zu sehen ist. Darin läuft er mit einer Pistole auf das Fahrzeug des Opfers zu, sagt »Shalom. Dies ist für Gaza.« und erschießt den Geschäftsmann.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Oksana Kipper, die Witwe des Opfers, erklärte gegenüber dem israelischen Fernsehsender Kan, ihr Mann sei am Dienstag erschossen worden. Das Verbrechen sei durch Antizionismus und Judenhass motiviert gewesen. Von einem Raubmord könne keine Rede sein.

Ziv Kipper werde in Israel beerdigt, sagte sie.

»Zionistischer Feind«

Die Terrororganisation »Vanguards of the Liberation« behauptete, Kipper sei ein Mossad-Agent gewesen, der seine offizielle Arbeit als Tarnung benutzt habe. Sein Tod sei »ein Schritt des vom ägyptischen Volk eingeschlagenen Weg des Kampfes gegen den zionistischen Feind«, hieß es in einer Erklärung der Gruppe.

Das israelische Außenministerium gab Zeitungen zufolge bekannt, der Mord werde über die Botschaft in Kairo bearbeitet.

Seit dem 7. Oktober 2023 ist Ziv Kipper der dritte Israeli, der in Alexandria ermordet wurde. Am 8. Oktober, einen Tag nach den Massakern der palästinensischen Terrororganisation Hamas in Israel, wurden zwei Touristen aus Israel von einem Mann erschossen und ein dritter verletzt. im

Berlin

Zentralrat der Juden kritisiert Antisemitismus-Papier von Linken, Grünen und SPD

Die mutmaßliche neue Regierung will mit Gremien gegen antisemitische Ausfälle von Abgeordneten der Koalition vorgehen. Den Zentralrat der Juden, die Deutsch-Israelische Gesellschaft und die WerteInitiative überzeugt das nicht

 08.10.2026

Nahost

Huthis greifen Flughafen in Riad an

Die Huthi und die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung bekämpfen sich im Jemen weiter. Auch Saudi-Arabien gerät immer wieder selbst in die Schusslinie. Droht eine weitere Eskalation am Golf?

 08.10.2026

Clan-Kontakte

Berliner SPD-Chef fordert Ausschluss von Ferat Koçak

Auch die Linken-Landesvorsitzende betonte, die Aufklärung sei noch nicht abgeschlossen

 08.10.2026

Kommentar

Allein mir fehlt der Glaube

Die Spitzen von Linken, Grünen und SPD in Berlin haben bei ihren Sondierungen in Berlin ein dreiseitiges Papier zur Bekämpfung von Antisemitismus vereinbart. Eine Einordnung

von Michael Thaidigsmann  08.10.2026

Washington D.C.

Medien: US-Regierung erwägt neue Angriffe auf den Iran

Seit Wochen gibt es im Krieg der USA gegen den Iran keine sichtbaren Fortschritte. Kurz vor den wichtigen Zwischenwahlen könnte US-Präsident Trump die Situation noch einmal eskalieren lassen

 08.10.2026

Gedenken

Litfaßsäulen in Berlin sollen an NS-Deportationen erinnern

Mehr 1000 jüdische Berlinerinnen und Berliner Juden wurden mit dem ersten sogenannten »Osttransport« aus der Hauptstadt deportiert. Eine neues Projekt soll an die Opfer des nationalsozialistischen Zivilisationsbruchs erinnern

 08.10.2026

7. Oktober

»Wir erinnern nicht schweigend«

Melody Sucharewitz über ihren Kampf gegen das Vergessen des 7. Oktober bei der Gedenkveranstaltung auf dem Bebelplatz in Berlin. Ihre Rede im Wortlaut

von Melody Sucharewicz  08.10.2026

9. Oktober 2019

Gedenken zum Jahrestag des Anschlags von Halle

Der antisemitische Anschlag von Halle jährt sich am Freitag zum siebenten Mal. Die jüdische Gemeinde, Kirchen, Stadt und zivilgesellschaftliche Gruppen planen Gedenkveranstaltungen auch an den Anschlagsorten

 08.10.2026

Diplomatische Beziehungen

Britisches Konsulat in Jerusalem bleibt als Mission bestehen

Israel reagiert auf britische Sanktionen gegen israelische Siedlungspolitik, mehrere Diplomaten verlassen das Land. Gänzlich geschlossen wird das britische Konsulat in Ost-Jerusalem aber doch nicht

 08.10.2026